title=

    Keine Übergangslösungen – Gut Bauen mit Systemmodulen

    In Deutschland floriert seit Jahren die Wirtschaft und mit ihr der Bausektor. Von dieser positiven Entwicklung profitiert der Immobilienmarkt, sieht sich aber gleichzeitig vor deutlich veränderten Rahmenbedingungen: Die Zunahme der Bevölkerung in Großstädten und Ballungsgebieten führt zu höherem Bedarf an Wohn- und Arbeitsraum und die Flexibilisierung von Kapazitäten in Unternehmen lässt die Nachfrage nach schnell veränderbaren Raumangeboten steigen.

    Ein hoher Anteil der Bauvorhaben sieht sich aufgrund der starken Auslastungen konventioneller Baufirmen mit erheblichen Bauzeitverzögerungen konfrontiert. Dies betrifft vor allem zeitkritische Vorhaben im Bildungsbau als auch gewerbliche Immobilien. Im klassischen Bau „Stein auf Stein“ fehlen qualitativ hochwertige und gleichzeitig schnelle Lösungen – große personelle Engpässe gepaart mit unkalkulierbaren Verzögerungen verursachen unsichere Planungsperspektiven und ebensolche Baukosten.
    Hier bietet der modulare Bau sinnvolle Lösungen. Von einer modularen Bauweise ist die Rede, wenn sowohl ein hoher Vorfertigungsgrad als auch ein sehr flexibles Gebäudekonzept vorliegen. Es werden nicht nur einzelne Elemente, sondern ganze Raummodule vorgefertigt. Flexibilität bedeutet hier, dass das Gebäude einerseits leicht erweiterbar, aber auch ab- und an anderem Standort wieder aufbaubar ist.
    Bürobauten, Schulen, KiTas, Seniorenanlagen, Hotels – zahlreiche Gebäude werden in Systemmodul-Bauweise errichtet. Über 90 Prozent der Bauleistung erfolgt in den Produktionshallen der Baufirma. Dies sorgt für kontrollierte Qualität, kurze Bauzeiten und das Umfeld schonende Kurzzeit-Baustellen. Schall-, Wärme- und Brandschutz entsprechen dabei mindestens den geltenden Bauvorschriften.
    Bei großen, vielgeschossigen Bauvorhaben kommen hauptsächlich Stahl-Tragstrukturen zum Einsatz. Eine echte Alternative bei geringerem Raumbedarf oder bei Gebäudeaufstockungen bildet der modulare Holzrahmenbau mit Böden, Decken und Wänden als Raumbildner. Dies ist besonders interessant für Projektplaner oder Bauherren, die auf hochwertiges Raumklima und eine gleichmäßige Wärmeverteilung Wert legen.

    Beim modularen Bauen werden nicht nur einzelne
    Elemente, sondern ganze Raummodule vorgefertigt.
    Flexibilität bedeutet hier, dass das Gebäude einerseits
    leicht erweiterbar, aber auch ab- und an anderem
    Standort wieder aufbaubar ist. Fotos: Smart-House

    Vorfertigung sichert Bauqualität

    Im modularen Bau hat der Auftraggeber im Generalunternehmer nur einen Ansprechpartner, da alle Gewerke aus einer Hand stammen. Aufwändige Ausschreibungen nach Einzelgewerken entfallen damit und reduzieren auch mögliche Fehlerquellen. Oft planen hauseigene Architekten des Generalunternehmens nach Vorgabe des Bauherren die Einzelmodule, die später am Bestimmungsort zum Gesamtobjekt zusammengefügt werden.

    Die Fertigung in geschlossenen Werkshallen verhindert witterungsbedingte Mängel. Denn das Wetter hat hier während der Bauzeit keinerlei Einfluss auf die Bauqualität und stellt die planmäßige Fertigstellung sicher. Die Bauweise gehört zum Standardrepertoire eines eingespielten Handwerkerteams und durch die Ausführung in Trockenbauweise sind statisch relevante Risse ebenso ausgeschlossen wie monatelange Raumfeuchte.

    In der modularen Produktion erfolgt außerdem auch das Finish von Böden und Wänden werkseitig. Alle Elektroinstallationen sind ebenso durchgeführt wie Sanitär- und Kücheneinbauten. Nach dem Transport zum Bauplatz werden die Module mit Hilfe eines Krans zusammengesetzt. Auszuführen sind auf der Baustelle in kurzer Zeit nur noch Anschlüsse, Übergänge und – je nach Ausführung – gegebenenfalls die Fassadenbekleidung. Damit verkürzt sich die Baustellenzeit um ein Vielfaches gegenüber dem konventionellen, aber auch dem klassischen Fertigbau. Umfeldstörungen wie Lärm, Staub, Abgase und Vibrationen, Absperrungen, Umwege und Interimslösungen werden minimiert, Störungen des Werksverkehrs und der Sicherheit deutlich reduziert.

    Modulbau-Architektur – gut gebaut in weniger als sechs Monaten

    Das oft noch bei Planern bestehende Vorurteil von Baustellen-Containern beinhaltet die Vermutung von starren Gestaltungsrahmen. Doch das Stützenraster bietet prinzipiell viele denkbare Freiheiten, und zwar in jedem Geschoss unabhängig voneinander. Entscheidet sich der Bauherr idealerweise zu Beginn für die modulare Bauweise, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Planer und Hersteller und damit sind auch systemunabhängige Entwürfe möglich.

     Weiteres Plus: Wirtschaftlichkeit

    Konventionelle Bauweisen arbeiten entlang der Prozesskette, oft unterbrochen von Schlechtwetterperioden. Erst nach Fertigstellung des Rohbaus kann der Innenausbau erfolgen. Gänzlich anders verhält es sich bei der Modulbauweise: Während auf dem Bauplatz die Fundamente erstellt werden, erfolgt die Fertigung aller Module in der Halle. Dadurch ergibt sich in der Regel eine Bauzeitverkürzung von bis zu 70 Prozent.
    Diese kurzen Bauzeiten ermöglichen einen schnellen Bezug, baldige Nutzung und kurze Zwischenfinanzierungszeiten. Darüber hinaus sind sowohl Bauzeiten und Baukosten präzise zu kalkulieren und bieten somit eine sichere Planungsgrundlage.

    Betrachtet man darüber hinaus den Lebenszyklus eines Gebäudes, ist das Thema Rückbau und Entsorgung beim Modulbau besonders zu bewerten. Aufwendige Abbrucharbeiten oder sogar Teilsprengungen entfallen und damit eine erneute Belastung von Mensch und Umwelt. Module können mit deutlich geringerer Geräuschkulisse in kurzer Zeit nahezu staubfrei entfernt werden und auch die Wiederverwendbarkeit von einzelnen Baustoffen ist höher als beim konventionellen Bau.
    Ähnliche Daten kommen beim Bauen im Bestand zum Tragen. Besonders im Rahmen innerstädtischer Verdichtungskonzepte bietet sich die Modulbauweise aufgrund der genannten Vorteile bei Aufstockungen und Anbauten an.

    Nachgefragt: Karsten Bölling, Geschäftsführer SmartHouse GmbH, Löhne

    m&w: Was spricht für den Modulbau im Holzrahmenbau und für welche Ansprüche ist er besonders geeignet?

    Karsten Bölling, Geschäftsführer SmartHouse GmbH, Löhne

    Karsten Bölling: Klassischerweise wird im Holzrahmenbau ein- bis zweigeschossig gebaut. Dies bietet sich für Anbauten im Industriebereich für zusätzliche Büro-, Konferenz- oder Schulungsräume an. Aber auch der Bildungsbau (KiTas, Schulen) oder Generationen-Wohnkonzepte entscheiden sich zunehmend für diese Bauart. Inzwischen sind auch mehrgeschossige Bauweisen möglich

    m&w: Wo liegt der Hauptvorteil?

    Karsten Bölling: Unsere Kunden sehen mehrheitlich den stresslosen Bau, die Zuverlässigkeit bezüglich Budget und kurzfristiger Erstellung. Dies gibt umfassende Planungssicherheit. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist aber auch die schnelle Veränderbarkeit bei gleichzeitig hochwertiger Bauart.

    Weitere Informationen: https://smart-house.com