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Industrie 4.0 – Aus der Forschung, in den Mittelstand

Erfolgreicher Praxistransfer 

Die Potenziale der Digitalisierung zu erschließen, ist gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit Herausforderungen verbunden. Unterstützung bietet der Spitzencluster it´s OWL. Auf der FMB präsentieren Forschungseinrichtungen und Clustermanagement auf dem it´s OWL Gemeinschaftsstand neue Technologien und erfolgreiche Anwendungsbeispiele.

it's OWL

Schaltanlagenbau Westermann: Mitarbeiter Kai Watts testet
gemeinsam mit Geschäftsführer Heinz-Dieter Finke ein Tablet
in der Fertigung. Ein komplett digitales Abbild und eine intuitive Fertigungs-Anleitung erleichtern die Arbeit. Foto: Fraunhofer IEM

Untersuchungen zeigen, dass Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe mit neuen Technologien bis 2025 ihre Produktivität um bis zu 30 Prozent erhöhen und ihre Kosten um bis zu 30 Prozent senken können. Die Einführung von Industrie 4.0 muss Schritt für Schritt erfolgen und ist für jedes Unternehmen unterschiedlich. Im Spitzencluster it´s OWL – Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe wurden viele Technologien und Anwendungen entwickelt. Mit dieser Erfahrungsgrundlage unterstützt it´s OWL Betriebe im verarbeitenden Gewerbe, die Potenziale von Industrie 4.0 für ihr Unternehmen zu erkennen und neue Technologien zu nutzen.

Qualifizierung und Erfahrungsaustausch
Schulungen und Seminare vermitteln Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Wissen über neue Technologien für Industrie 4.0 und deren Anwendungsbereiche. Den Dialog zwischen Unternehmen ermöglichen offene Erfahrungsaustauschgruppen. So bieten die Fachgruppen Industrie 4.0 und Systems Engineering Unternehmen zwei Mal jährlich die Möglichkeit, aktuelle Entwicklungen der digitalen Produktion zu diskutieren. Darüber hinaus können sich Betriebe in lernenden Netzwerken in einem festen Teilnehmerkreis über einen Zeitraum von zwei Jahren zu Herausforderungen, Erfahrungen und Lösungen in unterschiedlichen Technologiefeldern austauschen. Themenbereiche sind Mensch-Maschine-Interaktion, Human Mechatronics, Industrial Data Analytics, Big Data in der Produktion, IT-Sicherheit und sichere Vernetzung in der Produktion.

In Demonstrationszentren haben Vertreter aus Unternehmen die Möglichkeit, neue Technologien in der Praxis zu erleben und eigene Anwendungen mit Experten aus der Forschung zu diskutieren. Die Demo-Fabrik für die Digitalisierung der Produktion, die SmartFactoryOWL von Hochschule OWL und Fraunhofer Anwendungszentrum Industrial Automation in Lemgo, bietet dazu beispielsweise Führungen und Living Labs an. Auch im Mensch-Maschine-Interaktion Transferlabor der Universität Bielefeld und im Systems Engineering (SE) Live Lab der Fraunhofer-Einrichtung für Entwurfstechnik Mechatronik in Paderborn werden Aspekte der Digitalisierung lebendig.

Digitalisierungsstand und Optimierungspotenziale entwickeln
Wo steht mein Unternehmen in Sachen Industrie 4.0? Welche Optimierungspotenziale gibt es für Produktion, Produkt und Services? Was sind die nächsten Schritte und mit welchen Partnern kann ich sie gehen?
Mehrere Industrie 4.0-Checks geben kleinen und mittleren Unternehmen Antworten auf diese Fragen.

Ein Selbstcheck bietet eine erste Bestandsaufnahme. Das Ausfüllen des Online-Fragebogens dauert ca. 60 Minuten. Dabei nimmt das Unternehmen eine Selbsteinschätzung zum Stand der Digitalisierung in den unterschiedlichen Bereichen vor. Es geht beispielsweise um die Bereiche Datenerfassung und -auswertung, IT-Sicherheit, Geschäftsprozesse und Produktionsplanung, das Zusammenspiel der unterschiedlichen Unternehmensbereiche, den Informationsaustausch mit Kunden und Lieferanten, die Erfassung von Lagerbeständen und die Mensch-Maschine-Interaktion.

Auf Grundlage des Selbstchecks können Unternehmen in einem nächsten Schritt einen Quick Check in Anspruch nehmen. Dabei untersuchen Experten aus Forschungseinrichtungen von it´s OWL die Produktion von Unternehmen und zeigen konkrete Optimierungsmöglichkeiten auf. Sie empfehlen Lösungen für die Umsetzung und vermitteln Kontakte zu Experten. So können KMU ihren individuellen Fahrplan für Industrie 4.0 erstellen.

Forschungseinrichtungen sind praxiserfahrene Partner
Partner für die Umsetzung von Industrie 4.0 finden die Unternehmen in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Spitzenclusters it´s OWL: dem Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik Paderborn, dem Fraunhofer-Anwendungszentrum Industrial Automation in Lemgo, dem CoR Lab und dem CITEC der Universität Bielefeld, dem Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn, dem Institut für industrielle Informationstechnik der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der Fachhochschule Bielefeld.

Sie präsentieren ihre Kompetenzen und Anwendungsbeispiele auf dem it´s OWL Gemeinschaftsstand auf der FMB. Die Lemgoer Forschungsinstitute Fraunhofer Anwendungszentrum IOSB-INA und Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule OWL demonstrieren beispielsweise an einem wandlungsfähigen Produktionssystem Einsatzmöglichkeiten von mobilen Assistenzsystemen in der Fertigung. Virtuelle Post-its können über eine App auf einem Tablet oder Smartphone beispielsweise Fehlermeldungen dokumentieren und so die Anlagenwartung und den Anlagenbetrieb vereinfachen. Und über eine Datenbrille wird der Mensch intuitiv und interaktiv mittels Augmented Reality-basierten Visualisierungen von Montageinformationen beim Arbeitsvorgang unterstützt.

Das Fraunhofer Institut für Entwurfstechnik IEM präsentiert einen Demonstrator zum digitalen Schaltschrankbau, der in einem Projekt mit dem Unternehmen Schaltanlagenbau GmbH H. Westermann entstanden ist. Papierbasierte Montageanleitungen werden durch digitale ersetzt, die die Beschäftigten in der Schaltschrankfertigung stets aktuell über ein Tablet abrufen können. Für die Beschäftigten ist dies eine deutliche Arbeitserleichterung, Kunden profitieren von zuverlässigen Lieferzeiten und Produkten.

Die Fachhochschule Bielefeld stellt neue Anwendungen im Bereich Human Mechatronics vor. Charakteristisch hierbei ist, dass im Entwurf der technischen Systeme mechatronische und menschliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigt werden. Dies wird an Anwendungsbeispielen für die Industrie und für Gesundheit und Pflege gezeigt.

Weitere Informationen: www.its-owl.de und auf der FMB Halle 21 A 27