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Stadtwerke Detmold mit Label „KlimaStadtWerk“ ausgezeichnet

Klimaschutz fester Bestandteilt der Unternehmensstrategie

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat den Stadtwerken Detmold das Label „KlimaStadtWerk“ für den Zeitraum 2018 – 2020 überreicht. Mit der Auszeichnung möchte die DUH Bestrebungen kommunaler Energieversorger im Bereich Klimaschutz würdigen und aufzeigen, wie klimarelevante CO2-Einsparungen in der Praxis umgesetzt werden können. 

Stadtwerke Detmold mit Label „KlimaStadtWerk“ ausgezeichnet

Ausgezeichnet: Jörg Karlikowsk, Geschäfts-führer Stadtwerke Detmold, Harald Matz, Rainer Heller (1. Reihe von links) sowie Marc Fasse, Michael Brieden-Segler, Christ-Dore Richter und Dr. Andreas Fey (2. Reihe von links). Foto: Stadtwerke Detmold

Die Stadtwerke Detmold versorgen in ihrem Gebiet 78.000 Einwohner. Der Energieversorger, punktet vor allem in den Geschäftsfeldern Strom und Wärme, aber auch im Bereich Energieeffizienz sowie der Trinkwasserversorgung und der Mobilität finden sich gute Ansätze. „Mit der strategischen Herangehensweise, den Klimaschutz in allen relevanten Geschäftsbereichen seit vielen Jahren zu integrieren, beweisen die Stadtwerke eindrucksvoll ihre Vorreiterrolle. Die damit verbundene hohe Priorität des Klimaschutzes innerhalb des Unternehmens hat nach unserer Ansicht Vorbildcharakter. Die Auszeichnung ist mehr als verdient“, lobt der DUH-Geschäftsführer Sascha Müller-Kraenner das Engagement der Detmolder.
Jörg Karlikowski, Geschäftsführer der Stadtwerke Detmold sagt: „Wir haben als Stadtwerke bereits im Jahr 2008 eine eigenständige Klimaschutzstrategie erarbeitet und damit frühzeitig ein klares Bekenntnis zum Klimaschutz und zur Energiewende abgegeben. Die Auszeichnung mit dem Label „KlimaStadtWerk“ freut uns sehr und zeigt uns, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind.“
Der Energieversorger hat auf dem Stadtgebiet den Ausbau der Photovoltaik nicht nur mit eigenen Anlagen, sondern auch durch finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger und über ein Pachtmodell vorangebracht. Darüber hinaus haben die Stadtwerke anteilig in die großflächige Stromproduktion aus Photovoltaik auf Deponiestandorten investiert. Zum Anteil von über 92 Prozent erneuerbare Energien in eigenen Stromerzeugungsanlagen tragen des Weiteren eine eigene Windkraftanlage und Biomasse, vor allem Industrie- und Altholz, sowie in eigenen Anlagen aufbereitetes und ins Erdgasnetz eingespeistes Biomethan bei. Die zu einem kleinen Anteil vorhandene fossile Stromerzeugung findet bei den Stadtwerken Detmold vollständig erdgasbasiert und sehr effizient in gekoppelter Erzeugung von Strom und Wärme statt. Im Strombereich realisieren die Stadtwerke allein damit im Jahr 2016 eine Treibhausgasminderung von rund 20.000 Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr bezogen auf den deutschen Strommix.

Im Wärmebereich verfolgen die Stadtwerke eine klar festgelegte Fernwärmestrategie auf Basis von Biomethan, fester Biomasse sowie Erdgas und erreichen einen Anteil über 75 Prozent erneuerbare Energien an der eigenen Bruttowärmeerzeugung. Bezogen auf die gesamte Stadt liegen die Stadtwerke bereits bei 19 Prozent erneuerbare Wärme. Damit haben die Detmolder die Meseberger Beschlüsse der Bundesregierung mit der Zielsetzung bis zum Jahr 2020 14 Prozent erneuerbare Wärme zu erreichen, bereits heute schon übererfüllt.
Die klare Priorität der Fernwärme gegenüber dem Ausbau und Neuanschlüssen an das Gasnetz ist unter Klimaschutzaspekten positiv zu bewerten. Bemerkenswert ist dies auch deshalb, da der Gasabsatz zum eigentlichen Kerngeschäft der Stadtwerke gehört.
Besonders positiv im Bereich Energieeffizienz ist die energetische Sanierung der Versorgungs- und Entsorgungsinfrastruktur im örtlichen Freizeitbad. Die erzielten Einspareffekte werden im Rahmen des Energiemanagements systematisch dokumentiert. Auch im eigenen (Heiz‑)kraftwerkspark sind seitens der Stadtwerke Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz umgesetzt worden. Dazu gehören beispielsweise der Austausch von Transport- und Umwälzpumpen gegen effizientere Modelle. Aktuell eingeführt wurde ein neues Messkonzept mit Rücklauf-Temperaturfühlern in verschiedenen Netzabschnitten des Fernwärmenetzes, welches die Grundlage für dessen ständige Optimierung beispielsweise durch mögliche Absenkungen der Systemtemperaturen und Heizwasservolumenströme bildet.
Bei der Trinkwasserversorgung liegt das Hauptaugenmerk vor allem auf der Verringerung der Wasserverluste, wodurch letztendlich Strom gespart wird. Neben unternehmenseigenen Effizienzmaßnahmen bieten die Stadtwerke Detmold für ihre Kunden ein Effizienzförderprogramm an, welches einen breiten Maßnahmenkatalog umfasst und finanziell gut ausgestattet ist. Neben dem wichtigen Aspekt der Kundenbindung erwarten die Stadtwerke hier vor allem kundenseitige Effizienzgewinne.
Der Labelvergabe liegt eine ausführliche Bestandsanalyse der bisherigen Leistungen und Zielsetzungen in allen relevanten Geschäftsbereichen zu Grunde, welche im Rahmen von drei gemeinsamen Workshops erarbeitet und diskutiert werden. Mittels eines Erfassungstools wird der Status Quo des Unternehmens im Klimaschutz ermittelt und die Beiträge der Klimaschutzmaßnahmen zur Treibhausgasminderung berechnet. Die Stadtwerke erhalten abschließend einen ausführlichen Bericht, in dem die Klimaschutzleistungen des Stadtwerks zusammengefasst und anhand eines Rasters bewertet wurden.

Entwickelt wurde die Idee zum Klimaschutzlabel für Stadtwerke im Rahmen des Projektes „KlimaStadtWerk“, welches vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit mit Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert wurde.

Weitere Informationen: www.klima-stadtwerk.de