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Kolumne INNOVATIONEN: Finanzierung von Ideen

Zum Erfolg einer guten Idee gehören viele Faktoren. Neben dem Vertrieb sollte ganz am Anfang die Finanzierung einer Idee betrachtet werden. Christof Paul, ProID e.V. Vorstandsvorsitzender, Industrial Designer, Produktentwickler und Autor, über einen oftmals langwierigen Weg.

Christof Paul, Vorsitzender ProID e.V., ist Designmanager und Entwickler in einem Entwicklungsbüro in Essen-Zollverein. Der Verein berät Unternehmen zum Thema „Innovationen“ und begleitet verschiedene Jugendprojekte.

Christof Paul, Vorsitzender ProID e.V., ist Designmanager und Entwickler in einem Entwicklungsbüro in Essen-Zollverein. Der Verein berät Unternehmen zum Thema „Innovationen“.

Gute Ideen sind wertvoll. Diese Werte werden erst nutzbar, wenn sie umgesetzt werden. In der Produktentwicklung endet die Umsetzung im Serienprodukt und einer erfolgreichen Vermarktung. Dieser Weg kann sehr lang und aufwändig sein und muss finanziert werden. Bei der Bewertung einer guten Idee muss die Finanzierbarkeit geprüft und geplant werden. Dies betrifft nicht nur die Entwicklung des Produktes, sondern auch die Vorproduktion, Lagerung, Werbemaßnahmen oder den Aufbau von Vertriebskanälen.
Bei großen Unternehmen gehören Finanzierung und Planung zum Alltagsgeschäft. Start-ups oder Einzelpersonen können hier schnell an finanzielle Grenzen stoßen. Beispielsweise kann eine Produktidee, für die mehrere Kunststoffteile benötigt werden, allein durch die Spritzgussformen schnell Kosten von fünfstelligen Eurobeträgen verursachen.

Viele Kleinunternehmungen begeben sich aus dieser Situation heraus auf die Suche nach Geldgebern. Hierzu ist fast immer ein „Businessplan“ zur Darstellung der Ideeumsetzung notwendig. Ein potentieller Investor, eine Bank oder ein Förderprogramm möchten Kosten, Vermarktung, Abwicklungszeiten, Projektschritte, Absatzzahlen etc. überblicken, um über Seriosität, Risiko und Potential zu entscheiden.
Gerade bei Investoren sind das Risiko und der spätere Gewinn wichtig. Nicht nur die Zahlen, sondern auch ein professionelles Präsentieren des Projekts und Teams sind notwendig. Hier gilt es, das Vertrauen der Geldgeber zu gewinnen.
Das Risiko für einen Investor ist hoch bei Projekten, die noch in einer frühen Entwicklungsphase stecken und ein komplexes Produkt beinhalten. Dieses hohe Risiko lässt sich der Investor später meist durch hohe Gewinnausschüttungen ausgleichen.
Um einen Bankkredit zu erhalten, ist ein solider Projektplan ebenso wichtig. Allerdings können hier auch Sicherheiten, wie Privateigentum, die Bereitstellung von Geldern ermöglichen. Beinahe jede Bank bietet hierzu Fördermöglichkeiten. Die KfW Bank und die NRW.Bank beraten Unternehmen und Personen zur Finanzierung ihrer Ideen oder bieten Förderprogramme für bestimmte Branchen an.

In den letzten Jahren ist das Finanzieren durch „Crowdfunding“ populär geworden. Auf Webportalen werden unterschiedliche Projektideen vorgestellt und private Geldgeber motiviert, mit kleinen Geldsummen zu unterstützen. Trotz der meist kleinen Einzelsummen, entstehen hierbei große Endsummen, die auch eine Million Euro überschreiten können. Die Geldgeber erhalten als Gegenleistung später beispielsweise ein erstes Serienprodukt. Die Nutzer von „Crowdfunding“- Plattformen stellen ihre Ideen und Produkte in einem kurzen Video dar. Die Entscheidung der Geldgeber ist hier sehr emotional: das Produkt muss auf Anhieb gefallen.
Die Suche nach Geldgebern ist meist zeitaufwändig und mit vielen kritischen Fragen verbunden. In dieser Zeit sind vom Ideengeber Ausdauer und der feste Glaube an seine Idee gefragt.

Weitere Informationen: www.ProID-eV.de