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GroupKom

Serie Gruene Geschaeftsideen
Schnellere Krisenkommunikation per App

Das Bielefelder Start-up GroupKom hat mit der mobilen Krisenplattform eine völlig neue Form der Kommunikation entwickelt. Mit der App EVALARM lassen sich Gefahren und detaillierte Informationen in Sekundenschnelle kommunizieren.

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EVALARM App für Mitarbeiter mit Sonderfunktionen (Smartphone App) sowie die EVALARM Feuerwehr App (Tablet App) Foto: GroupKOM

Das Smartphone stößt plötzlich einen grellen, warnenden Signalton aus. Günter Aufderheide, Brandschutzbeauftragter beim Fleischwerk Tönnies in Rheda-Wiedenbrück, schaut auf das Display seines Handys und sieht auf einen Blick: Gefahrenstoffaustritt im Bauteil 4, 2 Obergeschoss, Produktionshalle hinten rechts. Innerhalb von zwei Minuten erreicht er den potentiellen Schadensbereich und stellt fest, dass Fremdtechniker aus Versehen bei Wartungsarbeiten einen Ammoniakalarm ausgelöst haben. Mit einem Klick gibt er schnell über die EVALARM-App eine autorisierte Entwarnung, die aufwendige Rettungskette wird nicht aktiviert.

Tönnies zählt zu den ersten Nutzern der mobilen Krisenplattform EVALARM des Bielefelder Start-ups GroupKom. Die App ist darauf abgestellt, schneller als bisher üblich, bestehende Notfallpläne mittels Smartphone gezielt an alle Beteiligten zu kommunizieren. Denn das mobile System erlaubt Krisenkommunikation in Echtzeit. Wird irgendwo in Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen ein Notfall verzeichnet, kann per Smartphone oder Tablet sofort ein Notruf an sämtliche Personen oder Einrichtungen wie Feuerwehr oder Unternehmensleitung gesendet werden, die dann in Echtzeit eine Nachricht auf ihrem mobilen Endgerät erhalten.
„Früher war das anders. Über mein Festnetz wurde ich über den Alarm informiert, musste aber erst quer über das Werksgelände zur Pforte laufen und mir die Feuerwehrkarten ziehen, um den Krisenort einzugrenzen. In diesem konkreten Fall hätte ich sechs Minuten gebraucht, um festzustellen, dass es sich um einen Fehlalarm handelt“, erinnert sich Auderheide. Selbstverständlich wurde parallel zum Tönnies Krisenteam auch die Feuerwehr Rheda-Wiedenbrück über den Fehlalarm informiert.

Die Anbindung von EVALARM an externe Kräfte wie Feuerwehr und Handwerker war mit geringem Aufwand möglich. „Die Verknüpfung mit der Kreisleitstelle ist der nächste Schritt. In Verbindung mit der Unternehmens-Brandmeldezentrale werden im Alarmfall sämtliche Informationen an die Feuerwehr-App übermittelt, die zugeordneten Laufkarten angezeigt und der Stand einer Evakuierung angezeigt“, beschreibt GroupKom-Geschäftsführer Axel Baudach die weiteren Ziele.

Aber EVALARM kann noch mehr:
So ist es nicht nur möglich, die Alarmierung Mittels Push-Nachricht, E-Mail oder SMS über die mobile Anwendung erfolgen zu lassen, vielmehr können ganze Krisenprozesse eines Unternehmens mittels App gesteuert werden. So lässt sich individuell im Voraus festlegen, was als Gefahr mit potentiellen Krisenfolgen definiert und unterstützt werden soll: „Das können Brände, Arbeitsunfälle, Diebstähle oder der Ausfall technischer Anlagen sein“, so Baudach. Im Rahmen der individuellen Notfallplanung kann nahezu jeder Eskalationsprozess im System hinterlegt werden.
„Darüber hinaus kann per App genau festgehalten werden, was passiert ist. Das ist besonders bei Haftungsfragen zum Thema Organisationsverschulden wichtig. Denn mit EVALARM lässt sich nicht nur nachweisen, dass bereits im Vorfeld Vorkehrungen für den Notfall getroffen wurden, sondern auch, wann genau ein Alarm ausgelöst wurde, wann die Nachricht an wen zugestellt wurde und wann diese gelesen wurde“, beschreibt der Spezialist die weitreichenden Möglichkeiten.
Die Vorteile der mobilen Krisenkommunikation und der Nutzen für den Anwender liegen auf der Hand: Ein schneller Alarm im Ernstfall erhöht die Sicherheit und reduziert bzw. vermeidet Folgeschäden. „Durch EVALARM lässt sich die Erkundungszeit drastisch reduzieren. Wer schneller vor Ort ist, kann schneller eingreifen, ggf. das Ausbreiten von Bränden reduzieren“, so Baudach. Bei Produktionsunternehmen, die aufgrund eines Feueralarms die Räume verlassen müssen, kann die Zeit der Produktionsunterbrechung durch schnellere Kommunikation „Fehlalarm“ oder „Alarm beendet“ deutlich reduziert werden. „Bei einem unserer größeren Kunden, der relativ häufig Fehlalarme zu verzeichnen hat, geht es um die Vermeidung von Kosten im sechsstelligen Bereich pro Jahr“, fasst Axel Baudach die Vorteile zusammen.

Tipp: Die App EVALARM wird auf dem 3. Ostwestfälischen Brandschutztag vorgestellt.