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Innovationen und Netzwerke

Überzeugende Ergebnisse 

Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen hängt in erheblichem Maße von innovativen Vorsprüngen gegenüber ihren Konkurrenten ab. Professor Dr.-Ing. Gerson Meschut, Leiter des Laboratoriums für Werkstoff und Fügetechnik (LWF) an der Universität Paderborn, über die Wichtigkeit von Innovationen und wie Wirtschaft und Wissenschaft durch Kooperationen profitieren können. 

Professor Dr.-Ing. Gerson Meschut

Professor Dr.-Ing. Gerson Meschut: „Innovationskraft ist mit Qualifikation verbunden und häufig das Ergebnis harter Arbeit von Fachleuten.“
Foto: Uni Paderborn

Welche Bedeutung hat vor diesem Hintergrund der Erhalt und Ausbau der Innovationskraft für Unternehmen zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit?
Prof. Meschut: Innovationen sind eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass Unternehmen überhaupt am Markt bestehen können. Innovationskraft ist jedoch mit Qualifikation verbunden und häufig das Ergebnis harter Arbeit von Fachleuten. Hier kommt es entscheidend auf den Mut des Unternehmers und seinen Antrieb an, unternehmenseigene Ideen zu verfolgen und zum Durchbruch zu verhelfen.

Freiheit in Forschung und Kreativität sind wichtige Kriterien, die Innovationen hervorbringen und damit Wettbewerbsfaktoren, die uns stark machen und uns gegenüber anderen Nationen auszeichnen. Wertschöpfung wird durch die Produktion und den Export von neuen Produkten geschaffen. Wenn uns die Innovationen ausgehen, bleiben langfristig auch die Kunden aus. Und das schwächt unsere Wettbewerbsstärke.

Als ein Land, das über keine Rohstoffe verfügt, sind wir besonders darauf angewiesen, mit neuen und zukunftsweisenden Produkten und Dienstleistungen aufzuwarten. Deshalb kommt es einmal mehr darauf an, das Wissen von mit Werten ausgestatteten jungen Mitarbeitern zu nutzen.

Gerade kleinere und mittlere Unternehmen sind allein aufgrund personeller Kapazitäten und finanzieller Ressourcen oftmals nicht in der Lage, Forschung und Entwicklung allein zu betreiben.
Prof. Meschut: Unternehmen eröffnen sich durch Kooperationen mit Hochschulen sehr gute Möglichkeiten, über einen temporären Zeitraum zusätzliche Kompetenzen zu generieren. Außerdem profitieren sie vom Zugang zum Personal der Hochschulen.

Immer noch nutzen zu wenige Unternehmen die Vielzahl an Förder- und Kooperationsmöglichkeiten. Der Wille, sich zu informieren und an Ausschreibungen teilzunehmen, muss gegeben sein. Der administrative Aufwand mag den ein oder anderen abschrecken – er rechtfertigt jedoch die Chancen, die eine Förderung mit sich bringt.

Was kann die Wissenschaft konkret leisten bzw. wo bieten Sie konkrete Unterstützung an?
Prof. Meschut: In unserem Institut beschäftigen wir uns mit den Themen Leichtbau und Fügetechnologien für den Leichtbau im Wesentlichen für die deutsche, aber zunehmend auch internationale Automobil- und deren Zulieferindustrie. Mit unserem Know-how dienen wir den Unternehmen, in dem wir zum Beispiel Personal in anwendungsorientierten Projekten ausbilden. Viele dieser hochqualifizierten Menschen treffen wir später in der Industrie wieder.

Profitieren können Unternehmen auch von unserer Hilfestellung bei konkreten Forschungsthemen. Es gibt verschiedene erfolgreiche Beispiele, wo wir gemeinsam mit Unternehmen aus der Zuliefererindustrie und deren Kunden, zum Beispiel aus der Automobilindustrie, gemeinsam an einem Thema gearbeitet haben. Nach zwei Jahren lag dann ein für alle Seiten überzeugendes Ergebnis vor.

Darüber hinaus fungieren diese Kooperationen auch als Rekrutierungsplattform.  Verschiedene Unternehmen haben durch die intensive Zusammenarbeit mit dem LWF ihre späteren Mitarbeiter kennengelernt.

Oftmals beschäftigen sich Unternehmen mit einer Problemstellung oder einem Projekt, das noch wenig greifbar ist. Hier können wir ebenfalls im Dienstleistungsauftrag aktiv werden, indem wir prüfen, ob hier eine tragfähige Idee zugrunde liegt. Ist das der Fall, so bringen wir das Projekt auf einen guten Stand.

Der Vorteil für die Unternehmen liegt klar auf der Hand. Sie müssen in ihrem Betrieb keine Kapazitäten vorhalten, keine zusätzliche Stelle schaffen und minimieren so das Risiko, falls die Idee nicht weiterverfolgt werden kann.