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BVMW-Meeting Mittelstand

Erfolgsfaktoren für ausländische Märkte

 Es gibt viele Gründe für ein Unternehmen, seine Produkte auch im Ausland anzubieten. Vor dem erfolgreichen Markteintritt in ein fremdes Land müssen Unternehmer ihre Hausaufgaben machen. Was zu bedenken ist, und wo man Unterstützung bekommt, darüber informierte das BVMW- Meeting Mittelstand in Paderborn.

Die Schweiz als attraktiver Markt für deutsche Unternehmen: BVMW-Kreisgeschäftsführer Udo Wiemann (2.v.l.) hatte verschiedene Schweiz-Kenner eingeladen. Manfred Faulhaber (l.) Geschäftsführer STAGEx berichtete über seine Erfahrungen.

Die Schweiz als attraktiver Markt für deutsche Unternehmen: BVMW-Kreisgeschäftsführer Udo Wiemann (2.v.l.) hatte verschiedene Schweiz-Kenner eingeladen. Manfred Faulhaber (l.) Geschäftsführer STAGEx berichtete über seine Erfahrungen.

„Viel zu oft erfolgen die Auslandsaktivitäten ohne eine ausreichende Markterkundung und ohne interkulturelle Kenntnisse. Zusätzlich ist das Engagement oftmals nur zufälliger Struktur. Auf der anderen Seite zeigen die Erfahrungen und die Statistik aber auch, dass deutsche Unternehmen zumindest in Europa am stärksten internationalisiert sind“, so Udo Wiemann. Grund genug für den BVMW-Kreisgeschäftsführer Paderborn, Höxter, Gütersloh, die Thematik in den Fokus zu rücken und im Rahmen einer Veranstaltungsreihe künftig unterschiedliche Märkte vorzustellen. Parallel ist die Gründung eines Arbeitskreises „Global Markets“ geplant.

In der ersten Veranstaltung blickten die Unternehmensvertreter ins Nachbarland Schweiz.
„Die ersten Schritte auf ausländischem Boden erfolgen häufig in deutschsprachige Länder. Die geografische und psychische Nähe ist vielfach ausschlaggebend bei der Entscheidung für ein Land. Viele Unternehmen nutzen diese Länder als Einstieg, um Erfahrungen zu sammeln und diese dann für weitere Auslandsaktivitäten einzusetzen“, beschreibt Dr. Angelika Röchter.

Die FHDW-Professorin empfahl, sich zunächst mit dem eigenen Unternehmen und seinen Kompetenzen, dem neuen Land, den dortigen ökonomischen, technologischen, geografischen, sozi-kulturellen und politischen Bedingungen auseinanderzusetzen. Die Wissenschaftlerin machte drei Erfolgsfaktoren für den Markteintritt aus: Neben der Qualität des Produktes, sei es der Mensch mit seiner fachlichen Kompetenz, seinen Sprachkenntnissen und interkulturellen Fähigkeiten, der als Erfolgsfaktor gelte. Das Erkennen und Nutzen von Gelegenheiten sei ebenso entscheidend und verlange eine systematische Herangehensweise“, so Dr. Röchter.

Zu einem direkten Exkurs in die Schweiz luden Vertreter des Nachbarlandes ein. „Wir haben sehr viel mit den Deutschen gemeinsam, die Handelsbeziehungen beider Länder sind gut“, betont Honorarkonsul Hanspeter Sauter vom schweizerischen Konsulat in Düsseldorf.

Das untermauerte auch Tobias Rühmann, Leiter Investitionsförderung beim Swiss Business Hub Germany. „Beide Länder haben eine ähnliche Wirtschaftsstruktur, der Anteil der KMU liegt bei 99 bzw. 98 Prozent. Die Anzahl der Hidden Champions ist enorm und die Innovationsstärke beeindruckend“, so der Schweizkenner. „Die Schweiz ist ein sehr innovativer Markt, der Qualität produziert und ideale Rahmenbedingungen für ausländische Unternehmen bietet. Die niedrigen Steuersätze sind nur ein Argument von vielen“, wirbt Rühmann für interessierte deutsche Unternehmen.

Manfred Faulhaber, Software-Unternehmer aus Paderborn, hat bereits vor einigen Jahren auf den Schweizer Markt gesetzt und es nicht bereut.

„Es ist ein flexibler Markt mit guten Geschäftsbedingungen, die Sprache und die gute Internationalisierung sind weitere Vorteile. Die Unterstützung durch die Behörden war hervorragend, wir wurden wie Kunden bedient“, so das Plädoyer des Unternehmers. „Wir sind nicht aus steuerlichen Aspekten in die Schweiz gegangen. Unsere Motivation ist es, mit Schweizern Geschäfte machen und das hier verdiente Geld vor Ort wieder zu investieren. Wenn dann auch noch der Spaßfaktor ins Spiel kommt, umso besser. Was gibt es Schöneres als am Ende eines arbeitsreichen Tages mal schnell zum naheliegenden Berg hinauf und bei einem Glas Wein die Schweizer Landschaft zu genießen?“

 

Ein Kommentar

  1. 10. März 2014

    Es ist allgemein anerkannt, das die Globalisierung nicht mehr aufzuhalten ist. Wie bei jeder unternehmerischen Aktivität wird ein Großteil der Grundlage für einen späteren Erfolg oder Nichterfolg im Vorfeld bei der Planung und Strategiefindung gelegt. Der Mittelstand hat da in den letzten Jahren bereits immens dazugelernt und diese Veranstaltungen dienen weiterhin dazu für diese Problematiken zu sensibilisieren, damit KMU in Deutschland auch zukünftig prosperieren.

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