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WILMES CONSULT

Nachfolge überlegt angehen und lösen

Viele private Mittelständler stehen vor einer besonderen Herausforderung: Sie scheiden altersbedingt aus. Stellt sich die Frage guter Nachfolgeregelung: Gelingt es, Kontinuität einzubringen – ohne Aufgeregtheiten und Nachteile? Übereiltes Handeln gilt es auszuschließen. Schließlich kann ein Unternehmen immer nur einmal übergeben werden.

Rolf Wilmes

Unternehmensnachfolge-Berater Rolf Wilmes setzt auf erfahrenes Navigieren.

Viele glauben zu wissen, wie das geht. Aber nur wer Zahlen im Zusammenhang lesen kann, deutet die „Erfolge“ richtig. Große Teile der mittelständischen Wirtschaft haben Probleme, ihre Zukunft zu definieren. Das liegt daran, dass privat geführten Unternehmen – mit Ausblick auf den Generationswechsel – langsam die „mental power“ ausgeht, zum anderen, dass richtungsweisende Entscheidungen nur bedingt gelungen sind.
Der Technologiewandel, der Planungsverfall durch schnellere Globalisierung und erhoffte Synergieeffekte haben nur eine „von-Tag-zu-Tag-Politik“ zugelassen. Damit Existenzen zu erhalten, verdient Respekt. Etwa zehn Jahre brauchte es, um Fuß zu fassen; weitere zehn Jahre die Position zu festigen und auszubauen. Immer Wachstum vorausgesetzt. Die Erwartungen wurden oft nicht gehalten.

Veränderte Parameter genau prüfen
Der Zusammenbruch des Ostblocks hat – die Aktualität mit Russland und der Ukraine – viel Unsicherheit bewirkt. Eurokrise, Brexit und die zu erwartende Politik der USA tragen nicht zur Beruhigung bei. Auch, weil die Kosten-/ Preisspirale in bedenkliche Richtungen gedriftet ist und steuerlich die Bedenken nicht weniger werden.
Alle diese Entwicklungen haben viel Kapital verbrannt und die ursprüngliche Unternehmenskultur „verbeult“. Erfahrene Unternehmer, die noch Nachkriegsszenarien ihrer Eltern gekannt haben, sehen, dass die durch den Firmenwert/-zuwachs zu sichern geglaubte Altersversorgung nicht mehr reicht.
Rolf Wilmes, Geschäftsführer der WILMES CONSULT GmbH, Osnabrück, kennt diese Karrieren sehr genau. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt seit über 20 Jahren in der überlegten Nachfolgeregelung. Wichtig ist ihm das ausgefeilte Gespür für das „Zwischen-den-Zeilen-Lesen“, ein Navigieren des Machbaren. „Der Lebensabend von Unternehmern darf nicht unsanft enden“, so der Berater.

Nachfolge muss die Existenz sichern
Ein Nachteil im Nachfolgeablauf ist, dass viele sich schwer tun, ihr Lebenswerk ungeschminkt zu offenbaren. Offenheit und Vertrauen sind aber die Basis für erfolgsorientierte Nachfolge. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit sollten Beteiligte aufzeigen, was sie sich vorstellen. Rolf Wilmes rät hier zum offenen Visier: „Je klarer die Positionen, je besser das Fundament einer beständigen Nachfolgeregelung.“
Familieninterne Nachfolge ist nicht mehr die Regel. Kinder, die ihre Kindheit zumeist auf dem „Altar des Unternehmenserhalts“ opfern mussten, gehen nicht mehr automatisch den früher durch Familiengehorsam vorgeschriebenen Weg der Nachfolge. Selbst gut ausgebildet, versuchen sie ihr Glück woanders. Wenn die Folgegeneration nicht von Anfang an im Unternehmen war, wird es zudem schwer, diese zu motivieren und dann mit gut 35 Jahren den Schritt zu wagen.
Es gilt zu fixieren, wer zukünftig sein Einkommen aus der Nachfolge bezieht. Eine Unternehmerfamilie mit drei Kindern muss bedenken, dass diese drei auch mit ihren Familien davon leben müssen.
Und dann gibt es Fälle, da gilt: Eine familieninterne Nachfolge sollte nicht Priorität haben.
Eine Übernahme durch Mitarbeiter kann man in Betracht ziehen, weil diese Unternehmen, Kunden und Markt gut kennen und eventuelle Turbulenzen abfangen könnten. „Das kann funktionieren, ist aber nicht die Norm; denn gute Leute der zweiten Reihe brauchen für den Schritt in die erste Schlüsselqualifikationen. Viele Chefs haben ihren Mitarbeitern nur so viel abverlangt, wie nötig war, um den „Abstand“ zu ihnen selbst zu halten“, gibt Rolf Wilmes zu bedenken.

Es ist kein Gesichtsverlust, über Nachfolgeregelungen ein professionelles Gespräch zu suchen. Unternehmer haben selten Erfahrung, solche Vorhaben schon einmal durchgeführt zu haben. Familiäre Interna unterliegen der Schweigepflicht. An seine Gesprächspartner appelliert der Berater, sich offen und kooperativ zu verhalten.
Es sind nicht die einfachsten Verhandlungen, die erfolgreich sind. Aber es sind die, in denen die größten Stärken der unternehmerisch Agierenden hervortreten. Es sollte die Absicht sein, sich jederzeit – auch nach abgeschlossener Nachfolge – in die Augen sehen zu können“, empfiehlt der Berater.

Weitere Informationen: www.wilmes-consult.de