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Mitarbeiterzufriedenheit

Ein klarer Wettbewerbsvorteil 

Wie zufrieden sind eigentlich die eigenen Mitarbeiter? Eine berechtigte und zentrale Frage. Kaum etwas hat mehr Einfluss auf die Leistung der Beschäftigten und damit auch auf die Produktivität und den Erfolg des Unternehmens. 

Führungsqualität, eine herausfordernde, abwechslungsreiche und als sinnvoll empfundene Tätigkeit sind Motivationsfaktoren für MitarbeiterInnen.( Foto: Urheber Anna Bizoń, 123rf.com)

In der Theorie ist Mitarbeiterzufriedenheit die individuelle Einstellung, die sich aus dem Vergleich der erwarteten mit der wahrgenommen Arbeitsumgebung ergibt – im Prinzip ein einfacher Soll-Ist-Vergleich. „Wunschlos glücklich“ wäre dabei wohl der Idealzustand. In der Praxis hängt die Zufriedenheit von einer Menge Faktoren ab. Einige davon sind von der Unternehmensleitung nicht oder kaum zu beeinflussen – die Verkehrsanbindung zum Standort oder die aktuelle Marktlage beispielsweise. Der überwiegende Teil der Einflussfaktoren jedoch ist veränderlich und liegt maßgeblich in den Händen der Führungskräfte und Entscheider.

Bevor man mit der Förderung der Zufriedenheit anfängt, sollte eine aktuelle Bestandserhebung auf dem Plan stehen. Dabei reicht es nicht, pauschal zu erfragen, wie zufrieden der Mitarbeiter im Allgemeinen ist. Vor allem geht es darum, herauszufinden, mit welchen Bereichen seiner Arbeit er zufrieden und mit welchen er unzufrieden ist. Nur so erkennt man die Hebel, an denen man ansetzen muss, um etwas zu verändern. Idealerweise wird die Erhebung regelmäßig wiederholt, um eine Aussage zu Verbesserungen oder Verschlechterungen in den einzelnen Bereichen treffen zu können.

Die klassische Methode zur Erhebung der Mitarbeiterzufriedenheit ist die Befragung aller Mitarbeiter, meist anonym per Fragebogen mit Beurteilungsskala. Tipps, Beispiele und Vorlagen hierfür gibt es zuhauf und in unterschiedlicher Qualität im Internet.

Beim IT-Systemhaus COBUS ConCept aus Rheda-Wiedenbrück findet die Befragung jährlich im Rahmen der Betriebsversammlung statt. Dadurch, dass sie Teil einer Pflichtveranstaltung ist, wird auch der typischen „Teilnahmemüdigkeit“ vorgebeugt, sodass die Teilnahmequote immer bei nahezu 100 Prozent liegt. Über die schriftliche Umfrage hinaus hat COBUS ConCept im vergangenen Jahr erstmals eine persönliche Befragung in Interviewform durchgeführt. In Einzelgesprächen wurden ausgewählte Mitarbeiter zu verschiedenen Faktoren der Zufriedenheit und der Mitarbeiterbindung befragt. Vorteil bei der Face-to-Face-Methode ist, dass das Ergebnis zusätzlich zu den reinen Zahlenwerten noch persönliche Aussagen zu Details enthält, die sonst gar nicht abgefragt werden. Die Resultate haben damit eine stärker qualitative Aussagekraft. Idealerweise erhält man sogar konkrete Anregungen und Vorschläge, wie man es besser machen kann. Das müssen gar nicht mal große Umwälzungen im Betrieb sein – schon kleine Dinge können die Stimmung unter den Mitarbeitern signifikant beeinflussen. Ein Beispiel: Bei COBUS ConCept äußerten mehrere der Befragten den Wunsch nach einer eindeutigeren Regelung zum Thema Homeoffice. Dinge, die ab einer gewissen Mitarbeiterzahl plötzlich klarer geregelt und kommuniziert werden müssen. Und eine Verbesserungsmöglichkeit, die vergleichsweise einfach und schnell umgesetzt werden kann!

Wertschätzung, regelmäßiges Feedback, angemessene Aufgabenstellungen und eine hinreichende Kommunikation sollten im Arbeitsalltag die Regel sein.

Vor Einführung einer Mitarbeiterbefragung – egal ob anonym oder persönlich – sollte eine geeignete Kommunikation stattfinden, um Akzeptanz unter den Mitarbeitern zu schaffen und realistische Erwartungen zu sichern. Denn dass eine solche Maßnahme Erwartungen an bevorstehende Verbesserungen weckt, steht außer Frage – wozu sonst will die Firma wissen, womit man wie zufrieden ist? Dass nicht alle Wünsche erfüllt werden können und man schon in der nächsten Woche alle kritisierten Dinge aus der Welt geschafft hat, sollte allen im Vorfeld klar sein.

Soweit zur Messung. Aber wie kann man die Zufriedenheit fördern? Einer der wichtigsten Faktoren für ein gutes Arbeitsklima ist das Führungsverhalten. Dinge wie Wertschätzung, regelmäßiges Feedback, angemessene Aufgabenstellungen und eine hinreichende Kommunikation sollten im Arbeitsalltag die Regel sein. Auch wenn mancher die Kosten scheut: Ein Führungstraining oder -coaching mit externen Experten kann sich hier auszahlen, wenn Defizite in diesem Bereich erkannt werden.

An zweiter Stelle der Zufriedenheitsfaktoren steht die Arbeitsaufgabe als solche. Sinnvoll sollte sie sein und den eigenen Fähigkeiten entsprechend – nicht zu wenig Herausforderung und nicht zu viel, nicht zu wenig Verantwortung und nicht zu viel. Ziele sollten erreichbar sein, die Arbeitsweise selbstbestimmt und befriedigend.

An dritter und vierter Stelle der Rangfolge stehen eine gute Teamkultur sowie berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Es lohnt sich, Zeit in gemeinsame Teamevents zu investieren, Raum für den gegenseitigen Austausch zu schaffen und Weiterbildungsmaßnahmen aktiv zu fördern.

Sind diese grundlegenden Ansprüche an einen zufriedenstellenden Job erfüllt, gilt es, auch das Arbeitsumfeld so zu gestalten, dass die Freude bleibt: eine adäquate räumliche und technische Ausstattung, attraktive Arbeitszeiten, kleine Annehmlichkeiten wie Kaffeemaschine & Co. und nicht zuletzt natürlich ein nicht zwangsläufig hohes, aber zumindest gerechtes Gehalt.

Es lässt sich festhalten: Eine Investition in die Mitarbeiterzufriedenheit ist eine hervorragende Methode zur Förderung des Unternehmenserfolgs. Als positiver Nebeneffekt ergeben sich durch gut gelaunte Mitarbeiter zudem Verbesserungen in der Kundenzufriedenheit und beim Arbeitgeberimage sowie eine geringere Fluktuation des Personals.

Autorin Andrea Sprenger ist Assistentin im Personalmanagement bei COBUS ConCpet