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    Kolumne

    Start-ups sollten lernen, aber gut mit ihrer Zeit umgehen

    Jan Philipp Platenius

    Gründer und Mitarbeiter in Start-ups sind häufig noch sehr jung. Viel Potenzial also, um zu lernen – und das ist in der Regel auch notwendig, wenn man nur für kurze Zeit finanziert ist und schnell besser werden muss, um zu überleben.
    Die Frage ist allerdings, wie und was man unter Zeitknappheit am besten lernt. Klassische Weiterbildungsangebote, Lektüre und Ratgeber sind häufig auf bestehende Organisation ausgerichtet. Es ist aber etwas ganz anderes, ein Unternehmen aufzubauen, als ein bestehendes zu managen.
    Dementsprechend ist es insbesondere in der Anfangsphase sinnvoll, sich gezielt mit Personen zu unterhalten, die sich bereits mit dem Aufbau von Firmen beschäftigt haben. Wir hatten das Glück, von unseren Business Angels sehr viel lernen zu können, aber in der Regel sind auch die meisten erfolgreichen Gründer sehr hilfsbereit.
    Auch ist es wichtig, bei den erfolgskritischen Fähigkeiten sehr schnell sehr gut zu werden. Die Unterstützung eines Vertriebstrainers beispielsweise ist für ein um das Überleben kämpfendes Start-up zwar eine große Investition, kann aber der Grund sein, warum es überlebt.
    Allgemein sind es in der Anfangsphase häufig Einzelpersonen, von denen Gründer und Start-ups schnell viel lernen können – und vor allem der Markt. Natürlich ist es schön, sich mit Gott und der Welt auszutauschen – und mittlerweile gibt es dafür ja eine ganze Industrie rund um Start-ups –, aber erfolgsversprechender ist es vielleicht, wenn man genügend Zeit für seinen Markt hat und hier schnell lernt. Man neigt als kreativer Gründer doch schnell dazu, zu vergessen, dass man nicht in der „Start-up-Branche“ agiert, sondern beispielsweise in der Dental-Branche.
    Mit zunehmender Größe des Unternehmens ändern sich vermutlich teilweise auch die Ratgeber und man braucht eher den Ratschlag von Personen, die kleine mittelständische Unternehmen führen oder in ihnen arbeiten.
    Am wichtigsten ist es wohl, als Gründer schnell zu lernen, dass man sich trotz seiner 100 Ideen auf sein Thema fokussieren sollte. Ein Aspekt, den Startups sicher auch von einigen KMU gut lernen könnten – oder einige KMU von einigen Start-ups.

    Der Autor der Kolumne Jan Philipp Platenius ist Geschäftsführer von Talents´ Friends.