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Wirtschaftslage Mittelstand im Münsterland

Mittelstand hat konjunkturelles Zwischentief aus dem Vorjahr überwunden – Jobmotor boomt

Nach der leichten Konjunkturdelle im Frühjahr 2013 hat sich die Wirtschaftslage im Mittelstand wieder verbessert.

Nahezu zwei Drittel (63 Prozent) der rund 950 befragten Mittelständler im Münsterland bewertet die Geschäftslage mit „sehr gut“ bis „gut“. Vor einem Jahr hatte nur knapp die Hälfte der Befragten (47,7 Prozent) eine positive Einschätzung abgegeben. Vor allem im Baugewerbe sprach ein Großteil der Mittelständler (70,6 Prozent) von einer sehr guten oder guten Geschäftslage. Das Verarbeitende Gewerbe schätzte diese in unserer Region am schwächsten ein.

Verena Riegel, Creditreform Münster

Verena Riegel, Creditreform Münster

Die gute Stimmung findet sich in der Umsatzentwicklung bestätigt. 46,8 Prozent (Vorjahr: 35,7 Prozent) der Unternehmer im Münsterland konnte seinen Umsatz steigern. In Gesamtdeutschland war es jeder vierte Betrieb. Einbußen beim Umsatz musste diesmal jeder Zehnte in unserer Region und jeder fünfte Firmeninhaber bundesweit hinnehmen. Im Vorjahr war es noch jeder Vierte. Den positivsten Trend bei der Umsatzentwicklung verzeichnet das Baugewerbe, dem der milde Winter zugute kam.
Neben Umsatzsteigerungen bilanzieren die Mittelständler aktuell auch wieder deutlich mehr Gewinnzuwächse. Jeder fünfte Betrieb in Deutschland (19,2 Prozent, Vorjahr: 16,9 Prozent) und jeder dritte im Münsterland (35,6 Prozent, Vorjahr: 24,3 Prozent) freut sich über ein zusätzliches Plus.
Die gute Auftragslage veranlasste die mittelständischen Betriebe, ihren Personalbestand aufzustocken, so stellten 34,9 Prozent der Unternehmer im Münsterland zusätzlich Personal ein. Besonders groß war die Arbeitskräftenachfrage im Dienstleistungsgewerbe, aber auch die Baubranche in unserer Region benötigte deutlich mehr Personal.

Optimistischer Blick der Mittelständler auf das Jahr 2014

Der positive Jahresrückblick und der gute Start ins neue Jahr  lässt den Mittelstand in Deutschland und im Münsterland in besonderem Maße optimistisch auf das Jahr 2014 blicken. Die Prognosen sind so gut, dass sie in den letzten zehn Jahren in unserer Region nur in 2007 und 2011 besser waren. Knapp die Hälfte der Befragten (48,9 Prozent, Deutschland: 37,8 Prozent) erwartet Umsatzsteigerungen. Im Vorjahr hatten sich nur 4 von 10 Befragten derart optimistisch geäußert. Der Anteil, die Umsatzeinbußen befürchten, sank von 14,9 Prozent im Vorjahr auf 10,9 Prozent. Am zuversichtlichsten ist im Münsterland die Dienstleistungsbranche. 56,3 Prozent der Unternehmer dieses Wirtschaftszweigs prognostiziert Umsatzsteigerungen, dem stehen nur 2,8 Prozent gegenüber die mit Umsatzrückgängen rechnen.
Auch die Ertragserwartungen sind positiver als im Vorjahr: 39,8 Prozent (Vorjahr: 37 Prozent) der Unternehmer in unserer Region erwarten ein zusätzliches Plus, nur 7 Prozent (Vorjahr: 18,3 Prozent) befürchten ein schlechteres Bilanzergebnis als in 2013.

Investitionsbereitschaft im Mittelstand ungebrochen

Die Investitionsbereitschaft der befragten Firmeninhaber im Münsterland liegt nach wie vor bei knapp 70 Prozent (Deutschland: 52 Prozent). Dabei sind Ersatzinvestitionen unverändert am meisten gefragt. Aber auch Erweiterungs- und Rationalisierungsinvestitionen sind bei den Mittelständlern zunehmend in der Planung.

In den kommenden Monaten wird knapp ein Drittel (32,7 Prozent; Vorjahr: 28,5 Prozent) der Firmen in unserer Region den Personalbestand aufstocken. Der Anteil der Betriebe, der Personalentlassungen vorgesehen hat, sank im Vergleich zum Vorjahr um minus 2,9 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent. Die meisten Neueinstellungen sind im Dienstleistungsgewerbe (40,8 Prozent) zu erwarten. Die wenigsten Beschäftigungsimpulse werden nach Aussage der Befragten aus dem Verarbeitenden Gewerbe kommen. Nur 28,6 Prozent  der Betriebe dieser Branche plant sein Personal aufzustocken.
Heruntergebrochen auf die einzelnen Kreise sowie die kreisfreie Stadt Münster ist in allen Kommunen ein Beschäftigungszuwachs zu erwarten. Mit knapp 40 Prozent sind insbesondere die Unternehmen in Münster auf der Suche nach weiterem Personal.
Der positivste Trend bei der Personalplanung errechnet sich im Kreis Warendorf. Hier verbesserte sich die Beschäftigungswilligkeit von einem Saldo aus geplanten Personalaufstockungen zu geplanten Personalentlassungen von 8,3 auf 28,1 Prozentpunkte.

Zahlungsverhalten im Münsterland verbessert sich deutlich

Das Zahlungsverhalten im Münsterland hat sich insgesamt deutlich verbessert und gleicht sich somit an das gesamtdeutsche Zahlungsverhalten an. 87,4 Prozent (Deutschland: 88,5 Prozent) der Mittelständler verbuchen einen pünktlichen Zahlungseingang ihrer privat-gewerblichen Kunden innerhalb von 30 Tagen. Im Vorjahr waren es nur 77,2 Prozent (Vorjahr Deutschland: 87,1 Prozent).
Aber auch die öffentliche Hand verbesserte ihr Zahlungsverhalten im Jahresverlauf. 66,3 Prozent (Vorjahr: 58,6 Prozent) der Rechnungen im Münsterland werden pünktlich gezahlt. Trotzdem zahlt die öffentliche Hand hierzulande immer noch schlechter als bundesweit, wo 75,6 Prozent der Unternehmer den Zahlungseingang spätestens nach 30 Tagen vermeldet.

Eigenkapitalquote stockt

Trotz Gewinnsteigerungen und pünktlicheren Zahlungseingängen hat der Mittelstand seine Eigenkapitalsituation nicht verbessert. Sowohl in Deutschland als auch im Münsterland verringerte sich der Anteil der Unternehmen mit einer soliden Eigenkapitalbasis von mehr als 30 Prozent zur Bilanzsumme. Dies sind aktuell in unserer Region 43,6 Prozent (Vorjahr: 45,7 Prozent) und in Deutschland 25,9 Prozent (Vorjahr: 32,8 Prozent) der Mittelständler. Im Branchenvergleich sind die Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe deutlich besser finanziert als in den übrigen Branchen. Im Baugewerbe tut sich hingegen eine immer größer werdende Kluft zwischen Betrieben mit einer sehr guten Eigenkapitalquote und denen, die gefährlich fremdfinanziert sind, auf.

Weitere Informatioen: www.creditreform-muenster.de

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