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    Kolumne: Die Gründerpersönlichkeit

    Wer ist der typische Gründer?

    Wenn wir unseren Fokus auf Start-ups lenken, dann sehen wir oft die Innovationen und die modernen Technologien, die von ihnen entwickelt und vorangetrieben werden. Mindestens ebenso interessant ist es, einen Blick auf die Gründerpersönlichkeiten zu richten, die hinter diesen Start-ups stehen.

     

    Tristan Niewöhner

    Tristan Niewöhner ist Gründer und Geschäftsführer der persomatch GmbH

    Sind Gründer alle ähnlich? Teilen sie eventuell bestimmte Eigenschaften und Charakterzüge? Gibt es klassische „Gründertypen“? Diese Fragen haben mich auch schon bei meiner Tätigkeit als Gründercoach beschäftigt, als ich sehr viele Gründungsinteressierte in ihrem Vorhaben begleitet und unterstützt habe. Schon damals ist mir aufgefallen, wie unterschiedlich die Gründer sind und von welchen unterschiedlichen Hintergründen sie kommen.
    Ein Unternehmen zu gründen ist eine sehr vielschichtige Herausforderung. Zunächst muss man ein Produkt oder einen Service entwickeln, wofür man – oft auch technisches – Fachwissen benötigt. Dann muss das Produkt vermarktet werden, man muss also ein guter Verkäufer sein. Wenn dann das Unternehmen im Idealfall wächst, muss man die größer werdende Organisation verwalten und managen. Gründer sollten also eigentlich all diese Fähigkeiten haben. Sie müssten gleichzeitig kreativ, kommunikativ, extrovertiert, organisiert, usw. sein.
    De facto ist das aber nicht der Fall. Auch die sehr erfolgreichen Gründer sind normale Menschen mit Stärken und Schwächen, die auch komplett unterschiedlich sind. Steve Jobs war zum Beispiel ein Marketing-Genie, aber kein Technik-Freak und Bill Gates ist eher der IT-Tüftler, sehr unterschiedliche Charaktere und beide extrem erfolgreich.

    Um ein erfolgreicher Gründer zu sein, muss man nicht zwingend bestimmte Charaktereigenschaften besitzen.
    Vielmehr kommt es darauf an, seine eigenen Stärken und Schwächen zu kennen und sich möglichst auf seine eigenen Stärken zu konzentrieren. In den Bereichen, in denen man Schwächen hat, muss man in der Lage sein, sich die richtige Unterstützung zu holen. Das Allerwichtigste ist, sich nicht entmutigen zu lassen, Rückschläge verkraften zu können, wieder aufzustehen und weiterzumachen. Die erfolgreichsten Gründer sind diejenigen, die für ihre Idee brennen und ihr Ziel mit größter Begeisterung und Beharrlichkeit verfolgen.
    Jeder hat potentiell das Zeug dazu, ein Unternehmen zu gründen, es gibt nicht den typischen Gründer. Wichtig ist, sich auf seine eigenen Stärken zu konzentrieren.
    Machen Sie das Beste aus Ihren Talenten! – Start-up now! Bis zum nächsten Mal.

    Kontext

    Tristan Niewöhner ist Gründer und Geschäftsführer der persomatch GmbH und schon länger in der Start-up-Szene aktiv. Sein BWL-Studium absolvierte er in Paderborn, das zwei Auslandssemester in Peking und in Normal, Illinois, südlich von Chicago, umfasste. Nach einem Trainee-Programm in einem bekannten Unternehmen in der Region mit weiteren Auslandsstationen entschied er sich, sein erstes Start-up zu gründen. Niewöhner engagierte sich als Gründercoach für TecUP an der Universität Paderborn und als Entrepreneur in Residence für die Founders Foundation (Bertelsmann Stiftung).