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Führung im digitalen Zeitalter

Eine klare Vision in Zeiten der Sprunghaftigkeit 

Die Vereinbarkeit von klassischer und neuer digitaler Führungskultur ist für viele Unternehmen eine besondere Herausforderung. Die Lösung dieser Problematik ist jedoch entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung der digitalen Transformation. Camelia Reinert-Buss, Reinert-Buss GmbH, über die neuen Anforderungen für Führungskräfte. 

Camelia Reinert-Buss

Camelia Reinert-Buss begleitet Führungskräfte im Zeitalter der Digitalisierung

Die Digitale Transformation schreitet voran. Mit ihr nehmen Unübersichtlichkeit, Komplexität und Vernetzung zu. Viele Unternehmen stehen vor einer bislang ungekannten Herausforderung – zwischen Faszination für die Möglichkeiten der neuen digitalisierten Welt und Angst vor der damit verbundenen Unsicherheit. Doch die Veränderung läuft in den meisten Unternehmen nur schleppend an. Die Erfahrung zeigt: Die Ursache für die zögerliche Umsetzung der Transformation liegt oftmals in der Unvereinbarkeit der Unternehmens- und Führungskultur mit der neuen digitalen Kultur.

Für eine erfolgreiche Umsetzung der neuen digitalen Strategie braucht es eine offene, proaktive Kultur und Führung als treibende Kraft des Wandels und dieser Kultur. Führungskräfte im digitalen Zeitalter bewegen sich in einer hybriden Arbeitswelt: digital und analog, hierarchisch und vernetzt, vor Ort und virtuell. Die klassischen Führungstheorien und -ansätze liefern dafür keine ausreichenden Handlungsempfehlungen mehr. Angesichts flacher Hierarchien bekommt Führung eine andere Bedeutung. Führungskräfte müssen ihr Verhaltensrepertoire ständig erweitern, Mitarbeiter zu mehr Eigenverantwortung ermutigen und ein Vertrauenskultur etablieren.

Neben Fach- und Methodenkompetenzen, die in den meisten Fällen gut ausgebildet sind, braucht es dazu Selbstführung. Stark ausgeprägte Selbstorganisation und permanente Selbstreflexion sind die Fähigkeiten, die wir heute brauchen, um trotz enormer Dynamik und Komplexität manövrierfähig zu bleiben. Selbstführung setzt voraus, dass wir unsere eigenen Wahrnehmungsmuster und Denkweisen sowie unsere (unternehmens-)kulturellen Prägungen – z.B. gegenüber dem digitalen Wandel – kennen. Je besser wir diese auch in Frage stellen können, desto flexibler sind wir und je flexibler wir in unserem Handeln werden, desto besser können wir den Wandel auch mitgestalten.

Bei der digitalen Transformation geht es weniger um die Einführung neuer und innovativer Technologien, denn die sind an vielen Stellen schon längst ein Teil unseres täglichen Lebens geworden. Es geht vielmehr darum, den neuen Technologien, Kommunikationsweisen und Arbeitsformen einen Platz in unserer Führung und Kultur einzuräumen, sie nicht länger auszublenden und als Bestandteil und Werkzeug unserer unternehmenseigenen Kultur zu verstehen.

Die zukunftsfähige Führungskraft führt kultursensibel, begreift Fehler als Ressourcen, lehnt vereinfachende Interpretationen ab, ist offen und begeistert für Neues.

Die zukunftsfähige Führungskraft führt kultursensibel, begreift Fehler als Ressourcen, lehnt vereinfachende Interpretationen ab, ist offen und begeistert für Neues. Sie ist vor allem aber auch verlässlich und steht zu dem was sie sagt. Denn in Zeiten der Hektik, des Wandels und des Umschwungs, in denen der Schlüssel zu allen Herausforderungen im Stichwort „Agilität“ zu liegen scheint, sind auch die Mitarbeiter in hohem Maße verunsichert. Plötzlich gibt es keine festen Ziele mehr. Die Strategie ist heute so und morgen wieder anders. Man baut einen neuen Standort im Ausland auf, kauft ein Start-Up, Produkte werden eingestellt, neue Projekte aus dem Boden gestampft, das Start-Up-Unternehmen wieder verkauft – oft ziellos und ohne erkennbare Resultate. Die große Gefahr dabei ist, dass Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten die Orientierung verlieren und nicht mehr verstehen, wofür das Unternehmen steht.

Flexibilität und ein gestiegener Veränderungsdruck dürfen nicht zu blindem Aktionismus und unüberlegten Entscheidungen führen. Daher braucht es eine klare Mission und eine darauf ausgerichtete Führung, beständige Werte und eine tiefverwurzelte Kultur, die einen gewissen Grad an Stabilität und Sicherheit vermitteln und natürlich Selbstreflexion. Sicherlich müssen wir unsere eigenen Stärken und Potenziale immer wieder vor dem Hintergrund der aktuellen Trends des Umfelds reflektieren. In dieser Zeit jedoch, in der viele Unternehmen ihr Fähnchen nach dem Wind hängen, um nicht plötzlich vom Wandel abgehängt zu werden, kann es ein Wettbewerbsvorteil sein, an etwas festzuhalten und eine eindeutige Vision langfristig zu verfolgen, auch wenn manchmal Gegenwind weht. Denn nur so gelingt es Unternehmen, eine aktiv-gestaltende Rolle im Wandel einzunehmen.

Weitere Informationen: www.reinert-buss.de

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