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    Kolumne – Der Start-up Hype – Was ist dran?

    Bu: Tristan Niewöhner, Gründer und Geschäftsführer der persomatch GmbH

    Start-ups sind seit einiger Zeit en vouge. Die Medien berichten verstärkt über sie, etablierte Unternehmen gründen Start-up-Einheiten und sogar im Fernsehen begeben sich Start-ups zur besten Sendezeit in die „Höhle der Löwen“. Man kann schnell den Eindruck bekommen, dass ein regelrechter Hype um Start-ups entstanden ist.
    Dies schlägt sich auch in den vielen Initiativen nieder, die überall – auch in unserer Region – Start-up-Gründungen fördern möchten. Im Zuge der Digitalisierung betonen auch Politiker die Wichtigkeit von Start-ups zunehmend und versuchen diese zu unterstützen. Junge Menschen werden verstärkt auf diesen möglichen Karriereweg aufmerksam gemacht.
    Die Bewertung und das Investitionsvolumen von Start-up-Unternehmen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen und große Konzerne kaufen sich für hohe Summen bei Start-ups ein, um ihre Innovationskraft zu sichern. Selbst der aktuelle Stil in der Büroeinrichtung orientiert sich an Start-up-Unternehmen.
    Wenn ein Thema einen solchen Hype erlebt, ist es sehr wichtig, einen kühlen Kopf für eine sachliche und nüchterne Beurteilung zu bewahren. Einige werden sich noch schmerzlich an das Platzen der sog. Dotcom-Blase im Jahr 2000 erinnern, bei dem gehypte Internet-Unternehmen rapide an Wert verloren haben und reihenweise insolvent wurden.

    Ist die Situation vergleichbar? Muss man bei dem jetzigen Hype vorsichtig sein?

    Grundsätzlich sollte man immer vorsichtig, aber auch gleichzeitig in einem vernünftigen Maße risikobereit sein. Vielleicht hilft es, das Ganze in einem historischen Kontext zu sehen. Unternehmensgründungen hat es auch schon vor 100 Jahren gegeben, gerade in unserer Region wurden schon damals die Grundsteine bedeutender Weltkonzerne gelegt.
    Auch wenn der Begriff „Start-up“ vielleicht neu sein mag, die Idee dahinter ist es mitnichten. Es gab immer schon Gründer, die ein großes Problem erkennen und auf eine intelligente und neuartige Art und Weise lösen wollten, um daraus etwas Großes zu schaffen. Man kann den aktuellen Hype, wie jeden Hype, durchaus kritisch betrachten. Insgesamt ist es aber wichtig und gut, dass die Öffentlichkeit auf dieses Thema aufmerksam wird, da wir in diesem Bereich, auch im Vergleich zu anderen Ländern, Nachholbedarf haben. Es macht Sinn, an den Gründergeist der Vergangenheit anzuknüpfen, um in eine erfolgreiche Zukunft zu starten.

    Unternehmergeist hat sowohl große Tradition als auch große Zukunft – Start up now! Bis zum nächsten Mal.