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    Energie und Bauen im Industrie 4.0-Umfeld

    Vernetzung und Digitalisierung als Schlüsselkompetenz

    Unter der Leitung des Innovationsnetzwerks Energie Impuls OWL bündelt das neue Dezentrale Energie 4.0-Labor Lösungsansätze der digitalen Transformation im Energie- und Baubereich.

    Klaus Meyer

    Klaus Meyer, Geschäftsführer Energie Impuls OWL: „Ziel ist es, ein intelligentes Energiesystem zu schaffen und die Chancen zu beleuchten, die sich für die Akteure durch die Digitalisierung bieten.“ Foto: Energie Impuls OWL

    Energie von morgen ist volatil. Das bedeutet: Windkraftwerke und Solaranlagen sind abhängig von Tageszeit und Wetter und stellen die Energieversorgung vor große Herausforderungen. Das neu entstandene Energieangebot muss mit der Energienachfrage zu einem flexiblen und intelligenten System verknüpft werden. Versorgungssicherheit und Kosten spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Um zeitliche Lastenverschiebepotenziale zu realisieren, müssen energierelevante Komponenten auf Verbraucherseite flexibel werden. Davon sind Energieverbraucher wie Wohngebäude, Haushalte und Zweckgebäude ebenso betroffen wie die produzierende Industrie mit ihren Maschinen und Verfahren, Gewerbe, Dienstleistungen und Handwerk.
    Mit der Entwicklung konkreter Lösungsvorschläge beschäftigt sich das Projekt „Klimaschutz, Energie und Bauen im Industrie 4.0-Umfeld“ unter der Leitung des Innovationsnetzwerks Energie Impuls OWL. Geschäftsführer und Projektleiter Klaus Meyer: „Ziel des Projektes ist es, ein intelligentes Energiesystem für OWL zu schaffen und die Chancen und Möglichkeiten zu beleuchten, die sich für die Akteure der beteiligten Branchen sowie weitere davon tangierte Zielgruppen durch die Digitalisierung bieten. Daran arbeiten wir in zahlreichen Veranstaltungen, in Workshops und im direkten Dialog mit den Beteiligten. Dabei binden wir die Kompetenzen der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der Fachhochschule Bielefeld ein, durch die KlimaWoche Bielefeld sprechen wir auch die Bürgergesellschaft an.“

    Das Dezentrale Labor vernetzt die Themen mit Menschen und realen Infrastrukturen.

    Das Projekt ist Teil des Integrierten Handlungskonzepts OWL 4.0. Rund 150 regionale Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft haben sich zum Ziel gesetzt, die Auseinandersetzung mit dem Thema Digitalisierung im Raum Ostwestfalen-Lippe in zehn Projekten interdisziplinär voranzutreiben. Vor dem Hintergrund des Spitzenclusters it´s OWL und den Kompetenzen der Region beim Thema Industrie 4.0 werden neben Energie, Bauen und Klimaschutz auch Digitalisierungslösungen in den Bereichen Gesundheit, Lebensmittel, ländlicher Raum oder Arbeit aufgezeigt.

    © monicaodo / 123rf.com

    © monicaodo / 123rf.com

    Ab März liefert nun das „Dezentrale Energie 4.0-Labor OWL“ einen direkten Zugang zu den aktuellen Themen, Produkten und Dienstleistungen der Digitalisierung und beschreibt die Marktveränderungen durch 4.0. Neben Best Practice-Projekten fördert die Online-Plattform den Erfahrungsaustausch der verschiedenen Akteure und legt die Basis für neue Kooperationen zwischen ihnen und damit für neue Geschäftsmodelle rund um Bauen und Energie. Alle Interessierten, wie Eigner, Betreiber, Planer, Handwerker und Unternehmer können sich im Dezentralen Labor informieren und eintragen. Klaus Meyer: „Das Labor bietet allen Interessierten aus Wissenschaft, Handwerk, Unternehmen und Zivilgesellschaft eine Plattform, um die heute noch abstrakt erscheinenden Lösungen zur Energieflexibilität im Gesamtzusammenhang gemeinsam zu erarbeiten. Das Dezentrale Labor vernetzt die Themen mit Menschen und realen Infrastrukturen und bildet die Basis für die gemeinschaftliche Entwicklung der nahen Zukunft zum Thema Digitalisierung in den Bereichen Klimaschutz, Energie und Bauen: Umweltschonende Energiesysteme aus erneuerbaren Ressourcen, die Entwicklung intelligenter Gebäude im Bestand und Neubau oder die Entwicklung von intelligenten Lösungen für eine dezentrale Energieversorgung.“

    Ein konkretes Ergebnis des Projekts ist der erfolgreiche Projektantrag „SynErgieOWL“: Zehn namhafte Akteure aus Stromvertrieb, Netzbetrieb und Komponentenherstellung haben sich zusammengeschlossen und ermöglichen mit SynErgieOWL, wesentliche Anteile des Stromverbrauchs für Wärme und E-Mobilität in die Zeiten mit hohem Angebot an Erneuerbare Energien zu verlagern. Sie werden untersuchen, wie sonst abgeregelte erneuerbare Energie durch ein börsenpreisoptimiertes, kostengünstiges Steuerungsverfahren für Wärmeanwendungen und E-Mobilität in Privathaushalten genutzt werden kann. Das Projekt startet im Juni.

    Weitere Informationen: www.owl-morgen.de