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Kolumne

Schwierig und wichtig: Nein-Sagen 

Jan Philipp Platenius

Nein gesagt und trotzdem viel gelernt: Start-up-Gründer Jan Philipp Platenius. Foto: Platenius

Als Gründer ist das, was man nicht macht, häufig genauso wichtig wie das, was man macht. So zählt Nein-Sagen und sich gegen etwas entscheiden zu können, wohl zu den eher unterschätzten Fähigkeiten eines Gründers. Denn es fällt insbesondere Gründern, die eher vom Herz als von der Opportunität getrieben sind, häufig sehr schwer, Möglichkeiten nicht zu verfolgen und Ideen nicht umzusetzen.

So ging es mir nun auch bei der in den letzten Ausgaben geschilderten angedachten Start-up-Gründung. Denn zwischenzeitlich habe ich mich entschlossen, das Thema nicht weiter zu verfolgen. Aus mehreren Gründen, aber vor allem, weil es bei aller Begeisterung in der gewählten Variante nicht schnell genug zu einer ausfüllenden Vollzeit-Tätigkeit geworden wäre. Glücklicherweise passt die Neben-Gründung bei den anderen beiden besser in die Lebenssituation, sodass es weiter die gut angenommenen Loving-HR-Podcasts geben wird.

Erstaunlich, was man auch aus einem nicht gegründeten Unternehmen lernen kann. So habe ich beispielsweise festgestellt, dass regelmäßiges Arbeiten im Home Office ohne feste Anlaufstelle nichts für mich ist. Auch wenn ich gerne mal in Ruhe arbeite, brauche ich doch etwas Trubel und Stress um mich herum, die zudem für das Teambuilding förderlich sein können. Ebenso sind Nicht-Full-Time-Gründungen nichts für mich. Es sei denn, sie sind von Beginn an eher als Projekt oder „passives Einkommen“ und nicht als Start-up angelegt.

Nicht zu unterschätzen ist, dass es selbst bei einem menschlich und fachlich harmonierenden Team kompliziert werden kann, wenn die Gründer in unterschiedlichen Lebenssituationen sind. Last but not least: Als einigermaßen erfahrener Gründer ist es sehr schwierig, sich die Leichtigkeit zu behalten, man ist sehr viel kritischer als am Anfang der Gründerkarriere. Immerhin: Schön, dass man auch etwas gelernt hat, als man noch nicht so viel nein gesagt hat.

In den letzten Ausgaben hat Jan Philipp Platenius über sein Vorhaben, ein Unternehmen zu gründen, berichtet. Da er das Thema nun nicht weiter verfolgt, endet nun auch seine regelmäßige Kolumne.

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