mawionline

Kolumne INNOVATIONEN: Benutzer, Produkt und Ergonomie

Designer Chris Weel: „Ergonomie im Design beschäftigt sich mit unterschiedlichen Produkten, die sich physisch und kognitiv auf die Kenntnisse und Möglichkeiten der Nutzer richtet.“

Designer Chris Weel: „Ergonomie im Design beschäftigt sich mit unterschiedlichen Produkten, die sich physisch und kognitiv auf die Kenntnisse und Möglichkeiten der Nutzer richtet.“

Erfolgreiche Produkte sind intuitiv, selbsterklärend, ergonomisch

In der Kolumne INNOVATIONEN – eine Initiative von ProID e.V. und markt & wirtschaft – beschreibt Designer Chris Weel (MMID, Essen und Delft) den Stellenwert von Ergonomie und Benutzeranalysen in der Produktentwicklung.

Jeder Mensch kommt täglich mit Ergonomie in Berührung – oft auch ohne, dass wir uns darüber bewusst sind. Wir benutzen jeden Tag verschiedene Gegenstände. Nur wenn etwas nicht funktioniert, wenn das Zusammenspiel zwischen einem Produkt und dem Nutzer gestört ist, nehmen wir sie wahr. Aber wie ist Ergonomie eigentlich mit Produktentwicklung verknüpft? Ergonomie im Design beschäftigt sich mit unterschiedlichen Produkten, die sich sowohl physisch als auch kognitiv auf die Kenntnisse und Möglichkeiten der Nutzer richtet. Sie ist ein wichtiger Aspekt in der Produktentwicklung.

Das Produkt soll nicht nur funktionieren, sondern der Nutzer muss das Produkt für ein optimales Produkterlebnis auch als angenehm erfahren.

Idealerweise benutzt er das Produkt intuitiv. Deswegen steht der Nutzer im Entwicklungsprozess an zentraler Position. Das Endergebnis wird hierdurch als Mehrwert wahrgenommen. Bei der klassischen Ergonomie schließt das Produkt an die physischen Bedingungen der Nutzer an. So wird als wichtigster Punkt beispielsweise ermittelt, ob der Handgriff der Bohrmaschine richtig geformt oder die Taste an der richtigen Stelle ist. Entscheidend ist, dass er gut in der Hand liegt und die Arbeitsbelastung so gering wie möglich ist. In letzter Zeit verschiebt sich der Schwerpunkt von physischer zu kognitiver Ergonomie. Produkte entwickeln sich von einem Objekt zu einem selbstdenkenden Produkt. Der Nutzer muss das Produkt lieben, lesen und verstehen können. Die Schnittstelle von Produkt zu Benutzer (Interface) wird immer wichtiger. Interface bezeichnet meist die Bedienelemente oder Informationsbildschirme an Geräten. Für die optimale Umsetzung von einem Interface ist eine genaue Analyse von Nutzer und Produkt wichtig. Wie und wann das Produkt vom Nutzer verwendet wird, kann mit unterschiedlichen Methoden genau erfasst werden. Interviews und Beobachtungen verschaffen dem Entwickler ein gutes Bild der Nutzer und deren Erfahrungen mit dem Produkt. Auf Basis dieser Daten kann ein erfahrenes Entwicklungsteam das Produkt auf die Zielgruppe zuschneiden. Generell müssen alle Schnittstellen an Produkten klar und logisch aufgebaut sein. Das Produkt soll selbsterklärend sein, sodass im besten Fall der Nutzer ohne Gebrauchsanweisung auskommt. Entwicklungen, die das Prinzip Nutzer-Produkt integrieren, erzeugen eine hohe Zufriedenheit beim Endnutzer. Diese Qualitäts- und Alleinstellungsmerkmale unterstützen später alle Unternehmensbereiche vom Vertrieb über Service bis zum gesamten Unternehmensimage. Oder sie kommen dem Arbeitsschutz zugute, reduzieren krankheitsbedingte Arbeitsausfälle und erhöhen die Arbeitseffizienz.

ProID – Allianz zur Förderung von Produkt-Innovationen in Deutschland e.V.,
weitere Informationen: www.ProID-eV.de

 

Hinterlasse einen Kommentar