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    Was beschäftigt Sie…

    Annette Nothnagel, REGIONALE-Managerin bei der OWL GmbH

    „Das REGIONALE-Fieber hat mich positiv erfasst“

    Annette Nothnagel

    Foto: Credit Malis_BSW_

    Als Kopf eines kleinen Teams sollen Sie die Umsetzung der REGIONALE 2022 in OWL leiten. Sicherlich eine Herkulesaufgabe…? 
    Die Region hat sich viel vorgenommen. Das ist natürlich auch eine Herausforderung für das Steuerungsteam bei der OWL GmbH und für mich persönlich. Ich weiß aber auch aus vorangegangenen Projekten, dass eine REGIONALE sozusagen Flügel verleiht. Alle Akteure in OstwestfalenLippe stehen gemeinsam hinter diesem ambitionierten Programm. Das Land ist durch unser Konzept überzeugt worden und unterstützt uns. Auch der Zeitdruck und das Hinarbeiten auf ein Präsentationsjahr kann – neben allem Stress – dazu beitragen, dass ein sehr lösungsorientiertes Klima entsteht. Wir haben dabei das Glück, in die OWL GmbH eingebettet zu sein, die 25 Jahre Erfahrung mitbringt und schon einmal eine REGIONALE durchgeführt hat. Also macht mir die Herkulesaufgabe keine Angst, im Gegenteil – das REGIONALE-Fieber hat mich schon in den ersten Tagen positiv erfasst.

    Was reizt Sie an Ihrer neuen Tätigkeit? 
    Ich habe schon immer in ähnlichen Strukturprogrammen gearbeitet – am Anfang meiner beruflichen Laufbahn bei der Internationalen Bauausstellung EmscherPark, später im Bergischen Städtedreieck. Es ging mir immer um die Zusammenführung unterschiedlicher Akteure und Perspektiven, die Entwicklung von Projekten über die Grenzen hinweg – fachlich und administrativ. Die Leitung dieser REGIONALE ist für mich sozusagen ein weiterer Schritt auf diesem Weg und die Erfüllung eines beruflichen Traums. Die Arbeit hier gibt mir die Gelegenheit, meine umfangreichen Erfahrungen und Netzwerke einzubringen und gleichzeitig mit einem frischen Blick von außen in die Region zu kommen. Ich freue mich sehr darauf, OWL und die Menschen hier näher kennenzulernen.

    Was sind Ihre ersten Aktivitäten als REGIONALE-Managerin? 
    Ich konnte schon in den letzten Monaten vor meinem Einstieg an wichtigen Weichenstellungen mitwirken und kümmere mich jetzt gemeinsam mit Herbert Weber als Geschäftsführer der OWL GmbH und den Kolleginnen und Kollegen um viele Dinge gleichzeitig. Wir bauen sozusagen das Fundament für den Gesamtprozess, der die REGIONALE-Strategie in Projekte umsetzen und dabei möglichst alle Akteure „mitnehmen“ soll. Da sind zum einen die Arbeits- und Entscheidungsgremien, die gebildet und arbeitsfähig sein müssen. Wir wollen uns außerdem im ersten Halbjahr noch einmal mit der Konkretisierung des Konzeptes, auch im Zusammenhang mit der räumlichen Entwicklung in OWL, beschäftigen. Dazu werden Workshops vorbereitet. Das geht nur mit Unterstützung eines Planungsbüros, das jetzt nach einem vorlaufenden Vergabeverfahren beauftragt wird. Hinter diesen Maßnahmen liegt die Finanzierung der REGIONALE. Allein die Erarbeitung des Förderantrages, die Abwicklung der Finanzierung und die bürokratischen Auflagen, sind ein riesiger Aufwand, der von außen nicht sichtbar ist. Und natürlich sind wir damit beschäftigt, für die Aufnahme von Projekten in die REGIONALE ein transparentes und gerechtes Verfahren zu installieren.  

    Was verbirgt sich hinter dem Motto „Wir gestalten das neue UrbanLand“? 
    Diese Überschrift knüpft gleichzeitig an den Stärken von OWL und den Herausforderungen für die Zukunft an. Es geht unter anderem darum, Antworten auf folgende Fragen zu finden: Wie können wir Lebensqualität in den Städten und auf dem Land sichern und entwickeln? Eröffnen beispielsweise die neuen Entwicklungen der Digitalisierung und der gesellschaftliche Trend zum Landleben Möglichkeiten für neue Modelle von Arbeiten und Leben auf dem Dorf? Welchen Beitrag können solche Modellprojekte dazu leisten, jungen Menschen in der Region eine Perspektive zu geben? Damit verbinden sich insbesondere vier Handlungsfelder: die neue Mobilität – sicher eine große Chance, auch abgelegene Teilregionen stärker anzubinden und gleichzeitig Ballungsräume zu entlasten, der neue Mittelstand – neue Jobs auch für den ländlichen Raum, das neue StadtLand-Quartier – Modelle für ein urbanes Lebensgefühl, die neuen Kommunen ohne Grenzen – mehr Effizienz und Service durch Zusammenarbeit.

    Wie sieht Ihre weitere Planung aus?
    Wir werden wegen der knappen Zeit vieles parallel machen müssen. Ende 2018 wollen wir ein gemeinsames Bild von der Region und auch schon erste Projekte definiert haben, die bis 2022 umgesetzt werden sollen. Dabei geht es um Vorhaben, die auf die gemeinsame Strategie des neuen UrbanLandes einzahlen. Und diese Projekte sollen deutlich über das Alltägliche hinausgehen: indem sie kommunale Grenzen überschreiten und regional bedeutsam sind, mehrere Akteure in neuen Kooperationsformen zusammenbringen, modellhaft auch für andere sind und alle Voraussetzungen für die Realisierung erfüllen. Wir haben dann sozusagen ein Navigationssystem für den weiteren Prozess. Auf dieser Basis können in den Folgejahren weitere Projekte qualifiziert und aufgenommen werden.

    KONTEXT
    Annette Nothnagel ist seit Anfang 2018 REGIONALE-Managerin bei der OWL GmbH und leitet die Umsetzung der REGIONALE 2022 in OWL. In den nächsten Jahren soll ein komplexes Infrastrukturprogramm für OWL umgesetzt werden, um bis 2022 herausragende Projekte zu präsentieren, die für die Zukunft der Region wichtig sind und den Menschen gute Bedingungen zum Leben und Arbeiten garantieren.

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