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Top-Standort OWL

Interview:
„Der Erfolg hat mehrere Säulen“

 OstWestfalenLippe gehört zu den fünf innovativsten und effizientesten Regionen in Deutschland, so das Ergebnis eines Wettbewerbs des Bundeswirtschaftsministeriums. Herbert Weber, Geschäftsführer OstWestfalenLippe GmbH, über die Stärken der Region.

 Herr Weber, woran liegt es, dass OWL mittlerweile unter den Top 5 der innovativsten Regionen in Deutschland angekommen ist?

Herbert Weber, Geschäftsführer OstWestfalenLippe GmbH (Foto: OWL GmbH)

Herbert Weber, Geschäftsführer OstWestfalenLippe GmbH (Foto: OWL GmbH)

 Herbert Weber: Der Erfolg hat mehrere Säulen. Das starke Fundament ist die Wirtschaftskraft unserer Region. Sie ist überwiegend geprägt durch mittelständische, oft familiengeführte Unternehmen und einen gesunden Branchenmix. OWL hat viele Hidden Champions zu bieten, die auf ihren Marktfeldern führend sind und immer neue Innovationen hervorbringen. Unsere Mittelständler sind dynamisch, agieren aber auch nachhaltig. Das ermöglicht es ihnen, sich immer wieder auf die Bedürfnisse des Marktes einzustellen und im weltweiten Wettbewerb die Nase vorn zu haben.
Zweite Säule des Erfolgs ist die wachsende Wissenschaftslandschaft mit den Universitäten Bielefeld und Paderborn sowie der Fachhochschule Bielefeld und der Hochschule Ostwestfalen-Lippe an der Spitze. Damit haben wir sprudelnde Quellen für Fachkräfte in der Region und herausragende wissenschaftliche Kompetenz in wichtigen Technologiebereichen.
Die Innovationskraft in der Region baut auf eine hervorragende Kooperationskultur, denn die Akteure wissen, dass wir nur im regionalen Schulterschluss den Wettbewerb mit Metropolregionen und internationaler Konkurrenz aufnehmen können. Für die Kooperationskultur stehen zahlreiche Branchennetzwerke, zum Beispiel der OWL Maschinenbau e. V. oder das IT-Branchennetz InnoZent OWL.
Hinzu kommt, dass die Zusammenarbeit der hiesigen Unternehmen untereinander und mit der Wissenschaft zunehmend kultiviert wurde.
Die Krönung ist sicher der Hightech-Spitzencluster it’s OWL, in dem mehr als 170 Unternehmen, Organisationen und Forschungszentren zusammenarbeiten und eine neue Generation von Hightech-Produkten entwickeln. Der Cluster ist sichtbares Ergebnis der engen Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft, der Lohn für eine gemeinsame Kraftanstrengung.

Wo liegen die zukünftigen Herausforderungen, um das hohe Niveau zu halten?

Herbert Weber: Wir müssen zunächst sicherstellen, dass die Unternehmen der Region ihre Innovationskraft noch steigern können. Dazu muss der weitere Ausbau der Forschungs- und Entwicklungslandschaft vorangetrieben werden, zum Beispiel durch Ansiedlung neuer Forschungszentren. Und es gilt natürlich, den Wissenstransfer auch zu kleineren Unternehmen weiter zu verbessern. Nur mit Spitzenprodukten kann unsere Region im weltweiten Wettbewerb erfolgreich sein.
Eine Herausforderung ist zudem der demografische Wandel. Durch eine Vielzahl von Initiativen versuchen wir, den Fach- und Führungskräftebedarf der Zukunft zu decken. So wollen wir junge Leute verstärkt für naturwissenschaftliche und technische Berufe interessieren und das Fachkräfte-Potenzial von Frauen stärker nutzen.
Außerdem ist es unverzichtbar, die Attraktivität der Region weiter zu stärken und hohe Lebensqualität sicherzustellen, insbesondere auch mit Blick auf junge Menschen. Diese Faktoren werden immer wichtiger, um die besten Köpfe für OWL zu gewinnen und zu binden.
Das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft ist da. Entscheidend ist, dass die Akteure weiter an einem Strang ziehen, denn darin liegt die große Stärke der Region.

 

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