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widufix im Kreis Herford

Rundes Jubiläum: Initiatoren, Mitglieder, Unterstützer, Förderer und Nutzer feiern den zehnten Geburtstag von widufix: Henning Kreibohm, Jörg Brökel, Reinhard Richter, Andreas Peter, Andreas Ehrlich, Christian Manz und Klaus Goeke.(v.l.)

Rundes Jubiläum: Initiatoren, Mitglieder, Unterstützer, Förderer und Nutzer feiern den zehnten Geburtstag von widufix: Henning Kreibohm, Jörg Brökel, Reinhard Richter, Andreas Peter, Andreas Ehrlich, Christian Manz und Klaus Goeke.(v.l.)

Aktive Hilfe für Unternehmen

Warteschleifen, Kompetenzdschungel, Abstimmungsprobleme – Verwaltungen machen es Unternehmern nicht immer leicht. Der manchmal unübersichtliche Behördenapparat bremst oftmals wirtschaftliches Wachstum und geplante Investitionen. Um die Zufriedenheit der Unternehmen zu verbessern, startete vor zehn Jahren das Projekt widufix im Kreis Herford mit Vorzeige-Charakter.

Inhaltlich handelt es sich um ein Verwaltungsnetzwerk, dem 41 Kooperationspartner angehören. Gemeinsames Ziel aller Netzwerkpartner ist es, ihre Serviceleistungen zu verbessern. Durch die gezielte Kooperation und konstruktive Zusammenarbeit der kommunalen Verwaltungen, insbesondere auch mit den staatlichen Behörden, die in bestimmte mittelstandsrelevante Verwaltungsverfahren aufgrund gesetzlicher Vorgaben einzubinden sind, konnten die Bearbeitungszeiten bei Verwaltungsverfahren verkürzt und die Verfahren insgesamt vereinfacht werden. Ein weiteres Ergebnis einer vor Projektstart durchgeführten infas-Befragung zeigte die Schwierigkeit der Unternehmen bei der Ermittlung von Ansprechpartnern für Verwaltungsverfahren sowie die Intransparenz und schwierige Nachvollziehbarkeit von Verfahren auf. Vor diesem Hintergrund richtete der Kreis Herford eine zentrale Kontaktstelle ein, die den Betrieben als Anlaufpunkt zur Verfügung steht.

„Sofern die Anliegen nicht sofort beantwortet werden können, schalten wir die zuständigen Kooperationspartner ein und von dort erfolgt ein Rückruf innerhalb von 48 Stunden“, sagt Jörg Wegner, der alle unternehmensrelevanten Fragen koordiniert.

Damit entfallen zeitraubende Suchprozesse nach dem richtigen Ansprechpartner. Zudem wird durch diese „Lotsenfunktion“ sichergestellt, dass die gesamte Abwicklung und der jeweilige Verfahrensstand für die Unternehmen nachvollziehbarer werden.
Der offizielle Startschuss für die widufix-Kontaktstelle und das damit verbundene Netzwerk erfolgte im Februar 2004. Seitdem werden vielschichtige Fragestellungen zu Belangen der Unternehmen im Umgang mit Behörden an die Kontaktstelle herangetragen. Fazit nach zehn Jahren: eine deutliche Verbesserung der Zufriedenheit der Unternehmen mit den Verwaltungen.
Mit dem mobilen Beratungsservice gibt es ein weiteres Angebot, das insbesondere bei Bauvorhaben von Unternehmen hilfreich ist. Hier ist oftmals ein Ortstermin mit Vertretern der beteiligten Behörden sinnvoll. Die Kontaktstelle organisiert diesen innerhalb von fünf Werktagen mit allen Verfahrensbeteiligten.

 Verblüffende Tricks dank widufix

Ein Beispiel für die unkomplizierte Zusammenarbeit ist das Bauvorhaben der Brüder Chris und Andreas Ehrlich aus Bünde, die als Zauberer von Weltformat unter dem Namen „Ehrlich Brothers“ bekannt sind. Die beiden Magier benötigten für ihre Requisiten und ihre Übungseinheiten mehr Platz als die bislang angemietete Lagerhalle bieten konnte. Der Idealfall – eine Halle auf der eigenen landwirtschaftlichen Hofanlage – schien nach ersten unverbindlichen Anfragen bei den Genehmigungsbehörden an rechtlichen Gründen zu scheitern. In dieser schwierigen Situation half der Zufall. Als Andreas Ehrlich 2006 mit der widufix-Kontaktstelle Verbindung aufnahm, ahnte er noch nicht, was folgen sollte. Angesichts der noch nicht abschließend geklärten Rechtslage hinsichtlich eines Hallenbaus auf dem eigenen Gelände, bot die Kontaktstelle eine nochmalige Prüfung des Sachverhalts und einen Ortstermin an. Einige Auflagen, rechtlich aber durchaus genehmigungsfähig, so das Ergebnis der Baufachleute vor Ort. Die Zauberer zögerten nicht lange und starteten ihr Bauvorhaben, das im August 2008 erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Seitdem werden hier verblüffende Tricks und Illusionen vorbereitet und eingeübt.

Jörg Wegner sieht auch zukünftig Handlungsbedarf bei der Unterstützung der Firmen: „Unser Ziel bleibt weiterhin die schnelle Beantwortung von Anfragen – der Unternehmer wird mit seinem Anliegen von uns nicht allein gelassen.“

widufix steht für einen beispielhaften Bürokratieabbau im Kreis Herford und wurde bereits mehrfach auf nationaler und internationaler Ebene ausgezeichnet. So gewann das Projekt 2005 den renommierten Speyerer Qualitätswettbewerb.
2006 folgte ein Spitzenplatz beim ARTUS Preis für Entbürokratisierung und eine Auszeichnung als Modellprojekt für Bürokratieabbau bei der 4. Europäischen Qualitätskonferenz in Tampere/Finnland. Bei der bekannten deutschlandweiten Aktion „365 Orte im Land der Ideen“ ging widufix 2008 ebenfalls als einer der Sieger hervor.

Unterstützung auf dem Weg in die Selbstständigkeit

Neben dem widufix-Projekt bietet der Kreis Herford zum Beispiel auch Unterstützung auf dem Weg in die Selbstständigkeit an. Gründer kommen in den Genuss einer Existenzgründungsberatung durch die Wirtschaftsförderung des Kreises Herford.

Weitere Informationen unter: www.widufix.de und www.iwkh.de

 

 

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