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KLARA agil

Zurück aus der Zukunft der Neuen Arbeit

Bärbel Röpke-Stieghorst und Rainer Pivit, Gründer von KLARA agil, über die Neue Arbeit und welche Voraussetzungen notwendig sind, diese erfolgreich umzusetzen.

Unterstützen Unternehmen auf dem Weg zur Neuen Arbeit: Bärbel Röpke-Stieghorst,  Lehr-Coach und Veränderungsbegleiterin, und Rainer Pivit, Physiker und Veränderungsbegleiter

Unterstützen Unternehmen auf dem Weg zur Neuen Arbeit: Bärbel Röpke-Stieghorst, Lehr-Coach und Veränderungsbegleiterin, und Rainer Pivit, Physiker und Veränderungsbegleiter

Kennen Sie die faszinierende Geschichte vom niederländischen Pflegedienst Buurtzorg, welcher 2006 von Jos de Blok gegründet wurde? Einem Krankenpfleger, der aus Frust über das vorherrschende Pflegesystem, in dem der Mensch zum Empfänger von Pflegeeinheiten wurde, einen Strich unter alles zog und beschloss: „Ich mache es anders! Bei mir soll wieder der Mensch im Mittelpunkt stehen!“? Er begann mit drei weiteren Mutigen, jetzt nach zehn Jahren treffen 400 Bewerbungen im Monat ein, ca. 10.000 Mitarbeitende kümmern sich in kleinen Teams menschlich kompetent um ganzheitliches Wohlbefinden ihrer Patienten.
Oder ist Ihnen die Evangelische Schule Berlin Zentrum bekannt, öffentlich finanziert, in der SchülerInnen Wissbegierige über das System der angesehenen Reformschule informieren, Bücher schreiben – nicht weil sie es müssen, sondern weil sie Lust dazu haben und hinterher wissen, wie so etwas funktioniert?
Vielleicht kennen Sie das schwäbische Maschinenbauunternehmen HEMA, welches 2015 den New Work Award erhielt, weil man dort so wagemutig war, agiles Projektmanagement und SCRUM vom IT-Bereich auch in Konstruktion und Fertigung zu übertragen? HEMA hat sich vom Standard- zum Sondermaschinenbauer entwickelt, ohne Lieferschwierigkeiten, mit zufriedenen Kunden und 90 zufriedenen Mitarbeitern.

Was haben diese kleinen Wunder gemeinsam?

Das Internetzeitalter ist Wegbereiter für eine neue Weltsicht. Menschen, Maschinen und Umfelder sind vernetzt, stehen in Wechselwirkung zueinander. Folgerichtig also die Erkenntnis, auch Gehirne müssen nicht allein funktionieren, insbesondere wenn es um komplexe Zusammenhänge geht. Das menschliche Gehirn ist ein soziales, sagt die Hirnforschung. Neue Weltsichten beeinflussen alle Bereiche menschlichen Daseins, so auch das Wie der Unternehmensführung.
Frédéric Laloux, ehemals Berater bei McKinsey, erging es wie dem o.g. Krankenpfleger: Er hatte die Nase voll. Das Leben war gnädig und erlaubte ihm drei Jahre lang Unternehmen zu studieren, in denen der Mensch mehr zählt als Zahlen, Arbeit Freude bringt und man sich entwickeln kann. Und in denen durchaus mehr als ein paar Youngsters im Hinterhofbüro arbeiten, es personell als auch wirtschaftlich gestanden und erfolgreich zugeht.
Die Erfolgsfaktoren zusammenzubringen, war der Wunsch von Laloux. Herausgekommen ist eine profunde Sammlung an evolutionären Praktiken, auch agile Tools genannt.
Allen „Neuen Unternehmen“ gemeinsam war, dass sie sich nicht mehr als „Maschine“, sondern als „lebendigen Organismus“ verstanden. Man weiß heute, in einem lebendigen Organismus gibt es keinen Chef. Sondern Selbstorganisation, sich abgleichende Prozesse, miteinander agierende Systeme. Folgerichtig gibt es in „Neuen Unternehmen“ diese Durchbrüche zu entdecken:

 – Selbstführung – bei Buurtzorg z.B. arbeitet man in kleinen sich selbst organisierenden Teams, es gibt nur ein kleines Backoffice für alle. Übrigens ist Buurtzorg wesentlich kostengünstiger und erfolgreicher als andere Pflegedienste der Niederlande.

– Ganzheit – der Mensch hat Platz über seine Profession hinaus, mit seinen Emotionen, Fähigkeiten und Lebenssituationen. Das schafft Vertrauen, eine wichtige Basis für gemeinsames Arbeiten wie bei HEMA.

– Sinnstiftung – die Arbeit motiviert von Innen heraus. Intrinsische Motivation ermöglicht Qualität, Dranbleiben und Kreativität. Oder wie ist es zu erklären, dass pubertierende Schülerinnen gemeinsam ein erfolgreiches Buch schreiben?

Die Neue Arbeit ist keine Mode und kein freundliches Schulterklopfen

Sondern Folge technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen. Sie lässt sich nicht mit ein paar agilen Tools umsetzen. Es braucht verändertes Denken, neue Haltung und Mut, anders zu führen. Stetiges Lernen, Retrospektiven, Rahmenwerke für selbstorganisiertes Arbeiten oder neue Praktiken der Entscheidungsfindung sind einige Schlüssel für erfolgreiche Neue Arbeitskultur.
Googles wichtigster Erfolgsfaktor z.B. – neben Zuverlässigkeit, Sinnstiftung, Transparenz und Einflussnahme – ist gelebte psychologische Sicherheit. Sie erst ermöglicht angstfreies Mitdenken und Entwickeln von guten Lösungen.

 Grafik Klara agil

 

 

 

 

 

 

Der Weg zur Neuen Arbeit

Klassisches Change Management passt nicht zum agilen Ansatz. Veränderung ist stetiger Partner und braucht kompetentes Gegenüber. Setzen Sie sich mit dem Neuen Denken auseinander, fangen Sie an mit einem „kleine Elefanten“. Innerhalb oder außerhalb Ihres Unternehmens. D.h. experimentieren Sie mit agiler Arbeitsweise und lassen diese wachsen. Bis sie zum „ausgewachsenen Elefanten“ wird. Oder einer Herde. Unser Tipp: Unterschätzen Sie nicht die Kraft einer Idee, deren Zeit gekommen ist. Die Landkarte zur Neuen Arbeit finden Sie hier:
http://klara-agil.de/klaras-schatztruhe.html

Weitere Informationen: www.klara-agil.de