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    BVMW-Meeting Mittelstand – Gesundheit ist kein Zufall

    Inspirierender Abend: Hans-Jürgen Altrogge, (BVMW), Hans-Joachim Meier (praenet), Udo Wiemann, (BVMW), Prof. Dr. Siegmar Bornemann (Institut für ganzheitliches Unternehmensmanagement) und Dietmar Esken, Geschäftsführer IBZ gGmbH (v.l.)
    Foto: mawi westfalen

    Kundenorientierung, Qualitätsbewusstsein und Innovation zählen heute zu den strategischen Zielen vieler Unternehmen. Immer mehr Verantwortliche erkennen jedoch, dass motivierte und gesunde Beschäftigte einen entscheidenden Produktions- und Wettbewerbsfaktor darstellen.

    Wie kann gesundes Arbeiten präventiv gestaltet werden und was sind die Auslöser von Krankheiten und Fehlzeiten? Diese Fragen standen im Fokus der BVMW-Veranstaltung Meeting Mittelstand, zu der Udo Wiemann, BVMW-Geschäftsführer für die Kreise Paderborn, Höxter und Gütersloh, und sein Kollege Hans-Jürgen Altrogge eingeladen hatten.

    Dietmar Esken, Geschäftsführer der IBZ gGmbH, in dessen Räumen die Veranstaltung stattfand, informierte die Unternehmensvertreter über die Arbeit des Instituts. Ein Schwerpunkt des Integrations-Beratungs-Zentrums (IBZ) ist das Betriebliche Wiedereingliederungsmanagement (BEM). „Seit 2004 verpflichtet der Gesetzgeber alle Unternehmen, sich aktiv um die Gesundheit seiner Mitarbeiter zu kümmern. Dieser Fürsorgepflicht kommt der Arbeitgeber nach, indem er allen Arbeitnehmern, die innerhalb von zwölf Monaten insgesamt mehr als sechs Wochen, ununterbrochen oder wiederholt, arbeitsunfähig waren, ein BEM-Verfahren anbietet“, beschreibt Dietmar Esken. Ziel sei es, in einem strukturierten und individuell auf die jeweilige Person zugeschnittenen Prozess die Gründe für die Arbeitsunfähigkeit zu erforschen und Maßnahmen zur Vermeidung von andauernder Arbeitsunfähigkeit auf den Weg zu bringen. „Wir sehen uns als Moderator und Motivator für das Unternehmen, dem wir eine Lösung erarbeiten und für den betroffenen Mitarbeiter, der eine nachhaltige Perspektive erhält. Dadurch schaffen wir eine positive Unternehmenskultur und erhöhen gleichzeitig die Identifikation des Mitarbeiters mit seiner Arbeit, was wiederum dem Unternehmen zugutekommt“, beschreibt Esken die Win-Win-Situation.

    Gesund zu leben, ist gar nicht so einfach

    Damit es erst gar nicht zu einer Erkrankung kommt, können Unternehmen im Vorfeld eine ganze Menge präventiv tun. Was möglich ist, erläuterte Professor Dr. Siegmar Bornemann, der die Thematik aus einem interessanten Blickwinkel betrachtete und die Zuhörerinnen und Zuhörer auf besondere Weise mit fachlichen Informationen und jede Menge Infotainment begeisterte.

    „Drei bis vier Stunden Bewegung, zehn kleine Mahlzeiten am Tag, der Verzicht auf weißen Zucker, zwei bis vier Meditationsphasen bei der Arbeit…. Gesundheit ist ganz einfach. Doch wer hält sich schon daran. Gesund zu leben ist nämlich gar nicht einfach“, konstatiert Bornemann. Unsere Biochemie sei jedoch auf diesen Parametern adaptiert und unsere Vorfahren hätten nach eben diesen Mustern gelebt. In unserer heutigen Zeit sei das nahezu unmöglich.  Bornemann ist studierter Chemiker, Schwerpunkt Biochemie, und deshalb steht bei seinen gesundheitlichen Betrachtungen die Zelle im Fokus. „Es gibt keine hundert Krankheiten, es gibt nur eine Krankheit – nämlich die kranke Zelle“, erläutert der Spezialist.

    Es liege an jedem Einzelnen, seine 100 Billionen Zellen in Einklang zu bringen und alles dafür zu tun, die vier zellbezogenen Mangelsyndrome und damit die vier großen Belastungsfaktoren zu überwinden. Physikalische Einflüsse in Form von Strahlungen seien ein Aspekt, die Luftschadstoffe ein weiterer. Bornemann räumt auch mit dem Märchen von der gesunden Ernährung auf, weil Pflanzenschutzmittel Obst und Gemüse belasten und diese über immer weniger Vitamine, Kalzium und Magnesium verfügen. „Wir brauchen Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren – durch unsere Ernährung bekommen wir diese leider nicht mehr“, so Dr. Bornemann.

    Nicht zu vergessen, die emotionalen Wirkungen, die nach Ansicht Bornemanns die weitaus Schlimmeren seien. Die psychischen Belastungen seien dafür verantwortlich, dass Mikronährstoffe nur unzureichend aufgenommen würden. „Viele chronische Erkrankungen lassen sich durch eine optimale Mikronährstoffversorgung verhindern“, erklärt der Professor. Stress und mangelnde Anerkennung am Arbeitsplatz seien zwei weitere Faktoren, die krank machen. „Ein motivierter Chef, der seine Mitarbeiter wertschätzt, der sich für die Gesundheit einsetzt und vorlebt, kann viel dazu beitragen, dass die Beschäftigten motiviert und begeistert sind und sich mit ihrer Arbeit identifizieren. Begeisterung ist das Benzin für den Motor Motivation“, sagt Siegmar Bornemann.