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Ressource Mensch

 „High Performance Teams“ oder was Arbeitgeber vom Spitzensport lernen können

Inspirierende Unternehmenveranstaltung in der cultura Rietberg: 150 Unternehmerinnen und Unternehmer waren der Einladung von Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), Kreisverband Gütersloh/ Paderborn, Techniker Krankenkasse und Stadt Rietberg gefolgt.

 Das Thema Werte im Unternehmen zog sich wie ein roter Faden durch alle Vorträge der Referenten. Dabei wurde deutlich, wie wichtig eine Unternehmenskultur gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des drohenden Fachkräftemangels ist.
„Der Unternehmenserfolg hängt von vielen Faktoren ab. Diese wandeln sich und die Reaktionen der Unternehmen müssen ständig neu justiert werden. Die Stichworte Demografie und Fachkräftemangel sind nicht neu, aber inzwischen ist vielen Unternehmern klarer, was diese Entwicklung bedeutet und in welche Richtung sie steuern müssen“, beschreibt BVMW-Kreisgeschäftsführer Udo Wiemann die Problematik.

Ressource Mensch BVMW

Die Ressource Mensch ist wichtiger denn je: Karl-Julius Sänger, Techniker Krankenkasse; Referent Markus Hornig, Dr. Oliver Schumann, Geschäftsführer der Schumann ACC -Analyse, Coaching und Communication; und BVMW-Kreisgeschäftsführer Udo Wiemann (v.l.)

Die Arbeitgeberattraktivität werde zunehmend wichtiger, diese beinhalte eine Vielzahl von Einzelfaktoren, die für die Unternehmensentwicklung wichtig seien. Zunehmende Veränderungen der Arbeitswelt wie Fusionen, Umstrukturierungen, wechselnde Projekte und die ständige Erreichbarkeit seien dafür verantwortlich zu machen, dass die Leistungsträger in den Unternehmen oft an ihre Grenzen stießen. Gerade deshalb sei die Ressource Mensch ein entscheidender Faktor. Wiemann wies darauf hin, dass es immer wichtiger werde, die Belastungen der Mitarbeiter, aber auch der Unternehmensverantwortlichen frühzeitig aufzufangen. „Unternehmer, die für sich und ihre Mitarbeiter die Belastungen frühzeitig erkennen und Vorsorge treffen, leisten eine Investition in die Gesundheit und in die Zukunft ihres Unternehmens. Gesundheitsprävention ist damit ein wesentlicher Bestandteil der Arbeitgeberattraktivität.“

Spitzensport als Erfolgsmodell

Einen konkreten Bogen in die Praxis schlug Markus Hornig, der in einem spannenden Vortrag über das Thema „High Performance Teams“ – Wie Hochleistungsteams funktionieren und was Arbeitgeber dabei vom Spitzensport lernen können“, referierte. Für den Motivationscoach und Mentaltrainer der deutschen Frauennationalmannschaft spielen die Unternehmenskultur, die Qualität des Leaderships und die Selbstmanagement-Kompetenz der Mitarbeiter eine zentrale Rolle für die Entwicklung zu einem High Performance Unternehmen (HPU). Wie entscheidend diese Faktoren für die psycho-mentale Leistungsfähigkeit sind, lasse sich sehr gut am Spitzensport  beobachten.

„In allen Teams, die Weltmeisterschaften gewinnen oder Olympiasiege  erringen konnten,  waren diese drei Faktoren optimal entwickelt. Dass der Spitzensport auch der Wirtschaft als Erfolgsmodell dienen kann, haben Wissenschaftler bereits 1995 nachgewiesen. Unternehmen, die den strategischen Grundsätzen aus dem Spitzensport folgen, weisen einen vierfach höheren Umsatz und  einen zwölffach höheren Aktienkurs aus“, betont Markus Hornig. „Die Basis für Spitzenleistung von Sportlern wie Mitarbeitern sind Treibstoffe, wie zum Beispiel Inspiration, Nährstoffe wie soziale Gesundheit und Fairness und Wachstumsfaktoren wie das Vorhandensein von Arbeitsstrukturen, die Fortschritt möglich machen“, so Hornig.

Unternehmer müssen Rahmenbedingungen schaffen, in denen Spielfreude, Autonomie und soziale Anerkennung möglich sind, sowie eine Lern- und Fehlerkultur vorhanden ist. Um die Motivation und Leistungsbereitschaft dauerhaft zu erhalten, sind weitere Maßnahmen notwendig: Hier geht es um gehirngerechtes Arbeiten mit effektiven Pausen, eine Arbeitsorganisation, die die Gesundheit erhält sowie um die psychomentale und psychosoziale Fitness. „Durch eine gezielte Verhaltens- und Verhältnisprävention lassen sich betriebliche Strukturen schaffen, die gesundheitsfördernde Prozesse in Gang setzen. Das ist kein Selbstzweck, sondern ein gutes Geschäft“, beschreibt Markus Hornig.

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