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    Kolumne: Gut zu wissen – Das Lean-Startup-Konzept

    Das agile Vorgehen als gute Ergänzung zum Businessplan

    BZ: Jan Philipp Platenius plädiert für die Durchführung von Experimenten und schrittweise Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells.

    Jan Philipp Platenius plädiert für die Durchführung von Experimenten und schrittweise Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells.

    Eine Unternehmensgründung ist immer mit Risiko verbunden. Als gut vorbereitet gilt, wer einen auf mehrere Jahre ausgelegten Businessplan schreibt. Wer noch geschickter vorgehen möchte, sollte sich schon in den Anfangstagen der Gründung zusätzlich mit dem Lean-Startup-Konzept beschäftigen, das Eric Ries vor einigen Jahren entwickelt hat.
    Seines Erachtens ist jede Gründungsidee eine unbewiesene Hypothese, die systematisch überprüft werden sollte, bevor man viel Zeit und Geld in die unbewiesenen Annahmen investiert. Gründer können beispielsweise mit einer einfachen Landingpage als „Minimum Viable Product“ Experimente durchführen und durch Interaktion mit dem Kunden entlang des Kreislaufes „Bauen-Messen-Lernen“ ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln. Erst wenn dies geschehen ist, wird verstärkt investiert und skaliert.
    Ein bekanntes Beispiel für dieses Vorgehen ist das amerikanische Zalando-Vorbild Zappos, das 2009 für 1,2 Milliarden Euro von Amazon gekauft wurde. Im Gegensatz zu den meisten älteren E-Commerce-Unternehmen beschäftigten sich die Gründer von Zappos nicht anfangs mit Warenlagern oder Distributionsplänen, sondern führten ein Experiment durch, indem sie Schuhe in Geschäften fotografierten, die Bilder online stellten und erst bei Eingang einer Bestellung die Schuhe in dem Geschäft kauften. Auf diese Weise war es für sie leichter, das Geschäftsmodell weiterzuentwickeln als bei vollem Betrieb mit Personal, Lager und ähnlichem. Auch Dropbox begann zunächst mit einem Produktvideo – und setzte das Produkt erst um, als sich zeigte, dass sich zahlreiche User für das Produkt interessierten.
    Heute ist diese Vorgehensweise im Silicon Valley an der Tagesordnung. In Deutschland gehen mittlerweile auch immer mehr Startups nach dem Lean-Startup-Gedanken vor, meistens in Ergänzung zu dem guten alten, aber relativ starren Business-Plan. Für Gründer in spe wäre es wünschenswert, wenn nach und nach Gründungsberater, Banken und andere in Unternehmensgründungen involvierte Gruppen sich mit dem Konzept ebenfalls verstärkt auseinandersetzten – und auch auf diese Weise zur erfolgreichen Gründung beitrügen.

    Der Autor der Kolumne Jan Philipp Platenius ist Geschäftsführer von Talents‘ Friends und gibt das Facebook-Magazin „Unternehmerische Zeiten“ heraus. Weitere Informationen: https://www.facebook.com/unternehmerische.zeiten

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