title=

mawionline

Facebook im regionalen Marketing?

 Ja, aber mit Strategie!
Viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) arbeiten regional. Die Reichweite, das Einzugsgebiet ist begrenzt und überschaubar.
Beispiele dafür bieten Bäckereien, Apotheken, Fleischereien, Fahrschulen, KFZ-Werkstätten, und die Gastronomie. Können auch diese Social Media Dienste wie Facebook effektiv nutzen?

Thorsten Ising ist Projektleiter Social Media Marketing bei der Internet- und Marketingagentur code-x GmbH in Paderborn, Redner, Blogger, Netzwerker, Moderator und Dozent.  (Foto: Code-X)

Thorsten Ising ist Projektleiter Social Media Marketing bei der Internet- und Marketingagentur code-x GmbH in Paderborn, Redner, Blogger, Netzwerker, Moderator und Dozent.
(Foto: Code-X)

Ja. Mit einem Plan im Hinterkopf. Mit Strategie. In Sachen Kundenbindung, zur Akquise oder Arbeitgebermarke (Employer Branding) und Co. ist dieses ein zusätzlich gutes Medium. Ergänzend zu der Kundennähe vor Ort. Nehmen wir uns eine klassische Fahrschule als Beispiel. Das Angebot ist überschaubar und vergleichbar. Führerscheine für das Fahren von Mofa, Leichtkrafträder und Traktoren, Auto und LKW in diversen Ausprägungen mit oder ohne Anhänger. Die Entscheidung für oder gegen eine Fahrschule fällt durch Preis, Angebot, regionale Lage und Flexibilität. Und durch Wahrnehmung, Kompetenz und Empfehlung. Gerade letzteres zieht sich durch. Kaum jemand sucht sich die Fahrschule aus den Gelben Seiten oder bemüht Google zur Entscheidungsfrage. Empfehlungen durch Eltern und Bekannte („Ich war bei der Fahrschule Muster – das war was“) legen Gewicht in die Waagschale. Mehr als ein günstigerer Preis pro Fahrstunde. Die Aufmerksamkeit durch ein buntes Schaufenster der Fahrschule erweckt weniger Begehrlichkeit als der nützliche Tipp im Web. Wie also kann eine Fahrschule im sozialen Netzwerk Facebook glänzen?

1. Realistisch bleiben, realistische Ziele setzen.
Regional arbeitende Unternehmen haben keine 100.000 Fans auf Facebook. Selten zumindest. Dazu müssen sie sehr aussergewöhnlich sein und arbeiten. Eine Fahrschule mit Luxuskarossen vielleicht. Aber eine „normale“ Fahrschule ist hier begrenzter. Eine klassische Fahrschule hat ein begrenztes Einzugsgebiet. Zehn bis 15 Kilometer und schon gibt es Überschneidungen mit anderen. Das reduziert die Zahl möglicher Interessenten. Nehmen wir an, das Alter typischer Fahranfänger liegt bei 17 bis 22 Jahren. Das schränkt die Zielgruppe weiter ein. Dazu kommen natürlich Fortbildungen, Nachprüfungen und so weiter – aber die größte Zielgruppe liegt in der Altersgruppe der 17- bis 22-Jährigen. Bei Facebook liegt die Masse dieser Zielgruppe in dem Radius etwa bei 20.000 Personen. Davon einen Teil erfolgreich zu adressieren: Das wäre ein Ziel.

2. Überzeugen
Was überzeugt uns Menschen? Die plausibelsten Argumente, die größte Kompetenz, der größte Charme, die witzigsten Fakten, das größte Wissen und so weiter. Die Fahrschule könnte genau damit punkten. Fakten, Daten, Wissen – spannend und kreativ verteilt. „Wissen Sie, wie Sie in einem fremden Auto erkennen können, auf welcher Seite der Tankdeckel ist? An der Zapfsäule der Tankanzeige befindet sich ein Pfeil an der betreffenden Seite.“ – vielleicht noch ein kleines Bild dazu. Fertig. Eine kleine Information mit Mehrwert und schon eine überzeugende Nachricht auf Facebook.

3. Aktualität und Kontinuität
Eine Facebook-Seite muss leben. Sonst können Sie es direkt sein lassen. Sichtbare Aktivität (nicht nur alle drei Wochen mal einen Beitrag), Antworten auf Fragen, abwechslungsreiche Beiträge, Einbeziehung der Leser – machbare Aufgaben für eine dauerhafte Präsenz.

4. Nicht nur werben
Nur Werbung zieht nicht an. Zeigen Sie, dass Sie dazu gehören. Ihre Zielgruppe verstehen. Eine Fahrschule muss nicht nur das Verkehrsrecht drauf haben und vermitteln. Beiträge auf Facebook können auch lokalen oder thematischen Bezug haben. „Samstag ist die Oktoberfest-Party der Landjugend. Viel Spaß und nicht vergessen: „don´t drink and drive“! Ruft Euch ein Taxi“ kann ebenso ein Beitrag sein und zeigt die Aufmerksamkeit für Alltagssituationen mit Professionsbezug. Die Liste dieser Tipps ist lang. Für fast jedes Unternehmen, fast jede Branche. In den sozialen Medien hat und findet fast jeder seinen Platz und seine Zielgruppe. Meistens fehlt aber die Strategie.

Kontext
Thorsten Ising ist Projektleiter Social Media Marketing bei der Internet- und Marketingagentur code-x GmbH in Paderborn, Redner, Blogger, Netzwerker, Moderator und Dozent. Als erster Vorsitzender von Social Media OWL e.V. sind Social Media Strategien für den Mittelstand und Implementierung in den Unternehmensalltag seine Spezialgebiete. Weitere Informationen: http://www.code-x.de/team/thorsten-ising/