| 23. August 2010 | |||
| Mittelstand rückt ins Blickfeld der EU: Positive Auswirkungen der KMU-Charta | |||
99,8 Prozent der europäischen Unternehmer gehören dem Mittelstand an. Trotzdem standen seit Gründung der Europäischen Union eher die Interessen der Großkonzerne im Vordergrund. Mit der Charta für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus dem Jahr 2008 sollte sich dies ändern. Das Unternehmermagazin „Der Mittelstand“ zog in seiner Juni/Juli-Ausgabe eine erste Bilanz und es wird deutlich, dass sich die Initiative gelohnt hat. Die EU-Kommission stellte für den Mittelstand bereits 3,6 Milliarden Euro über die Europäische Investitionsbank bereit. Zusätzlich wurden dieser Unternehmergruppe mindestens 15 Prozent der für Forschungs- und Entwicklungsprojekte bereitgestellten Mittel garantiert. Auch im Bereich der Entbürokratisierung sind Fortschritte sichtbar. Neben der Planung, demnächst 2.500 Rechtsvorschriften abzuschaffen, können nun in einigen Bereichen Kosten gespart werden: Kleinbetrieben wurde der Jahresabschluss erlassen und der zeitliche Aufwand für alle notwendigen Anmeldungen einer GmbH wurde auf eine Woche reduziert. Weitere Vorteile bringt dem Mittelstand die Vereinfachung der Registrierung von EU-Markenrechten. Zudem vereinfachte die Einführung von e-Formularen die Rechnungslegung, die Steuererklärung und den Behördendienst. In Deutschland ist diese Technik jedoch noch unterentwickelt: Lediglich 45 Prozent der Firmen nutzen den elektronischen Weg. Insolvenzverfahren sollen künftig nur noch ein Jahr dauern, damit die betroffenen Unternehmen möglichst schnell eine zweite Chance bekommen. Außerdem soll es nach Einführung der Europa-AG nun für KMU die Möglichkeit geben, eine Europäische Privatgesellschaft zu gründen. Selbst im Bereich Steuern, der eigentlich zur nationalen Kompetenz gehört, gibt es Vorschläge. So soll es ermäßigte Mehrwertsteuersätze für KMU geben und bei Umsätzen bis 100.000 Euro auf die Umsatzsteuer verzichtet werden. Angesichts hoher Haushaltsdefizite ist die Umsetzung dieser Ideen jedoch nicht gesichert. Die Bilanz zeigt, dass erste Schritte getan sind. Für die Zukunft sind noch rund 100 weitere Maßnahmen geplant. Die Broschüre „Der Small Business Act für Europa: Vorfahrt für KMU“ ist im Europe Direct Informationszentrum des Kreises Gütersloh erhältlich unter Telefon: 05241/851403 oder per E-Mail: info@europedirect-gt.de. Weitere Informationen unter: www.europedirect-gt.de.
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