| 23. August 2010 | |||
| Interview: „Praktische Hilfestellung für jeden Unternehmer“ | |||
Unternehmerische Anliegen ohne aufwändige Behördengänge schnell und unkompliziert erledigen: In Ostwestfalen-Lippe ist diese Vision Realität geworden. Christina Kleemeier, Kreis Herford, über den einheitlichen Ansprechpartner OWL und seine Kompetenzen. m&w: Zur Umsetzung der Dienstleistungsrichtlinie der Europäischen Union wurde vor kurzem der Einheitliche Ansprechpartner Ostwestfalen-Lippe ins Leben gerufen. Vor welchem Hintergrund ist diese „Institution“ entstanden und wer gehört ihr an?
Kleemeier: In unserer Region bestand sehr schnell Einigkeit, die Herausforderungen der Europäischen Dienstleistungsrichtlinie gemeinsam meistern zu wollen. Seit 2010 gibt es den Einheitlichen Ansprechpartner Ostwestfalen-Lippe ONE HAND OWL, zu dessen Netzwerkpartnern neben den sechs Kreisen und der Stadt Bielefeld, die Bezirksregierung Detmold, die beiden regionalen Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammer OWL, 69 kreisangehörige Städte und Gemeinden sowie viele staatliche und nichtstaatliche Organisationen in der Region gehören. Mit der Aufgabenwahrnehmung wurde einvernehmlich der Kreis Herford betraut. m&w:Welche Aufgaben nimmt der Einheitliche Ansprechpartner wahr und an welche Zielgruppen richtet er sich? Kleemeier: ONE HAND OWL bietet eine zentrale Anlaufstelle für Fragen und Anliegen rund um die Unternehmensgründung, -führung und -beendigung. Wir bieten damit praktische Hilfestellung für jeden interessierten Gewerbetreibenden, gleichgültig ob Handwerksbetrieb, Existenzgründerin oder -gründer, kleines und mittleres Unternehmen. m&w: Welche besonderen Vorteile entstehen dadurch für mittelständische Unternehmen und für die Region insgesamt? Kleemeier: Der besondere Vorteil und das absolute Novum ist die Verfahrenskoordination. So können Interessierte zahlreiche Anzeige- und Genehmigungsverfahren über ONE HAND OWL abwickeln lassen und müssen nicht selbst den Kontakt zu unterschiedlichen Behörden aufnehmen. Sollte dies wider Erwarten nicht möglich sein, vermitteln wir selbstverständlich die Kontakte zu den Verantwortlichen in den Kammern und Kommunen. m&w: Stichwort Bürokratieabbau: Ist durch dieses Angebot auch mit einem weiteren Bürokratieabbau zu rechnen?
Kleemeier: Als Modellregion für Bürokratieabbau haben alle Akteure aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung dieses Thema fest im Blick. Durch die konkrete Umsetzung der in der Europäischen Dienstleistungsrichtlinie verankerten gesetzlichen Bearbeitungszeiten und Genehmigungsfiktionen wird Planungssicherheit für alle Beteiligten geschaffen. Serviceversprechen für wirtschaftsrelevante Dienstleistungen, insbesondere in Baugenehmigungsverfahren, stärken nach wie vor die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Ostwestfalen-Lippe. Mit dem gemeinsam geschaffenen Einheitlichen Ansprechpartner ONE HAND OWL wird dieses regionale Erfolgsmodell fortgeschrieben. Netzwerkarbeit, Service und Zuverlässigkeit steht dabei im Fokus unseres Handelns. m&w: Ist künftig an einem Ausbau des Dienstleistungsangebots gedacht? Wie stark wird der Ansprechpartner bereits angesprochen und genutzt? Kleemeier: Die Zahl der behördlichen Verfahren, bei denen die unterstützende Hilfe des Einheitlichen Ansprechpartners in Anspruch genommen werden kann, und damit auch die Zahl unserer Netzwerkpartner wächst kontinuierlich. Gleiches ist über die Zahl der Anfragen und Anträge in den vergangenen sieben Monaten zu sagen. Wir sind zuversichtlich, dass durch unterstützende Marketingmaßnahmen die Attraktivität dieses Angebots gesteigert werden kann. ← Zurück zu: News |
















