mawionline

Kapitalmärkte bilden Wohlstand

„Nicht spekulieren, sondern den Markt für sich arbeiten lassen“

Dipl.-Ökonom Jörg-Dieter Brand (CFP), Finanzökonom (ebs), Unternehmensgruppe Brand & Partner, über das Funktionieren der Kapitalmärkte, die Vergeblichkeit der Spekulation und die Chancen, den Markt für sich arbeiten zu lassen.

Jörg-Dieter Brand: „Aktienkurse sind fair, andauernde Renditeunterschiede von Portfolios lassen sich durch unterschiedliche Risikoexpositionen erklären.“

Jörg-Dieter Brand: „Aktienkurse sind fair, andauernde Renditeunterschiede von Portfolios lassen sich durch unterschiedliche Risikoexpositionen erklären.“

Herr Brand, wie beurteilen Sie die derzeitige Situation auf den Kapitalmärkten?

Jörg-Dieter Brand: Lassen Sie mich mit einem Fazit eines Aufsatzes von Butler/ Kanzler im Financial & Estate Planning beginnen: „Fünf Jahre nach Lehman sucht die Finanzindustrie in Deutschland noch immer ihr Heil im Verkauf von  Mode- und Trendprodukten. Nach wie vor wird suggeriert, Berater würden ihren Kunden mit komplexen Anlagestrategien bessere Ergebnisse als der Markt bescheren können. Dass sie bisher nicht an die paradiesischen Zeiten vor Lehman anknüpfen konnten, begründen sie mit dem schlechten Marktumfeld und einer verschärften Regulation. Bei genauerer Betrachtung dieser Argumente stellt man allerdings sehr schnell fest, dass sich die Kapitalmärkte auf dem Weg zu neuen Allzeithochs befinden (wo genau bitte war noch mal das schlechte Marktumfeld?) und dass die neuen Regulationen nur dabei hinderlich sein können, den Kunden alle paar Monate neue spekulative Produkte zu verkaufen.

Dass es auch anders geht, zeigen nicht zuletzt die Berater, die sich entschlossen haben, die Wirklichkeit zu nehmen, wie sie ist: Indem sie sich selbst nicht mehr länger über den Verkauf von Outperformance definierten, konnten sie die Entwicklungen ihrer Unternehmen zum Positiven wenden. Wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Anerkennung sind die Folge ihrer Entscheidung, es anders zu machen, als es der veraltete Industriestandard vorgibt. Ihr Mut zum Wandel wurde belohnt. Und begonnen hat alles im Kopf.“

Und wie funktionieren die Kapitalmärkte jetzt?

 Jörg-Dieter Brand: Auf weltweit allen Märkten belegt die Geschichte, dass Investoren belohnt werden für die Bereitstellung von Anlagekapital. Unternehmen wetteifern um Anlagekapital und Millionen von Anlegern wetteifern um die attraktivsten Renditen. Dieser Wettbewerb bringt die Preise schnell auf ihren fairen Marktwert. Dadurch wird sichergestellt, dass kein Investor höhere Renditen erzielen kann ohne höhere Risiken einzugehen. Traditionelle Fondsmanager streben danach, besser als der Marktdurchschnitt abzuschneiden, indem sie „Preisineffizienzien“ nutzen und die Zukunft voraussagen wollen. Allzu oft erweist sich dieser Ansatz als kostspielig und nicht erfolgreich. Prognosen liegen falsch und die Manager erzielen nicht die Marktrenditen, weil sie zur falschen Zeit die falschen Wertpapiere halten. Währenddessen entwickeln sich die Marktwirtschaften hervorragend – nicht weil Kapitalmärkte versagen, sondern weil sie erfolgreich sind.

Grundsätzlich müssen Anleger also für eine marktüberdurchschnittliche Performance, auch ein höheres Risiko tragen.

 Jörg-Dieter Brand: Die Vergeblichkeit der Spekulation ist eine gute Nachricht für den Investor. Sie bedeutet, dass Aktienkurse fair sind und dass andauernde Renditeunterschiede von Portfolios durch unterschiedliche Risikoexpositionen erklärt werden können. Sicher ist es möglich, eine bessere Performance als der Markt zu erzielen, jedoch nicht ohne ein höheres Risiko einzugehen.

Wenn man kostspieliges Spekulieren und Herumraten ablehnt, ist das Investieren nur noch eine Frage der Höhe der Allokationen in Small, Large, Value und Growth Aktien auf Aktienmärkten in der ganzen Welt – und wieviel Laufzeit- und Ausfallrisiko in festverzinslichen Wertpapieren angestrebt werden soll. Moderne Finanzmarktforschung identifiziert die treibenden Kräfte für Investmentrenditen. Entsprechende Fonds- und Anlageinstrumente bieten gute Chancen auf eine Erhöhung der Rendite.

Das bedeutet, moderne Investmentstrategien sehen die Märkte als Verbündete, nicht als Gegner?

Jörg-Dieter Brand: Ja, das kann man sagen. Statt zu versuchen, Fehler in den Marktkursen zu finden, nutzt man die Situationen, in denen der Markt Recht hat und Anleger für ihren Kapitaleinsatz belohnt. So kann der Anleger Stress und Enttäuschung beim Investieren hinter sich lassen, und zwar mit einem klaren und empirisch belegten Ansatz der Vermögensverwaltung.

Weitere Informationen: www.brand-partner.de

Hinterlasse einen Kommentar