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Kolumne INNOVATIONEN

Ziel des „Universal Designs“ ist, eine Produktgestaltung für alle Lebenssituationen zu schaffen.

Ziel des „Universal Designs“ ist, eine Produktgestaltung für alle Lebenssituationen zu schaffen.

Universal Design

 Als ein Teilbereich von Innovationen beschreibt Christof Paul, Vorstandsvorsitzender des Vereins ProID e.V. und Designmanager MMID, das Thema „Universal Design“ als einen Mehrwert von Produkten.

Jede Generation hat unterschiedliche Anforderungen an Produkte. Zudem kann ein Benutzer durch individuelle Körpergrößen oder körperliche Einschränkungen diese Produkte unterschiedlich handhaben. Ziel des „Universal Designs“ ist, eine Produktgestaltung für alle Lebenssituationen zu schaffen.
Junge Menschen haben andere Bedürfnisse als Senioren und möchten nicht über Einschränkungen im Alter nachdenken.Die Statistiken zeigen, dass der Anteil der alten Menschen in der deutschen Gesellschaft ansteigt. Die ältere Generation möchte zum Beispiel ihren Ruhestand genießen und trotz altersbedingter Einschränkungen komfortabel leben.
Für eine Zielgruppe mit Körpereinschränkungen werden meist Reha-Hilfsmittel zur Verfügung gestellt, die nachträglich ins Lebensumfeld installiert werden. So erfolgt beispielsweise die Montage von Aufstehhilfen in geschmackvoll eingerichteten Bädern, die wie Roboterarme von der Wand abstehen oder es werden Produkte eingesetzt, die bereits durch ihre Form eine Krankheit erkennen lassen.

Seit einigen Jahren ist diese Stigmatisierung von Menschen mit körperlichen Einschränkungen ins Bewusstsein gerückt. Viele Hersteller, Serviceanbieter oder Architekten folgen heute der Idee des „Universal Designs“. Bei einer Produktentwicklung wird hier das Hilfsmittel „unauffällig“ integriert und ein Produkt oder Lebensraum für jeden nutzbar gemacht. So entspricht ein Produkt den Wünschen einer jungen Zielgruppe und stellt für eine alte Generation ein nützliches Hilfsmittels da.
Fast jeder Hersteller von Sanitärkeramik hat deshalb heute ein Waschbecken im Programm, dessen Randbereich als Griff ausgeformt ist. Die obere Sichtseite ist meist gradlinig-modern und die Unterkante mit Griffmulden ausgeformt. Dieser Griff bietet alten Menschen Halt- und Stützmöglichkeiten.Öffentliche Gebäude und Kaufhäuser achten auf optimalen Zugang aller Räume und Etagen, universal verständliche Wegweiser und Bedienelemente oder neue Formen von Serviceangeboten für Menschen mit körperlichen Einschränkungen.

Produkte mit den Eigenschaften des „Universal Designs“ müssen durch ihre „Vielseitigkeit“ nicht aufwendiger oder teurer sein. Die Entwickler universeller Produkte sollten sensibel mit den Einschränkungen oder Fähigkeiten von Senioren, Menschen mit Behinderungen, Kleinkindern oder Schwangeren umgeben. Diese Voraussicht in Produktentwicklungen kann vielen Produkten einen Nutzen für alle Generationen geben.
Die Kolumne INNOVATIONEN ist ein Projekt von ProID e.V. und m&w.

Weitere Informationen: www.ProID-eV.de

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