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    Kompetenzentwicklung

    BU: Welche Mitarbeiter und welche Kompetenzen sind heute gefragt? Angesichts des Fachkräftemangels gewinnt die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter einen wichtigen Stellenwert.
    (Foto: Pixabay)

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    In Zeiten der Digitalisierung nehmen die Anforderungen an die Fähigkeiten, Fertigkeiten und das Wissen der Beschäftigten zu. Wie Mitarbeiter für die neuen Herausforderungen fit gemacht werden, zeigt das IT-Systemhaus COBUS ConCept.

    Die Digitalisierung krempelt die Wirtschaft um. Moderne Technik spart Zeit und Geld und Papier, macht weniger Fehler und beschleunigt die Kommunikation. Demgegenüber steht jedoch der analoge Mensch, dessen einmal erworbene Kompetenzen und Fähigkeiten für die Anforderungen der digitalen Arbeitswelt nicht mehr ausreichen. Der vielerorts zu beobachtende Fachkräftemangel verschärft die Situation nochmals. Auf diese Entwicklung, die längst den Alltag vieler Unternehmen bestimmt, gibt es mittelfristig nur eine konsequente Reaktion: die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter. Doch wie bekommt man den perfekten „Mitarbeiter 4.0“?
    Basiskompetenzen und Motivation einmal vorausgesetzt, ist zunächst die Feststellung des jeweiligen individuellen Bildungsbedarfs notwendig, um die konkreten Lerninhalte sowie Methoden und Medien zu deren Vermittlung festzustellen. Und dann beginnt er, der lebenslange Lernprozess.

    Ein Unternehmen, das sich dieser besonderen Herausforderung stellt, ist das IT-Systemhaus COBUS ConCept aus Rheda-Wiedenbrück. Der Fachkräftemangel trifft den IT-Spezialisten hart. Umso wichtiger ist es, einen anderen Weg zu gehen und auf Weiterbildung und Qualifizierung zu setzen.

    „Was neben technischem Wissen fehlt, insbesondere bei der jüngeren Generation, sind Soft Skills wie Selbstorganisation und Zeitmanagement, die selbständiges und effizientes Arbeiten ermöglichen“, sagt Stephanie Claes, Leiterin Personal & Organisation bei COBUS ConCept. „Außerdem ist eine hohe Lernbereitschaft und -fähigkeit enorm wichtig. Denn es ist ja nicht damit getan, einmal eine Kompetenz aufzubauen und damit ist das Thema abgeschlossen.“

    Von zentraler Bedeutung seien außerdem soziale und emotionale Fähigkeiten, die kein technisches System der Welt ersetzen kann, zum Beispiel Führungskompetenzen, Kommunikationsgeschick, Empathie. Zur Feststellung von Entwicklungsbedarfen setzt Stephanie Claes auf individuelle Kompetenzmodelle. Für jede Funktion im Unternehmen wird ein Profil erstellt, das festlegt, welche Kompetenzen in welcher Qualität notwendig sind. Nach einer Selbsteinschätzung durch den Mitarbeiter und einer Fremdeinschätzung durch die Führungskraft wird gemeinsam festgestellt, wo Abweichungen sind, und es werden Maßnahmen abgeleitet, um den Mitarbeiter möglichst erfolgreich von Ist auf Soll zu entwickeln.

    Und nun kommen wir wieder zum Thema Digitalisierung. Denn diese ist nicht nur „Fachkräftefresser“, sondern bietet gleichzeitig Chancen, dieses Problem aufzufangen. Sie bietet eine Fülle an Medien und Methoden zum Lernen. Bei COBUS ConCept haben in den letzten Jahren die ersten digitalen Lehrer Einzug gehalten: Dreh- und Angelpunkt ist das interne Wiki als Lernplattform. Hier findet sich das gesammelte Know-how der Geschäftsbereiche in Form von Hintergrundinformationen, Leitfäden, selbst erstellten Video-Tutorials und Verweisen auf externe Angebote, die das Unternehmen kostenfrei zur Verfügung stellt. Leitfäden zu verschiedensten Prozessen werden in Schriftform oder als Video im Wiki dargestellt. Kleine selbstgedrehte Video-Tutorials erklären beispielsweise, wie Urlaubsanträge und Reisekostenerstattungen in das entsprechende Programm eingepflegt werden. Außerdem wird über das Wiki das interne Weiterbildungsforum organisiert. Dieses bietet kleine und große Schulungen aller Art, hauptsächlich durchgeführt von Mitarbeitern für Mitarbeiter, zum Beispiel Softwareschulungen, Präsentationstrainings oder betriebswirtschaftliche Themen. Die Weiterbildung wird durch all diese Medien zu einem großen Teil in die eigene Verantwortung des Mitarbeiters gelegt. Der große Vorteil im Vergleich zu klassischen Präsenzschulungen: Sie ist zeit- und ortsunabhängig, in hohem Maße individuell und erhöht die Akzeptanz und Motivation beim Lernenden.

    Wissensmanagement beinhaltet aber nicht nur, Wissen in die Köpfe der Mitarbeiter zu transportieren, sondern auch Wissen zur Verfügung zu stellen – für alles, was der Einzelne nicht lernen kann, soll oder will. Denn nicht jeder muss die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau sein. Um einen solchen Wissenstransfer innerhalb des Unternehmens auszugestalten, hat COBUS ConCept das Prinzip der Patenschaften ins Leben gerufen. Auf freiwilliger Basis stellen sich die Mitarbeiter mit ihren Expertenkenntnissen den Kollegen zur Verfügung. So steht im Wiki aufgelistet, wer bei welchen Themen angefragt werden kann – zum Beispiel als Korrekturleser, Englischprofi, Webpate oder Brandschutzexperte. So ergibt sich ein bunter Kompetenzpool, in dem jeder seine Stärken nutzen kann – Teamwork, wie es im Buche steht.

    Die Weichen für die Entwicklung des Mitarbeiters 4.0 sind beim IT-Spezialisten gestellt. Den Zustand „fertig“ wird es allerdings niemals geben. „Man kann immer wieder irgendwo nachbessern: Das ist wie beim Backen, ein bisschen nachsalzen, ein paar Streusel obendrauf, oder zum Auffrischen auch mal neu aufbacken. Ob es nachher allen schmeckt, wird sich herausstellen,“ so Personalleiterin Stephanie Claes.