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it´s OWL – Fachgruppe Systems Engineering

Damit der Maschinenbau wettbewerbsfähig bleibt

Im Spitzencluster it´s OWL hat jetzt die Fachgruppe Systems Engineering ihre Arbeit aufgenommen. Ziel ist es, disziplinübergreifende Methoden für die Entwicklung von intelligenten Maschinen und Anlagen in die Praxis zu bringen.

Intelligenz auf dem Feld: Maschinen werden immer intelligenter, steuern dank des Zusammenspiels von Elektronik und Mechatronik ihr Verhalten und sind in der Lage planerisch vorauszudenken und dabei ihre kognitiven Fähigkeiten einzusetzen. (Foto: CLAAS)

Intelligenz auf dem Feld: Maschinen werden immer intelligenter, steuern dank des Zusammenspiels von Elektronik und Mechatronik ihr Verhalten und sind in der Lage planerisch vorauszudenken und dabei ihre kognitiven Fähigkeiten einzusetzen.
(Foto: CLAAS)

Die Sonne brennt auf das staubige Feld, mühelos schneidet der Mähdrescher das Getreide. Am nächsten Tag ein anderes Bild: Das Feld ist nass, der Regen hat den Boden aufgeweicht, für den Mähdrescher kein Problem. Er kann sich problemlos auf Umfeldveränderungen einstellen und zu jeder Zeit ein gleichbleibend gutes Ergebnis liefern.
Diese Anpassungsfähigkeit der Maschine ist keine Zauberei, sondern eine besondere Fähigkeit, die intelligente Maschinen auszeichnet. „Maschinen werden immer intelligenter, steuern dank des Zusammenspiels von Elektronik und Mechatronik ihr Verhalten und sind in der Lage „planerisch vorauszudenken und dabei ihre kognitiven Fähigkeiten einzusetzen. Auch sind sie in der Lage, zum Beispiel ihren eigenen Wartungsplan zu erstellen, sie überwachen mit Hilfe der Sensorik und Elektronik ihren eigenen Zustand.
Im Spitzencluster it´s OWL sind diese Themen längst angekommen. Die neu gegründete Fachgruppe Systems Engineering ist ein wichtiges Forschungsgebiet im Technologie-Netzwerk it´s OWL – Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe, und beschäftigt sich mit der Entwicklung von disziplinübergreifenden Methoden für die Entwicklung intelligenter Maschinen und Anlagen.
Hier werden Entwurfstechniken unterschiedlicher Disziplinen zu einer übergreifenden Entwurfssystematik zusammengeführt, die in Modellierungs- und Simulationsmethoden verfügbar gemacht wird. „Unternehmen können so die Effektivität und Effizienz ihrer Produktentwicklung steigern. Entwicklungszeiten werden verkürzt, Abstimmungsbedarfe und nachträgliche Änderungen entfallen und die Produktqualität steigt“, beschreibt Dr.-Ing. Roman Dumitrescu. Der Geschäftsführer der it´s OWL Clustermanagement GmbH und Abteilungsleiter Fraunhofer IPT – Projektgruppe Entwurfstechnik Mechatronik ist Partner der neuen Fachgruppe. Weitere Teilnehmer sind die Netzwerke OWL Maschinenbau und OWL ViProSim sowie die Gesellschaft für Systems Engineering.

 Systems Engineering ist keine neue Erfindung

Startschuss für die Fachgruppe Systems Engineering (v.l.): Philippe Bartissol (Vice President Industrial Equipment Dassault Systèmes), Dr. Peter Ebbesmeyer (Projektleiter Transfer it's OWL Clustermanagement GmbH), Dr. Lydia Kaiser (Gruppenleiterin Systems Engineering Fraunhofer IPT Projektgruppe Entwurfstechnik Mechatronik), Dr. Eberhard Niggemann (Vorstand OWL Maschinenbau und OWL ViProSim), Matthias Knoke (Leiter Virtuelle Produktentstehung Miele & Cie. KG), Martin Kannegiesser (Geschäftsführender Gesellschafter Herbert Kannegiesser GmbH) Foto: IT´s OWL

Startschuss für die Fachgruppe Systems Engineering (v.l.): Philippe Bartissol (Vice President Industrial Equipment Dassault Systèmes), Dr. Peter Ebbesmeyer (Projektleiter Transfer it’s OWL Clustermanagement GmbH), Dr. Lydia Kaiser (Gruppenleiterin Systems Engineering Fraunhofer IPT Projektgruppe Entwurfstechnik Mechatronik), Dr. Eberhard Niggemann (Vorstand OWL Maschinenbau und OWL ViProSim), Matthias Knoke (Leiter Virtuelle Produktentstehung Miele & Cie. KG), Martin Kannegiesser (Geschäftsführender Gesellschafter Herbert Kannegiesser GmbH) Foto: IT´s OWL

In der Luftfahrt und der Automobilindustrie hat sich diese Technologie längst etabliert. Während in der Luftfahrt eher multinationale Unternehmen tätig sind, ist der klassische Maschinenbauer Mittelständler mit anderen Voraussetzungen und Anforderungen. „Die Herausforderung liegt darin, dass Methoden-Know-how auf die Bedürfnisse des Maschinenbaus herunter zu skalieren und Lösungen zu suchen, die angesichts limitierter personeller und zeitlicher Ressourcen umsetzbar sind“, so Dr.-Ing. Peter Ebbesmeyer, Koordinator Technologietransfer bei der it‘s OWL Clustermanagement GmbH.

Wir brauchen einen kontinuierlichen Erfahrungsaustausch zwischen Industrie und Forschung“

Das funktioniert jedoch nur, wenn man sich verbündet, im Netzwerk arbeitet, gemeinsam Methoden entwickelt und einen Nutzen generiert. „Wir brauchen einen kontinuierlichen Erfahrungsaustausch zwischen Industrie und Forschung. Und wir müssen Werkzeuge erproben und weiterentwickeln. Das funktioniert nur durch Kooperationen“, sagt Dumitrescu. Mit dem französischen Unternehmen Dassault Systèmes haben die Ostwestfalen einen Partner gefunden, der weltweit führend auf dem Gebiet der Software-Werkzeuge ist. „Die Franzosen haben bemerkt, dass es in der Region beeindruckendes Know-how und Bedarf an der Nutzung ihrer Software-Tools gibt“, sagt Ebbesmeyer. Die Kooperation schafft Synergien für beide Seiten: Der französische Familienbetrieb, mit ähnlicher Philosophie wie die deutschen Maschinenbauer, steht für Visionen, Ideen und ist bereit, Neues zu lernen. Da ist er  bei den Ostwestfalen an der richtigen Adresse. Die Region gehört zu den stärksten Produktionsclustern in Europa. Die Leistungsfähigkeit und Innovationsfreude der Unternehmen sind bekannt. Eine gute Basis, um gemeinsam etwas zu bewegen.

In den nächsten Monaten bleibt es spannend: Die neue Fachgruppe wird ihre weitere Tätigkeit in vier Arbeitsgruppen organisieren, interessierte Unternehmen können hier aktiv teilnehmen. Ein Schwerpunkt ist dabei das Anforderungs-Engineering. Dabei geht es um die systematische Erfassung der Anforderungen an das Produkt sowie die Ermittlung von Wechselwirkungen und Zielkonflikten. Weitere Themen sind die Simulation von Produkteigenschaften und das ganzheitliche Datenmanagement. Zudem werden die Auswirkungen des Systems Engineerings auf die Unternehmensorganisation konkretisiert, wie beispielsweise die Umstrukturierung von Kommunikations- und Geschäftsprozessen.

Es ist zudem geplant, bis Ende 2014 ein LiveLab „Systems Engineering“ im Fraunhofer IPT in Paderborn einzurichten. Dort können Unternehmen die Möglichkeiten von Werkzeugen des Systems Engineerings an konkreten Beispielen erfahren und ausprobieren. Darüber hinaus werden neue Methoden und Werkzeuge getestet und weiterentwickelt sowie Transferprojekte mit Unternehmen umgesetzt.

Weitere Informationen auf der FMB, Halle 21 Stand D 13, und www.its-owl.de

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