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    Was beschäftigt Sie… ? Herbert Weber, Geschäftsführer der OWL GmbH

    „Wir müssen weiter in Image investieren“

    m&w: Aus einer kleinen regionalen Marketinggesellschaft hat sich die OstWestfalenLippe GmbH im Laufe der vergangenen 25 Jahren zu einer Regionalgesellschaft entwickelt. Wie hat sich dementsprechend auch Ihr Aufgabenspektrum weiterentwickelt?

    Herbert Weber: OstWestfalenLippe ist eine tolle Region, die den Menschen viele Möglichkeiten bietet.

    Herbert Weber: Im Sinne des bekannten Wahlspruchs „Tue Gutes und rede drüber“ haben wir früher über das Gute in der Region geredet. Heute machen wir beides: Gutes tun und drüber reden. Das kann man an Projekten wie der „Expo Initiative“, der „Modellregion für Bürokratieabbau“ und der Innovationsoffensive „Innovation und Wissen“ sehen. Als Entwicklungs- und Marketinggesellschaft ist die OWL GmbH heute eine Plattform für verschiedene regionale Aufgaben. Das reicht vom klassischen Regionalmarketing über das regionale Tourismusmarketing und die Koordination regionaler Kulturarbeit bis hin zu Programmen im Bereich der Verbesserung der Innovationsinfrastruktur oder der digitalen Transformation. Ein großer Erfolg war die Bewerbung im Spitzenclusterwettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit dem Technologiecluster it’s OWL.

    Ihr jüngstes Projekt ist die REGIONALE 2022 unter der Überschrift „Wir gestalten das neue Urbanland OstWestfalenLippe“. Was soll denn konkret neu- bzw. umgestaltet werden?

    Herbert Weber: Dahinter steckt die Vision, die Region als attraktive Alternative für Leben und Arbeiten außerhalb der Metropolen zu profilieren. Die Wirtschaft brummt in OWL, Unternehmen freuen sich über gute Umsatzzahlen, die Hochschullandschaft wächst. Allerdings finden wir diese Dynamik nicht überall in der Region gleichermaßen. Darüber hinaus gibt es Bedrohungen wie Fachkräftemangel, Folgen der demografischen Entwicklung und das liebäugeln der jungen Menschen mit Metropolen. UrbanLand OstWestfalenLippe ist das Versprechen von hoher Lebensqualität in den Städten und auf dem Land gleichermaßen, einer neuen Balance von Stadt und Land. Die Menschen sollen überall ihren individuellen Wünschen entsprechend leben und unterschiedliche Lebensentwürfe umsetzen können. D. h., wir reden über Quartiersentwicklungen in den Städten und in den Dörfern über zukunftsorientierten Wohnungsbau beispielsweise in Verbindung mit Gesundheitsversorgung und Kulturangeboten. Wir reden über neue Mobilitätsformen, die dafür sorgen, dass die Menschen in OWL schneller von A nach B kommen und dabei nicht unbedingt auf ein Auto angewiesen sein müssen. Wir reden über mehr interkommunale Zusammenarbeit, um Daseinsvorsorge für die Bürger sicherzustellen und wir reden auch über die Unterstützung von klein- und mittelständischen Unternehmen im ländlichen Raum.

    Können Sie kurz erläutern, was Sie besonders für Gründungswillige bisher erreicht haben, um dieser Zielgruppe die Unternehmensgründung leichter zu machen?

    Herbert Weber: In den vergangenen Jahren hat sich in OWL eine sehr aktive Gründerszene entwickelt: Viele neue Start-ups und Gründerinitiativen sind entstanden und Institutionen wie die Founders Foundation in Bielefeld, die garage33 in Paderborn, das Denkwerk in Herford, die Hochschulen, die Kammern und Wirtschaftsförderungen fördern aktiv innovative Geschäftsmodelle. Die OWL GmbH arbeitet mit diesen zusammen. Mit dem Businessplanwettbewerb „startklar“ bringen wir ein eigenes Projekt ein, und zeichnen innovative Geschäftskonzepte aus. In diesem Jahr haben 41 Teams ihren Businessplan zur Bewerbung eingereicht. Dieses Ergebnis verdeutlicht auch die hohe Gründerdynamik in OstWestfalenLippe.

    Ein Motto der OWL GmbH lautet „Wir wollen Chancen nutzen“. Wo sehen Sie besondere Herausforderungen, denen Sie sich als nächstes für die Region und die hier lebenden Menschen stellen müssen?

    Herbert Weber: OstWestfalenLippe ist eine tolle Region, die den Menschen viele Möglichkeiten bietet: Von sicheren Arbeitsplätzen mit Entfaltungschancen bis hin zu spannenden Möglichkeiten, die Freizeit zu gestalten. Damit hat OWL grundsätzlich gute Chancen im Wettbewerb der Regionen. Zugute kommt uns, dass eher ländlich strukturierte Regionen momentan im Aufwind sind. Die Wachstumsschmerzen von Metropolen wie Verkehrschaos, teures Wohnen und Umweltschutzprobleme sorgen dafür. Und die Digitalisierung tut ein Übriges, die Perspektiven vom Leben im ländlichen Raum zu verbessern. Wir müssen die entsprechenden Rahmenbedingungen weiter befördern und ausbauen und die Region entsprechend im Wettbewerb positionieren, sprich weiter in Image investieren. Mit der REGIONALE haben wir ein Instrument, mit dem wir daran arbeiten. Das UrbanLand „OstWestfalenLippe“ ist eine zielgerichtete Antwort auf Herausforderungen, vor denen wir stehen.

    Kontext

    Die OstWestfalenLippe GmbH wurde vor 25 Jahren gegründet. Aus kleinen Anfängen mit dem Schwerpunkt Regionalmarketing hat sich die OWL GmbH zu einer Regionalgesellschaft entwickelt, die zahlreiche Projekte erfolgreich gestaltet. Aktuelle Themen sind die Digitalisierung, Mobilität, Fachkräftewettbewerb und Entwicklung ländlicher Räume.