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Fortschrittskollegs

Flexible Arbeitswelten und Ressourceneffizienz

 Forschung für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen: Mit einer Finanzspritze von fünf Milliarden Euro aus dem NRW-Förderprogramm startet die Universität Paderborn zwei Fortschrittskollegs.

 „Dieser Erfolg stärkt unser Forschungsprofil und zeigt, dass wir mit unseren Schwerpunkten in der anwendungsorientierten Grundlagenforschung nachhaltige Lösungen für Problemstellungen in Feldern der großen gesellschaftlichen Herausforderungen erarbeiten können“, freut sich Präsident Professor Dr. Nikolaus Risch über den großen Erfolg der Universität Paderborn und sieht die Forschungsstrategie der Hochschule bestätigt. Die beiden Fortschrittskollegs beschäftigen sich mit den Zukunftsthemen „Gestaltung von flexiblen Arbeitswelten – Menschen-zentrierte Nutzung von Cyber-Physical Systems in Industrie 4.0“  sowie „Leicht-Effizient-Mobil: Energie und kosteneffizienter Extremleichtbau mit Hybridwerkstoffen“.

Das erste Fortschrittskolleg, das die Universitäten Paderborn und Bielefeld gemeinsam durchführen, untersucht die Auswirkungen des Einsatzes von modernen intelligenten technischen Systemen in der Produktion auf Arbeitnehmer und Nutzer. Das Fortschrittskolleg verknüpft Informatik, Ingenieurwissenschaften mit Wirtschaftspädagogik und Arbeits- und Organisationspsychologie in den einzelnen Promotionsprojekten. Der Bezug zur Praxis wird durch die enge Anbindung an das Spitzencluster it’s OWL, das Innovationsnetzwerk Energie Impuls OWL e.V., der Technologieberatungsstelle beim DGB NRW e.V. und IG Metall NRW sichergestellt. In den nächsten viereinhalb Jahren werden hier bis zu 15 Doktoranden der Universitäten Paderborn und Bielefeld  interdisziplinär zusammenarbeiten.

Das zweite Fortschrittskolleg adressiert bedeutende gesellschaftliche Herausforderungen, wie die der Ressourceneffizienz, einer umweltfreundlichen Mobilität und die des Klimaschutzes. Die Lösung dieser Herausforderungen bildet eine entscheidende Grundlage für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Ein wesentlicher Schlüssel zur Einsparung von Ressourcen und Energie wird dabei in Zukunft der Leichtbau bewegter Massen sein. So würde zum Beispiel eine Gewichtseinsparung von 100 kg bei jedem PKW in Deutschland eine Reduzierung der CO2-Emissionen von 9,1 Mio. Tonnen pro Jahr ermöglichen. Unterstützt wird die Vermittlung dieser übergreifenden Betrachtungsweise an die bis zu 25 Doktoranden des Kollegs durch die Einrichtung eines Beirats „Industrie und Gesellschaft“. Darüber hinaus wird der Beirat den Transfer von Wissen in die praktische Anwendung sowie in die Ausbildung von qualifizierten Fachkräften gewährleisten.

Neue Konzepte durch Einsatz von hybriden Werkstoffen

Prof. Dr. Thomas Tröster, Sprecher des Fortschrittskollegs „Energie und kosteneffizienter Extremleichtbau“

Prof. Dr. Thomas Tröster, Sprecher des Fortschrittskollegs „Energie und kosteneffizienter Extremleichtbau“

„Um dieses Ziel zu erreichen, werden im Rahmen des Fortschrittskollegs neue Konzepte durch Einsatz von hybriden Werkstoffen, wie Metall-Kunststoff Verbunde für Erzeugnisse aus dem Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbau erforscht. Das Fortschrittskolleg soll den Grundstein dafür legen, diese hybriden Bauteilsysteme zukünftig mit neuen Methoden auslegen und fertigen zu können. Neben den rein technischen Entwicklungen sollen aber auch die gesellschaftlichen Auswirkungen durch die Umsetzung der Forschungsergebnisse intensiv beleuchtet werden. Daher folgt das Kolleg einem interdisziplinären Ansatz, der sich in der Zusammensetzung der beteiligten Lehrstühle aus dem Maschinenbau, den Naturwissenschaften sowie den Kulturwissenschaften widerspiegelt.“

 

 

 

Chancen für die Modernisierung der Produktionsprozesse

Prof. Dr. Gregor Engels, Sprecher des Fortschrittskollegs „Gestaltung von flexiblen Arbeitswelten“

Prof. Dr. Gregor Engels, Sprecher des Fortschrittskollegs „Gestaltung von flexiblen Arbeitswelten“

„Für den Industriestandort Nordrhein-Westfalen mit der Vielzahl seiner innovativen Produktionsunternehmen eröffnet der Übergang zu Industrie 4.0 große Chancen für die Modernisierung und die damit verbundene Effizienzsteigerung der Produktionsprozesse. Neben den noch in großem Maße existierenden technischen Herausforderungen bei der Entwicklung solcher Systeme erfährt insbesondere die Rolle der Beschäftigten über die gesamte Wertschöpfungskette einen erheblichen Wandel. Die Herausforderung liegt in der Entwicklung neuer sozialer Infrastrukturen, die den Menschen über sein gesamtes Arbeitsleben im Fokus der Entwicklung sehen.“

 

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