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    Interview mit Christian Enßle zur FMB 2018

     „Typisch ist der persönliche und kompakte Charakter“

    Die Nachfrage nach Standplätzen auf der FMB ist für den Veranstalter mehr als zufriedenstellend. Was den Erfolg der Zuliefermesse für den Maschinenbau ausmacht, erklärt Christian Enßle, Portfolio Manager, Clarion Events Deutschland GmbH.

     

    Herr Enßle, in diesem Jahr veranstalten Sie die mittlerweile 14. Zuliefermesse für den Maschinenbau. Gerade eine Messe muss mit der Zeit gehen. Wie hat die FMB in den vergangenen Jahren auf die veränderten Themen und Inhalte der Branche sowie die Ausstellerbedürfnisse reagiert?

    Christian Enßle

    Christian Enßle: „Für uns ist es wichtig, die „Megathemen“, mit denen sich jedes Unternehmen beschäftigt, nicht abstrakt-theoretisch, sondern praxisnah und nutzenorientiert darzustellen.“
    Foto: Clarion Events

    Christian Enßle: Die FMB widmet sich von Jahr zu Jahr stärker den übergeordneten Themen wie Automatisierung, Digitalisierung und Industrie 4.0. Das spiegelt die Entwicklung des Maschinenbaus und auch der Region mit den zahlreichen Forschungseinrichtungen und dem Spitzencluster it´s OWL wider. Dabei haben wir die mechanischen und elektrischen Grundlagen des Maschinenbaus aber nie aus den Augen verloren, sodass die Messe den Besuchern heute ein breiteres Ausstellungsprogramm bietet – ohne den persönlichen und kompakten Charakter zu verlieren, der typisch für die FMB ist und das auch bleiben wird. Was die Bedürfnisse der Aussteller angeht: Wir stehen in ständigem Kontakt mit ihnen und justieren jedes Jahr zum Beispiel das Erscheinungsbild und die Dienstleistungsangebote, die wir rund um die Messe machen.
    Das beste Beispiel für unsere Orientierung an den Bedürfnissen der Aussteller ist die FMB-Süd in Augsburg, die wir vor zwei Jahren erstmals veranstaltet haben. Den Anstoß dazu haben viele Aussteller gegeben, die sich in der Südhälfte Deutschlands eine ähnliche Messe wie die FMB wünschten. Parallel zur 14. FMB bereiten wir nun die dritte FMB-Süd vor, die im Februar 2019 stattfindet.

    Es sind noch gut zwei Monate bis zur Messe. Wie zufrieden sind Sie mit dem aktuellen Buchungsstand? 

    Christian Enßle: Wir sind mehr als zufrieden, die Hallen waren noch nie so früh ausgebucht. Wir rechnen mit mehr als 500 Ausstellern und halten aktuell nur noch einige wenige Standplätze für Spätbucher vor.

    Was sind die Themenschwerpunkte der 14. FMB Zuliefermesse Maschinenbau, welche Branche ist am stärksten vertreten? 

    Christian Enßle: Die Messe deckt traditionell die gesamte Zulieferkette im Maschinenbau ab. Die stärksten Bereiche sind, wie in den Vorjahren, Antriebstechnik, Steuerungs- und Regelungstechnik und Montage-, Handhabungs- und Automatisierungstechnik. Die „Klassiker“ der Zulieferindustrie, d.h. die Maschinenteile, Baugruppen und Systeme, stellen ebenfalls einen starken Ausstellerbereich dar. In dieser Produktgruppe sind die Metall- und Kunststoffverarbeiter zusammengefasst, die für den Maschinenbau arbeiten.

    Die FMB ist bekannt für ihr zukunftsweisendes Vortragsprogramm. Welche neuen Akzente setzen Sie in diesem Jahr? 

    Christian Enßle: Im vergangenen Jahr haben wir erstmals Themenschwerpunkte definiert und dafür gezielt Unternehmen und Referenten geworben. Ziel war es, die Qualität des Programms zu steigern und aktuelle Themen zu adressieren, über die in der Industrie diskutiert wird. Das setzen wir nun fort und haben – wie wir meinen – ein wirklich interessantes Programm zusammengestellt. Den Anfang macht am Mittwoch ein ganz neues Thema: die Instandhaltung. Hier geht es um neue Ideen und Dienstleistungen wie Zustandsüberwachung und Predictive Maintenance. Die Vorträge stellen Beispiele für so unterschiedliche Handlungsfelder wie Robotik, Hydraulik, Pneumatik und Elektrotechnik vor. Auch neue Werkzeuge für die moderne Instandhaltung wie zum Beispiel Augmented und Virtual Reality werden präsentiert.
    Am zweiten Messetag geht es in neun Vorträgen um einzelne Bausteine der Industrie 4.0-gerechten Produktion. Das Spektrum reicht von der Fabrikplanung über den Schaltschrankbau bis zur Logistik. Das Vortragsprogramm am Freitag organisiert traditionell der Spitzencluster it´s OWL. Hier wird es spannende Präsentationen aktueller Forschungsprojekte geben. Das detaillierte Vortragsprogramm haben wir übrigens schon auf unserer Website veröffentlicht.

    Die Veränderungsgeschwindigkeit in der Industrie ist hoch. Es gibt kaum ein Unternehmen, das sich nicht mit Digitalisierung und Industrie 4.0 beschäftigt – getrieben von der Erkenntnis, dass gravierende Technologiesprünge bevorstehen. Welche Informationen, Ideen und Beispiele bekommt der Besucher hierzu auf der FMB geboten?

    Christian Enßle: Für uns ist es ganz wichtig, diese „Megathemen“, mit denen sich in der Tat jedes Unternehmen beschäftigt, nicht abstrakt-theoretisch, sondern praxisnah und nutzenorientiert darzustellen. Das gilt sowohl für die Messestände der Aussteller als auch für das Vortragsprogramm. Auf dem it´s OWL-Gemeinschaftsstand wird dann etwas weiter in die Zukunft geschaut. Da zeigen die Forschungspartner des Spitzenclusters ihre Vorstellungen von der Produktion von morgen. Auch hier bleibt aber der Praxisbezug immer im Blick. Wenn der Besucher die Messe verlässt und Anregungen mitgenommen hat, die er in seinem Betrieb umsetzen kann – am besten gemeinsam mit einem der Aussteller oder Referenten, dann haben wir als Messeveranstalter unser Ziel erreicht.

    Weitere Informationen: www.fmb-messe.de

    Tipp: Schwerpunktausgabe zur 14. FMB
    markt & wirtschaft berichtet in der Oktober-Ausgabe wieder ausführlich über die FMBH Zuliefermesse Maschinenbau 2018 mit Berichten, Hintergrundinformationen, Interviews, Neuheiten und Unternehmen.

    Kontext

    Mehr als 300 Aussteller präsentieren auf der FMB Zuliefermesse Maschinenbau vom 7. bis 9. November Produkte, Systeme und Dienstleistungen rund um die Automatisierungstechnik. Darunter sind breit aufgestellte Weltmarktführer wie Beckhoff, Festo, Phoenix Contact und Siemens, aber auch zahlreiche mittelständische Zulieferer, die sich auf einzelne Produktbereiche und Zielbranchen spezialisiert haben. Gleiches gilt für die Antriebstechnik mit mehr als 90 Ausstellern und Global Playern wie Lenze, Nord Drivesystems und SEW Eurodrive. Damit sind zwei Branchen stark vertreten, die maßgeblich und praxisorientiert die Digitalisierung in der industriellen Produktion vorantreiben.