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FMB – Zuliefermesse Maschinenbau

Zeit für gute Gespräche 

Mit 553 Ausstellern präsentierten sich in diesem Jahr nochmals mehr Unternehmen auf der FMB. Leicht rückläufig waren die Besucherzahlen, die bei rund 6.500 lagen. 

Für Christian Enßle, Portfolio Manager FMB bei der Clarion Events Deutschland GmbH, gibt es einen klaren Grund: „Wenn die Konjunktur gut läuft und die Auftragsbücher voll sind, gilt bei vielen Maschinenbauern die Devise: ´Keine Experimente´. Die Suche nach neuen Zulieferern hat dann geringere Priorität. Insofern ist diese Entwicklung weder eine Überraschung noch ein Grund zu Besorgnis. Im Gegenteil: Viele Aussteller, die wir zum Messeende befragt haben, zeigten sich sehr zufrieden mit Anzahl und Qualität der Gespräche.“

Wir haben einige Aussteller nach ihrem Fazit gefragt.

Absolute Kundenorientierung

Das 25jährige Jubiläum der Anton Klocke Antriebstechnik GmbH dominierte in diesem Jahr auf der FMB Zuliefermesse Maschinenbau. Zahlreiche Kunden nutzten die Veranstaltung, um ihren langjährigen Partner zu besuchen. „Die in den letzten Jahren positive Besucherresonanz hat sich aktuell noch einmal erhöht“, zieht Geschäftsführer Thorsten Kott eine zufriedene Bilanz. Seit gut zehn Jahren stellen  die Bielefelder auf der Messe aus, die regionale Präsenz ist ihnen wichtig. „In Zeiten, in denen die Reisebereitschaft geringer wird, ist eine Veranstaltung dieser Art eine ideale Plattform, um mit Kunden und Interessenten ins Gespräch zu kommen. Die gute Erreichbarkeit ist ein weiterer Pluspunkt“, so Kott.

Anton Klocke Antriebstechnik GmbH

Den Kundennutzen stärken: Thorsten Kott und Mathias Israel (v.l.)

Vor einem Vierteljahrhundert entstand die Anton Klocke Antriebstechnik GmbH, deren Know-how in der Bereitstellung mechanischer Antriebskomponenten für den Maschinen- und Anlagenbau liegt. Einen besonderen Stellenwert nehmen das Engineering und die Beratung ein.

Auf Veränderungen zu reagieren und mit zeitgemäßen Konzepten die Kundenwünsche umzusetzen, das ist bis heute das Erfolgsrezept des Zulieferers. „Wir haben schon vor einigen Jahren erkannt, dass wir sehr produktlastig aufgestellt waren und dass um das Produkt herum eine Vielzahl an Leistungen möglich sind“, beschreibt Kott die Motivation für die Umstellung der Vertriebsstrategie und die stärkere Kundenausrichtung. Der Unternehmer weiß, dass seine Kunden in der Regel nicht nur über das Produkt in kürzester Zeit und guter Qualität verfügen möchten, sondern vielmehr ein schlüssiges Gesamtkonzept und eine möglichst einfache Abwicklung erwarten.

Die persönliche Beratung, die eine hohe Mitarbeiterkompetenz voraussetzt, ist für Kott eine wesentliche Basis für eine absolute Kundenorientierung. Die stand auch bei der Entwicklung des Online-Shops im Fokus. Auf der B2B-Plattform können Bestandskunden zum Beispiel aus einem für sie zugeschnittenen Produktkatalog auswählen und bestellen. Eine Anbindung an das eigene Warenwirtschaftssystem ist ebenso möglich, wie auch der direkte Blick auf die eigenen Konstruktionszeichnungen im System des Zulieferers.

In den letzten Jahren haben die Bielefelder den Eigenfertigungsanteil kontinuierlich erhöht, neue Dienstleistungen, wie die mechanische Zerspanung, wurden ins Portfolio aufgenommen, um den Anforderungen der Kunden nach mehr Flexibilität gerecht zu werden.

Die Zeichen stehen weiter auf gesundes Wachstum. „Uns geht es nicht um Wachstum um jeden Preis und auf Kosten der Qualität“, betont Kott. „Dem Maschinenbau in der Region geht es sehr gut. Als Zulieferer wachsen wir mit unseren Kunden, die oftmals Märkte im Ausland bedienen. Darauf müssen wir uns organisatorisch künftig einstellen.“

Der ERP-Komplettanbieter

COBUS ConCept GmbH

v.l.: Maik Dubbert, Vertriebsbeauftragter ERP, Reinhard Todzi, Partnermanager aus dem Hause asseco, Sven Hoppe, Vertriebsleiter Bestandskundenmanagement ERP, und Eduard Berg, Vertriebsbeauftragter ERP

Als ERP-Spezialist mit Branchenfokus hat sich die COBUS ConCept GmbH, Rheda-Wiedenbrück, seit über 25 Jahren einen Namen gemacht. Auf der FMB präsentierte das IT-Systemhaus sich verstärkt als Dienstleister für die gesamte IT-Infrastruktur. „Unternehmen haben heute eine Vielzahl an Herausforderungen zu meistern, um erfolgreich mit einer permanent funktionierenden IT-Infrastruktur zu arbeiten. Hier immer auf dem technisch neuesten Stand zu sein und die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist schwierig. Unternehmen geraten da nicht selten an ihre Grenzen“, sagt Sven Hoppe, Vertriebsleiter Bestandskunden-Management ERP. Mit dem ausgebauten Geschäftsfeld IT-Infrastruktur-Lösungen kommen die IT-Spezialisten der gestiegenen Nachfrage nach mehr Transparenz im IT-Dschungel entgegen. „Nicht alles, was es an Lösungen auf dem Markt gibt, ist notwendig. Wir ermitteln den individuellen Bedarf und erstellen auf dieser Grundlage ein Gesamtkonzept“, beschreibt der IT-Spezialist das zukunftsorientierte Konzept, das neben Netzwerklösungen auch die Themen Hardware, Managed Maintenance Services, Network-Monitoring und IT-LifeCycle Management sowie Wartungsvorträge umfasst.

Zweites Thema ist die effektive WLAN-Nutzung. Hier hat das IT-Systemhaus ein Konzept für die WLAN-Planung entwickelt, das in mehrfacher Hinsicht punktet und jeden Ort im Unternehmen digitalisiert. „Neben einem leistungsstarken WLAN, kombiniert mit unserem Know-how in der WLAN-Planung, der WLAN-Ausleuchtung und der WLAN-Installation übernehmen wir auch die Vermessung der Räumlichkeiten, analysieren Störquellen und zeigen auf, welche Produkte notwendig sind, um ein Unternehmen maximal digital einzurichten“, beschreibt Hoppe, die neue Dienstleistung.

Neue Maßstäbe in der Ersatzteilbeschaffung

Waren das 3D-Laserschmelzen und der 3D-Druck im vergangenen Jahr ein Highlight für viele Besucher der FMB, so generierte Frank Aussieker, Geschäftsführer der Fr. Aussieker Metallverarbeitung GmbH & Co. KG, in diesem Jahr mit seiner Dienstleistung 3D-Scannen sehr viel positive Resonanz. Gerade in der Ersatzteilbeschaffung ist diese Technologie eine interessante Alternative, weil sie sich durch hohe Flexibilität, präzise Datenerfassung und eine beeindruckende Genauigkeit von bis zu 0,03 mm auszeichnet.

Aussieker Metallverarbeitung GmbH & Co. KG

Prominentes Projekt: Der Handball-Pokal des Senders Sky wurde von den 3D-Druck Spezialisten Frank Aussieker und Soeren Müller gefertigt. Eine Figur aus Ton war die Grundlage für die „Kretsche des Monats“: Per 3D-Scan wurden die Daten des Modells für den weiteren Herstellungsprozess mit einer Genauigkeit von 0,03 Millimeter generiert, bearbeitet und in der 3D-Laserschmelzanlage fertiggestellt.

„Mit dem hochauflösenden auf Blaulicht-Technologie basierenden 3D-Scanner, der acht Bilder pro Sekunde aufnimmt, lässt sich jedes Bauteil direkt nach einem Muster fertigen. Teile, die früher gegossen oder gespritzt wurden, sind nun ohne jedes Werkzeug oder jede Form allein durch den 3D-Druck auch in kleinen Stückzahlen herzustellen“, beschreibt Soeren Müller, im Hause Aussieker für den 3D-Druck zuständig, die Vorteile.

Immer wieder gibt es Situationen, in denen Bauteile nicht mehr hergestellt werden und nicht mehr lieferbar sind. Hier können die Spezialisten professionell helfen. Nach der digitalen Datenerfassung des zu rekonstruierenden Bauteils mit dem Scanner erfolgt die fachgerechte Nachbearbeitung der Scan-Datei mit einer CAD-Software, um ein perfektes Produkt zu fertigen. Zum Schluss wird mit Hilfe der Scan-Datei und unter Einsatz des Laserschmelzverfahrens das Bauteil bei optimaler Bauraumnutzung rekonstruiert. Für den letzten Feinschliff sorgen die mechanische Nachbearbeitung und die Veredlung der Oberfläche.

Blechbearbeitung in Premiumqualität

Sie ist etwas fürs Auge: die moderne und filigrane Säule, überzeugt aufgrund ihres besonderen Designs und ihrer Funktionalität. Als digitales Preisschild, das mit einem I-Pad ausgestattet ist, steht sie in den Ausstellungshallen des Premiumherstellers Porsche. Was die Wenigsten wissen, das schicke Objekt entstand in Bad Driburg im Hause der Wieneke Anlagenbau und Verfahrenstechnik GmbH. Ein Zulieferer hat die Fertigung in Auftrag gegeben. Wieneke hat gemeinsam mit seinem Kunden das Design entwickelt und dabei selbstverständlich auch auf die praktische Umsetzung geachtet.

Wieneke Anlagenbau und Verfahrenstechnik GmbH

Erfolgreiches Familienunternehmen: Rudolf Wieneke (Mitte) und seine beiden Söhne Tobias und Alexander Wieneke (v.r.)

Das ist nur ein Beispiel für die gelungene Umsetzung von Produkten, die in verschiedensten Branchen, wie der Möbelindustrie, der Kälte-, Klima- und Solartechnik, dem Fahrzeug- und Karosseriebau zum Einsatz gelangen. So entstehen zum Beispiel Schuhreparaturzentren, Edelstahlmöbel und Gehäuse für Münz- und Magnetkartenterminals oder Analysegeräte.

Erfolgsrezept für das breite Leistungsspektrum sind die großen Einsatzmöglichkeiten, die das Lasern und Stanzen der Bleche, das Verpressen mit Muttern oder anderen Gewindeteilen, das Abkanten und Rundbiegen oder Verschweißen, Entgraten und Schleifen bieten. Und hier haben die Bad Driburger in den letzten Jahren kräftig in modernste Robotertechnologie investiert. Dazu gehört zum Beispiel der neue 6-Achsen Roboter, der nicht nur schnell, sondern auch zuverlässig und mit hoher Wiederholgenauigkeit und gleichbleibend guter Qualität arbeitet. Ein weiterer Pluspunkt: Dank dieser Technologie lassen sich nun auch Sonderanfertigungen und kleine Stückzahlen effizient fertigen.

Über mangelnde Nachfrage können sich die Hightech-Blechbearbeiter nicht beklagen. Die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Problematisch ist nur der Fachkräftemangel, der sich auch im Hause Wieneke zeigt. „Wir suchen gezielt die Nähe zu jungen Menschen, um sie für eine Ausbildung in unserem Betrieb zu begeistern. Dazu pflegen wir den Kontakt zu den regionalen Schulen sowie über unsere Facebook-Seite, auf der es ausschließlich um das Thema Ausbildung geht“, sagt Tobias Wieneke.

Partner für lösungsorientiertes Denken

Als Partner für Industrie- und Gebäudetechnik hat sich die BAB Lighting in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Spezialität der WORTMANN-Tochter sind individuelle, kundenspezifische LED-Beleuchtungskonzepte. „Wir sind sehr stark am Markt und an den besonderen Anforderungen unserer Kunden orientiert. Ihre spezifischen Wünsche und Herausforderungen sind oftmals die Grundlage für die Entwicklung eines neuen Produktes“, sagt Dietmar Czypulowski, Vertriebler im Hause BAB Lighting.

BAB Lighting

BAB-Beleuchtungsspezialisten: Dietmar Czypulowski und Enes Maymak (v.l.) beraten viele mittelständische Unternehmen, die besondere Anforderungen an ihr Lichtkonzept stellen.

Die eigene Entwicklungsabteilung ist hier ein entscheidender Pluspunkt, den die Löhner in die Waagschale werfen können. So sind sie in der Lage, schnell und effizient Lichtkonzepte zu entwickeln, diese direkt vor Ort zu testen und anschließend beim Kunden zu installieren. „Dank eigener Produktion sind auch Sonderlösungen kein Problem“, beschreibt Dietmar Czypulowski die Flexibilität des Unternehmens. Das wissen mittlerweile viele Mittelständler zu schätzen, die bisher vergeblich einen Partner suchten, der mit lösungsorientiertem Denken überzeugte.

Die positive Resonanz hat dazu geführt, dass die Beleuchtungsspezialisten seit gut eineinhalb Jahren nun auch ihr eigenes Montageteam zu den Kunden schicken, das die komplette Installation durchführt. „Unsere Tätigkeit geht längst über die Beleuchtungsmontage hinaus und umfasst auch sämtliche Installationen in der Elektrotechnik, die mittlerweile ein starkes Geschäftsfeld darstellt. Gleiches gilt auch für den Bereich Sicherheitstechnik, der u.a. Schließtechniken, Videoüberwachungen, Zutrittskontrollsysteme und Gefahrenmeldeanlagen sowie Service und Wartung der Installationen umfasst“, so Czypulowski.

Geschätzter Partner der Industrie

Die Nachfrage nach Dienstleistungen von Unternehmen verschiedenster Branchen in der Region ist seit Jahren groß: Bethel proWerk ist ein geschätzter Partner der Industrie, die regelmäßig Aufträge in der Metall- und Holzverarbeitung oder der Baugruppenfertigung an die Bielefelder Einrichtung erteilt. Viele namhafte Unternehmen gehören zum festen Kundenstamm, sie wissen die gute Qualität und Zuverlässigkeit zu schätzen. Nicht zuletzt die Ausstattung mit modernsten CNC-Maschinen ist ein Garant für eine professionelle und qualitativ gute Arbeit.

Bethel proWerk

Positives Fazit: Sabine Scholz und Markus Fechtel

Die Nähe zur regionalen Wirtschaft ist der von Bodelschwinghschen Einrichtung wichtig, deshalb ist sie auch seit einigen Jahren regelmäßig auf der FMB präsent. „Mit unserem umfangreichen Leistungsspektrum bieten wir den Unternehmen verschiedene Kooperationsmöglichkeiten. Auf der Messe stellen wir jeweils ein anderes Thema in den Fokus“, beschreibt Dipl.-Ing. (FH) Markus Fechtel, Bereichsleiter Produktion bei proWerk, der aktuell gut 150 aktive Kunden zählt. In diesem Jahr konnten sich die Besucher über die Leistungsfähigkeit der eigenen Druckerei informieren. „Wir sind ein erfahrener Dienstleister, der seine Kunden auf dem Weg von der Idee bis zum fertigen Produkt begleitet. Mittlerweile liegt der Anteil von externen Druckaufträgen bei 40 Prozent“, so Fechtel.