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AHC Oberflächentechnik

Verschleißfeste Oberflächen

Die AHC Oberflächentechnik hat ein HART-COAT®-Verfahren entwickelt, mit dem sie  Aluminium-Teile harteloxieren kann und somit die Wertigkeit erhöht.

Das GF-16 Kran-System von Grip Factory Munich im Außeneinsatz. Alle Aluminiumbauteile des Krans sind mit der HART-COAT®-Oberfläche versehen. Selbst nach zahlreichen sowie intensiven Außeneinsätzen präsentiert sich der Kran optisch in einer sehr guten Verfassung.  (Foto: AHC Oberflächentechnik)

Das GF-16 Kran-System von Grip Factory Munich im Außeneinsatz. Alle Aluminiumbauteile des Krans sind mit der HART-COAT®-Oberfläche versehen. Selbst nach zahlreichen sowie intensiven Außeneinsätzen präsentiert sich der Kran optisch in einer sehr guten Verfassung.
(Foto: AHC Oberflächentechnik)

Die Grip Factory Munich kennt die Probleme nur zu gut: Der Hersteller von Kränen, Dollys, Schienensystemen und Zubehör, das Kamerasysteme trägt und bei Filmdreharbeiten zum Einsatz kommt, verwendet Aluminium-Bauteile, die schwarz pulverlackiert sind.  Nach kurzer Zeit im Einsatz zeigten die zur Wartung zurück kommenden Teile jedoch deutliche Verschleißspuren. Sie sahen nicht mehr neuwertig aus. Eine Lösung des Problems lieferte die AHC Oberflächentechnik GmbH: Alle Aluminium-Teile des Equipments werden nach dem HART-COAT®-Verfahren harteloxiert.

Es handelt sich hierbei um ein elektrolytisches Verfahren, bei dem die zu beschichtenden Werkstücke als Anode geschaltet und in einen sauren Elektrolyten mit relativ niedriger Temperatur eingetaucht werden. Mit Hilfe von elektrischem Strom wird auf der Werkstückoberfläche eine schützende Aluminiumoxidschicht erzeugt, deren Dicke einstellbar ist und für die meisten Anwendungen im Bereich zwischen 30 und 60 µm liegt. „Selbst wenn jetzt die Teile nach zehn Jahren zur Wartung zurückkommen, sehen sie noch aus wie neu“, so ein Sprecher von Grip Factory. Das hängt auch an der guten Verschleißfestigkeit der HART-COAT®-Schichten. Sie beruht auf der Härte des Aluminiumoxids, das sich während des Beschichtungsprozesses bildet. So trotzen die Filmequipment-Teile beim Transport, beim Auf- und Abbau sowie im Einsatz den zum Teil rauen Bedingungen.

Ferner mussten Passungen auf die Schichtdicke abgestimmt werden, weil die HART-COAT®-Schicht zur Hälfte in das Grundmaterial hineinwächst und deshalb nur zur Hälfte nach außen aufträgt. So ergibt eine 50 µm dicke Schicht nur einen Auftrag auf das Grundmaterial von 25 µm. Passungen, die nicht beschichtet werden müssen, lassen sich abdecken und benötigen keine Bearbeitung.

In Zusammenarbeit mit AHC hat Grip Factory Munich auch eine Lösung für das Harteloxieren von Schweißverbindungen gefunden. Bestehen nämlich Bauteile aus unterschiedlichen Aluminium-Legierungen, so führt dies auf den jeweiligen Materialien, infolge unterschiedlicher elektrischer Leitwerte, zu unterschiedlichen Schichtdicken. Das farbliche Aussehen der verschiedenen Aluminium-Werkstoffe ist ebenfalls unterschiedlich. Die Lösung liegt in der Auswahl des richtigen Schweißzusatzwerkstoffes. Die Schweißnähte werden von Grip Factory geprüft und stichprobenartig einer zerstörenden Werkstoffprüfung unterzogen.

Eine weitere Besonderheit der HART-COAT®-Beschichtung ist, dass sie senkrecht auf eine Aluminiumoberfläche aufwächst, so dass an scharfen Kanten und Ecken nur wenig Schicht aufgetragen wird, bzw. ein Spalt bleiben kann. Zwar besteht die Gefahr eines Korrosionsangriffes von außen. Um diesem Sachverhalt Rechnung zu tragen, rundet Grip Factory die Profile ab. Hierbei müssen für Ecken und Kanten größtmögliche Radien gewählt werden. Naturgemäß sind die Radien umso größer anzusetzen, je dicker die HART-COAT®-Schicht sein wird.

Da die Filmequipment-Teile gerade bei Außenaufnahmen einem nicht unerheblichen Korrosionsangriff unterliegen, wird die HART-COAT®-Schicht in voll entsalztem Wasser bei einer Temperatur zwischen 90 und 100 °C nachverdichtet. Man spricht hier von einer Heißwasser-Nachverdichtung. Die HART-COAT®-Schicht ist schon ohne Nachverdichtung in sauren und schwach alkalischen Medien korrosionsbeständig. Durch die Nachverdichtung kann sie auch im sauren Bereich bis etwa pH 2 widerstehen. Darüber hinaus erweist sich die HART-COAT®-Schicht im Einsatz als UV-beständig, im Gegensatz zu beispielsweise Farbeloxal-Schichten. Gerade bei Außenaufnahmen und dem Einsatz von Tageslichtscheinwerfern ist diese Eigenschaft von Vorteil.

 Weitere Informationen auf der FMB, Halle 20, Stand H24

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