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Schwerpunkt: Kreativität und Innovationsfähigkeit

Die Voraus¬setzung für geniale Ideen ist Begeisterung und Motivation (Foto: HDP Consult)

Die Voraussetzung für geniale Ideen ist Begeisterung und Motivation (Foto: HDP Consult)

Eine Frage des Alters?

Für die Entste­hung kreati­ver Einfälle und innovativer Ideen sind unsere Sinneswahrnehmungen, unser gespeichertes und neu erlerntes Wissen, unsere Erfahrungen und Einstellungen sowie die emotionale Bewer­tung unserer Arbeit von enormer Bedeutung. Gilt das jedoch nur für ein bestimmtes Alter, sind Menschen im Alter weniger kreativ? Dr. Hans-Dieter Pries, dr. pries gmbh, gibt Antworten.

Neurowissenschaftliche Studien zeigen: Unser Gehirn ist generell bis ins Seniorenalter zu Spitzenleistungen fähig. Dazu muss es allerdings gefordert werden. „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ ist ein weit verbreiteter, jedoch falscher Glaubenssatz. Richtig ist: „Wer aufhört zu lernen, verlernt das Lernen!“

Grundsätzlich ist lernen jedoch bis zum letzten Atemzug möglich, wie inzwischen viele Studien belegen. Dies liegt u.a. an der – inzwischen bewiesenen – lebenslangen Neuproduktion von Gehirnzellen. Bekommt unser Gehirn die richtigen Informationen „gehirngerecht“ aufbereitet, sind wir in der Lage, sichere Entscheidungen, ungewöhnliche Lösungen und kreative Innovationen auch im fortgeschrittenen Alter zu entwickeln.
Ein 40-, 50- oder 60-Jähriger sollte sich jedoch auf ein langsames Lernen einstellen. Dies ist aber kein Manko, sondern von der Natur so gewollt. Kleine Kinder müssen rasend schnell lernen, um sich schnell einen Überblick über die Umwelt zu verschaffen: „Die Herdplatte ist heiß! Der Straßenverkehr ist gefährlich!“

Besteht bereits ein breiter Erfahrungsschatz, wird es für den älteren Menschen immer wichtiger, bestehendes Wissen mit neuem zu verknüpfen. Das Gehirn versucht, Verbindungen herzustellen, und dazu braucht es Zeit. Langsames Lernen ist somit keineswegs ein Nachteil, sondern Voraussetzung für die Ausbildung neuer Fähigkeiten unter Berücksichtigung der bereits vorhandenen Fertigkeiten. Ideale Voraussetzungen also für die Unternehmen einen Mix aus „alten Hasen“ und jungen fixen „Goldfischen“ zusammenzustellen, um parallel zum zielgerichteten „Know-how-Transfer“ auch die kreative Innovationskraft von beiden zu nutzen.

Die Realität sieht jedoch anders aus, wie Gallup bereits 2012 berichtete.
Danach sind es ausgerechnet die älteren Arbeitnehmer, die am wenigsten motiviert und engagiert sind. Trotz ihres hohen Anteils an der gesamten Arbeitnehmerschaft (Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen > 60%) bekommen sie meist nur wenig Aufmerksamkeit. Vor allem, was Wertschätzung, Feedback und Weiterbildung durch den Arbeitgeber angeht, fühlt sich die ältere Generation vernachlässigt. Bei Wandel und/ oder Umstrukturierungen im Unternehmen fühlen sich ältere Arbeitnehmer oft fehl am Platz.

Diese Vernachlässigung der älteren Mitarbeiter kann teure Auswirkungen auf das Unternehmen haben. Wenig motivierte Arbeitnehmer sind häufiger krank und weniger innovativ, sie beteiligen sich nicht an kreativen Ideen ihrer jungen Kollegen, sondern kritisieren sie lieber.

Nicht selten nehmen sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit in den Ruhestand. Dabei soll gerade die Generation der älteren Arbeitnehmer dazu beitragen, die wirtschaftlichen Folgen des demografischen Wandels in Deutschland abzufangen.
Der Lösungsansatz ist recht einfach: Kreativität funktioniert ähnlich wie Humor. Geniale Ideen entstehen nicht nur in wenigen Superhirnen, sondern auch in vielen durchschnittlichen Ge­hirnen. Die Voraus­setzung für geniale Ideen ist Begeisterung und Motivation. Kombiniert mit dem Angebot und der Bereitschaft Neues zu lernen, können innovative Ideen und kreative Lösungen mit dem Mix aus Alt und Jung entstehen.

Der Win-Win-Ansatz

Fehlt es jedoch an Be­geisterung und Motivation, passiert im Gehirn nichts. Wem es gelingt, sich bis ins hohe Alter für Neues zu motivieren, der bleibt nicht nur jung im Gehirn, sondern findet sich problemlos in der Zukunft zurecht. Innovationen und kreative Ideen bringen den Unternehmen Wertschöpfung und Zukunftsperspektive. Die Herausforderung für die Unternehmen und die zeitgemäße Führungskraft besteht also darin, diese Voraussetzungen zu schaffen, um auch zukünftig Innovationsfähigkeit und Kreativität der Mitarbeiter als Kernkompetenz zu entwickeln.

Weitere Informationen: www.hdp-consult.de

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