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Kolumne INNOVATIONEN

Testmodelle werden in kurzer Zeit aus 3D-Computerdaten erzeugt. Durch einen Laser wird das Modell in Schichten zum 3D-Körper aufgebaut. Mit dem Modell können Form und Funktion überprüft werden. Foto: CNC-Speedform.

Testmodelle werden in kurzer Zeit aus 3D-Computerdaten erzeugt. Durch einen Laser wird das Modell in Schichten zum 3D-Körper aufgebaut. Mit dem Modell können Form und Funktion überprüft werden. Foto: CNC-Speedform.

Risiko kontrollieren

Nicht jede gute Idee lässt sich in der Praxis umsetzen: Autor Christof Paul, Design- und Projektmananger in der Produktentwicklung und Vorstandsvorsitzender von ProID e.V., über das Erkennen von Risiken und die Hindernisse auf dem Weg zur erfolgreichen Innovation.

Jedes Projekt hat seine Risiken. So ist es durchaus möglich, dass sich die gewünschte Idee während der Entwicklung als nicht umsetzbar darstellt, die Kosten für das Endprodukt zu hoch sind, die Stückzahlen zu unrealistisch eingeschätzt wurden oder das Resultat nicht den Bedürfnissen der Zielgruppe entspricht. Diese und andere Risiken können eine gute Idee auf dem Weg zur Innovation scheitern lassen.

Ein Risiko kann nicht beseitigt oder vorhergesagt werden. Meist sind die Erfolgschancen einer bedeutenden Innovation an hohe Entwicklungsrisiken geknüpft. Je weiter sich Entwicklungen von einem aktuellen Standard entfernen, desto größer werden die Aufwendungen für Forschung und Konzeptüberprüfungen. Entwicklungsteams, die unterschiedliche Risiken im Projekt erkennen und testen, erreichen die gesetzten Projektziele und eine erfolgreiche Markteinführung ihres Produkts.

Mit dem ersten Projektschritt – Definition von Idee und Produkt – beginnt auch die Risikoanalyse: Entspricht die Idee den Bedürfnissen des Marktes? Was erwarte ich von meinem Produkt und wie wird es später vertrieben? Im Fokus sollten zu Projektbeginn der Kunde, der Nutzen und der Vertrieb stehen. Eine detaillierte Projektplanung ist die Basis für die Ermittlung der nötigen Entwicklungskosten. Auf diese Weise können frühzeitig Investoren gewonnen, Kredite erfragt oder die eigenen Finanzmittel eingeplant werden. Projekte, die beispielsweise auf Basis von unterschätzten Projektmitteln gestoppt werden müssen, können ein ganzes Unternehmen in eine kritische Lage bringen.
In allen Entwicklungsschritten spielt die Selbstkritik durch Dritte oder das Entwicklungsteam eine entscheidende Rolle. So sollten von Entwicklungsbeginn alle Beteiligten – von der Konstruktion, über das Marketing bis zum Vertrieb – an einem Tisch sitzen. Alle Entscheider werden hierdurch in den Entwicklungsprozess eingebunden, gemeinsam Entscheidungen getroffen und Risiken genommen.
Der Status und die Konzepte müssen getestet und ausgewählt werden. Hierbei können Mechanik- oder Designkonzepte durch Modelle (Prototypen) zum frühen Zeitpunkt in der späteren Einsatzumgebung bewertet werden.
Das Testmodell in unterschiedlichen Entwicklungsschritten sollte nicht durch Kosten- oder Zeitfaktoren aus dem Entwicklungsprozess entfernt werden. Betrachtet man die Projektkosten über den gesamten Projektverlauf, so sind Problembeseitigungen im frühen Projektstatus  günstiger als in einer späteren Phase.

Viele Unternehmen folgen bei neuen Produkten auch dem Leitsatz „Lieber eine Evolution als eine Revolution“. Die Evolution beinhaltet weniger Unsicherheiten und Forschungsaktivitäten. Dem Endkunden fällt es leichter die Evolution zu akzeptieren. Die Evolution kann auch eine geschickte Kombination von vorhandenen, erprobten Techniken oder Produkten sein. Das Endprodukt sollte einfach und intuitiv für den Benutzer sein, um einen Erfolg bei der Vermarktung zu erreichen.

Die Kolumne INNOVATIONEN ist ein Projekt des Vereins ProID – Allianz zur Förderung von Produkt-Innovationen in Deutschland e.V., und markt & wirtschaft, um gemeinsam mit wechselnden Autoren über das umfangreiche Thema Innovationen unter verschiedenen Blickwinkeln zu berichten. Weitere Informationen: www.ProID-eV.de

 

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