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    Kolumne: Sologründung versus Teamgründung

    Wer sind wir und wenn ja, wie viele?

     „Die Beziehung mit dem Mitgründer ist wie eine Ehe“, lautete ein Artikel, den ich vor kurzem las. So lustig er sich anhört, so viel Wahrheit steckt in diesem Satz, denn mit seinen Mitgründern wird man im Idealfall sehr viel Zeit verbringen. Es sollte also wohl überlegt sein, ob man die Ehe eingehen oder doch alleine gründen möchte.

    Der Autor der Kolumne Jan Philipp Platenius, ist Geschäftsführer von Talents' Friends und gibt das Facebook-Magazin „Unternehmerische Zeiten" heraus.

    Der Autor der Kolumne Jan Philipp Platenius, ist Geschäftsführer von Talents‘ Friends und gibt das Facebook-Magazin „Unternehmerische Zeiten“ heraus.

    Für beides gibt es gute Argumente und im Endeffekt kommt es auf die jeweilige Situation an. Während Sologründer häufig schneller entscheiden und sich nicht zerstreiten können, werden sie vielleicht eher betriebsblind oder überheblich. Oder verzweifelt, wenn gerade mal wieder alles schiefgeht und man das Leid nicht teilen kann, oder man nachts um drei alleine an den Dokumenten sitzt, die bis zum nächsten Morgen fertig sein müssen. Gründerteams haben zudem den Vorteil, dass sie mehr unterschiedliche Fähigkeiten kombinieren. Last but not least ist es für potenzielle Geldgeber natürlich weniger riskant, in mehrere Personen zu investieren als in eine. Doch wie stellt man ein gutes Gründerteam zusammen? Peter Thiel schreibt in Zero to one, dass Gründer eine gemeinsame Geschichte haben sollten und es gibt viele erfolgreiche Beispiele, bei denen das Team bereits vor der Gründung den „proof of team“ erbracht hat. Unerlässlich ist, dass man über eine Vielzahl gleicher Ansichten oder Eigenschaften verfügt, beispielsweise in Bezug auf Einsatzbereitschaft oder Leidensfähigkeit, denn sonst wird sich das Team eher früher als später wieder trennen. Aus diesem Grund ist auch eine Zahl von mehr als drei Gründern eher schwierig.
    Gleichzeitig ist es von Vorteil, wenn sich die Mitglieder des Teams nicht zu sehr ähneln, vor allem unterschiedliche Fähigkeiten mitbringen. Bei uns war es beispielsweise so, dass ich als Kreativer zunächst alleine gegründet habe und später dann zwei Kollegen aus meiner Zeit bei der Studentischen Unternehmensberatung STUNT e.V. gewinnen konnte, deren Talente mehr im kaufmännischen und vertrieblichen Bereich liegen.
    Wie immer bei Startups gibt es kein Patentrezept. Aber wenn man das Motto „Gleiche Werte, unterschiedliche Fähigkeiten“ berücksichtigt – und einen guten Gesellschaftsvertrag aushandelt –, kann die glückliche Gründerehe funktionieren.

    Der Autor der Kolumne Jan Philipp Platenius, ist Geschäftsführer von Talents‘ Friends und gibt das Facebook-Magazin „Unternehmerische Zeiten“ heraus. Weitere Informationen: https://www.facebook.com/unternehmerische.zeiten

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