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Koch International

Mit der Alarmplane Diebstahl verhindern 

Diebstähle durch aufgeschnittene Lastwagenplanen sind heute trauriger Alltag. Der Logistiker Koch International geht dagegen vor und schützt sich vor Planenschlitzern. 

Mit der Alarmplane Diebstahl verhindern

Schutz vor Planenschlitzern: Der Logistiker Koch International testet die Alarmplane. Foto: Koch International

Meist schlagen die Banden zu, während der Fahrer in seiner Kabine schläft. Sie schneiden die Plane einige Zentimeter auf und halten nach lohnender Beute Ausschau. Der Schaden, der entsteht, ist hoch – auch wenn die Ladung nicht gestohlen wird, fallen durch Werkstattarbeiten oder Standzeit des LKW Kosten an.
Koch International geht seit Juli letzten Jahres mit einer präventiven Maßnahme gegen Übergriffe vor. Der Osnabrücker Logistiker stattete ein Fahrzeug mit der Alarmplane aus. Seit Ende letzten Jahres ist zudem in einem zweiten LKW eine durch den Hersteller Andreas Gießler weiterentwickelte Plane im Einsatz. „Wir testen die Planen im Tagesgeschäft und haben bisher positive Erfahrungen gemacht“, so Frank Vinke, Leiter Nationale Verkehre bei Koch International.
Die Alarmplane ist an den Längsseiten des LKW verklebt und von außen nicht sichtbar. Sie ist mit dünnen Kabeln versehen, die einen Stromkreis bilden. Beim Durchtrennen der Leitung löst die verbaute Steuerbox ein lautes Signal aus. Der Alarm soll nicht nur die Diebe in die Flucht schlagen und den Raub verhindern, sondern auch den eigenen sowie umstehende LKW-Fahrer warnen. „Wir weisen unsere Mitarbeiter bei einem Raubversuch an, sicher im Fahrerhaus zu bleiben und die Polizei zu rufen“, erklärt Frank Vinke. Das Verhalten in solchen Notsituationen vermittelt Koch International zudem in regelmäßigen Schulungen.

Weitere Informationen:
www.koch-international.de
www.safe-spediteure.de und
www.DSLV.org

KONTEXT
Nach Angaben der Transported Asset Protection Association (Tapa), eine Vereinigung für internationale Transportsicherheit, sind Frachtdiebstähle in den vergangenen Jahren um ca. 70 Prozent gestiegen. Für 2016 dokumentierte TAPA 2.611 Diebstähle von transportierten Gütern. Das sind 72,3 Prozent mehr als im Jahr 2015. Die durchschnittliche Schadenhöhe beträgt ca. 68.359 Euro. In 133 Fällen betrug der Schaden mehr als 100.000 Euro. Die finanziellen Folgen lassen sich allein in Deutschland auf mehrere hundert Millionen Euro pro Jahr beziffern. Besonders gefährdet scheinen geparkte Lkw (Planenschlitzer) zu sein. In 40,7 Prozent der Fälle stahlen die Täter die Ware aus Lkw auf unbewachten Parkplätzen. Die Diebe bevorzugten 2016 u.a. Nahrungsmittel und Getränke als Beute. Christoph Zurheide, vom Deutschen Speditions- und Logistikverband (DSLV): „Absolute Sicherheit lässt sich nicht herstellen. Entscheidend für eine wirkungsvolle Sicherheitsarchitektur in der Logistik ist die Balance zwischen einem angemessen hohen Sicherheitsniveau und unternehmerischer Freiheit. Hiervon muss sich die Politik vor allem beim Erlass neuer Gesetze leiten lassen.“

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