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2. IT&MEDIA FUTUREcongress

Ideen für die digitale Transformation

Gut 1.500 Teilnehmer waren zum 2. IT&MEDIA FUTUREcongress gekommen. Sie konnten sich nicht nur bei den gut 100 Ausstellern über ihre neuesten Lösungen informieren, sondern auch aus den Vorträgen inspirierende Informationen für ihr eigenes Business mitnehmen. 

IT&MEDIA FUTUREcongress

Keynote-Speaker Dr. Oliver Grün

Aufrüttelnd und appellierend war die Keynote von Professor Dr. Oliver Grün, der mit einer klaren Botschaft nach Bielefeld gekommen war. „Es muss ein Digitalknall durch Deutschland gehen“ rief der Präsident des Bundesverband IT-Mittelstand (BITMi) den Besuchern zu. Für den IT-Unternehmer ist die Digitalisierung eine wegweisende Revolution, von der eine ähnliche Kraft wie bei der ersten Revolution ausgehe. Während damals die Dampfmaschine die Muskelkraft ersetzt habe, werde nun die Denkkraft ersetzt. „In der ersten, zweiten und dritten Revolution war Deutschland noch ganz vorne mit dabei. Bei der vierten Revolution nehmen wir nur eine abgeschlagene Position ein. Deutschland, ja ganz Europa, hat die digitale Souveränität verloren“, so Grün. Und noch ein Problem sieht der Unternehmer: Das eigentliche Ziel der Digitalisierung, eine Welt zu schaffen, in der man gesünder, sicherer und besser lebt, sei völlig abhandengekommen. Zu viele Regelungen und die Angst vor dem Neuen, seien ein gravierendes Hemmnis für die digitale Transformation. Da stehe das Silicon Valley deutlich besser da: Die Plattformökonomie mit Unternehmen wie Airbnb oder Uber ist für ihn ein Beispiel, das zeigt, wie diese der klassischen Industrie ihre Kunden wegnehme. „Die erste Welle der Digitalisierung haben wir verloren“, stellt Grün fest und unterstreicht seine Sorge, dass wir zum Verliererkontinent degradieren könnten, wenn wir nicht aktiv würden. „In der zweiten Welle der Digitalisierung werden weitere Plattformen entstehen. Wenn hier wieder das Silicon Valley die Nase vorn hat, besteht die Gefahr, dass diese Plattformen sich zwischen das Produkt und die Kunden schieben. Falls dieses geschieht und die Wertschöpfung abgezogen wird, haben wir verloren. Wir müssen nun alles daransetzen, diese Plattformen selbst zu erfinden“, unterstreicht Grün.

An Know-how fehle es in Deutschland in den Unternehmen nicht: Neben hervorragenden Produkten punkteten sie auch mit guten Konzepten zur digitalen Optimierung bestehender Prozesse. Es mangele jedoch an Ideen zur digitalen Transformation, wo völlig neue Geschäftsmodelle entstehen. „Es kommt jetzt darauf an, zu den tollen Produkten on top noch zusätzlich digitale Lösungen anzubieten. Dann können wir dem Silicon Valley etwas Großes entgegensetzen.“

Ausstellerstimmen

IT&MEDIA FUTUREcongress

Familienunternehmen: Tristan, Achim und Franziska Winter von BDE ENGINEERING

Die BDE Engineering GmbH aus Beverungen, Spezialist für die Produktionsdatenerfassung, präsentierte ihr neuestes MES-System und konnte nicht nur Interessierte und Kunden aus der Region, sondern auch aus Süd- und Norddeutschland über ihre zukunftsweisenden Technologien informieren. „Die Digitalisierung in der Produktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette nimmt immer mehr Fahrt auf. Moderne Terminals mit leicht bedienerbarer Oberfläche sind die Zukunft und erlauben eine schnelle Informationsbeschaffung. Mit den leicht handhabbaren Geräten lassen sich Daten aus der Produktion jederzeit abrufen“, sagt BDE-Geschäftsführer Achim Winter. Zweites Highlight der Beverunger: Die Visualisierung von Informationen über das Monitoring. „Der Trend geht weg vom schwarzen Brett, hin zu „bewegten“ Bildschirmen, die bei den Beschäftigten eine wesentlich höhere Aufmerksamkeit erzielen“, beschreibt Winter den hohen Nutzen und die schnelle Möglichkeit der Informationsweitergabe.

IT&MEDIA FUTUREcongress

Michael Born, Geschäftsführer AGFEO und Klaus Reddig, Vertriebsmitarbeiter (v.l.)

Zum zweiten Mal dabei war das Bielefelder Unternehmen AGFEO. Der ITK-Spezialist, der in diesem Jahr auf sein 70jähriges Bestehen zurückblicken kann, schätzt die Veranstaltung nicht nur wegen ihres Konzepts, sondern auch den Standort. „Als Bielefelder Unternehmen in der IT-Branche ist es für uns Pflicht, dabei zu sein“, so Niko Timm, Marketing AGFEO. Das Team nutzte noch einmal die Gelegenheit, vor dem Hintergrund der Umstellung der Telekom von ISDN- auf IP-Telefonie über den Handlungsbedarf vieler Unternehmen zu informieren.

IT&MEDIA FUTUREcongress

Dr. Robert Wagner, Geschäftsführer Solunar
GmbH und Lilija Pyttlik

Dr. Robert Wagner zieht ein positives Fazit. Der Geschäftsführer der Solunar GmbH führte zahlreiche Gespräche mit Besuchern, die sich für die Lösungen des Unternehmens interessierten: Das Gütersloher Unternehmen entwickelt Enterprise Apps, die dem Anwender einen hohen Nutzen generieren. So kann der Vertriebsmitarbeiter zum Beispiel vor Ort beim Kunden auf dem Endgerät Produkte präsentieren, Materialien und Farben zusammenstellen und den Kunden interaktiv einbeziehen. Robert Wagner informierte auch über den Einsatz von Apps in Verbindung mit der Microsoft HoloLens-Brille, die interaktive 3D-Projektionen in der direkten Umgebung darstellt und damit Servicetechniker effektiv unterstützt.

IT&MEDIA FUTUREcongress

BREKOM

Als starker IT- und TK-Lösungsanbieter präsentierte sich das Unternehmen BREKOM. Vertreter der Paderborn Niederlassung informierten über das gesamte Portfolio mit den Schwerpunkten Infrastruktur, Sicherheit, Telekommunikation und Netzwerklösungen sowie die zwei eigenen Rechenzentren am Stammsitz in Bremen. „Mit unserem umfangreichen Service-Portfolio sind wir in der Lage, Unternehmen sehr individuell zu betreuen. Jedes Projekt wird mit einer besonderen Tiefe und Transparenz im Sinne des Kunden durchgeführt. Bei größeren Herausforderungen sind wir in der Lage auf weitere Manpower im Stammhaus zurückzugreifen. Hier punkten wir gegenüber kleineren Systemhäusern, die personell dann schon an ihre Grenzen stoßen können“, sagt Manuel Bürger, Vertriebsmitarbeiter für die Region.

IT&MEDIA FUTUREcongress

Mark Schönrock, Geschäftsführer acocon GmbH

Mark Schönrock, Geschäftsführer acocon GmbH, sieht die Veranstaltung als Bereicherung: „Ostwestfalen Lippe ist eine starke Region, wenn es um Themen wie Digitalisierung oder Industrie 4.0 geht. Vor diesem Hintergrund ist eine Messe wie der IT&MEDIA FUTUREcongress hier gut aufgehoben. Als Experte für IT-Servicemanagement aus Bielefeld war es für uns selbstverständlich eine Veranstaltung wie diese zu unterstützen und uns dort zu präsentieren.“ Die Bielefelder präsentierten sich mit ihrem Unternehmen greenique und stellten ihre eigene Servicemanagement-Lösung, die auf der Kombination von ITIL® mit dem Atlassian ServiceDesk basiert, vor. Besonderheit: Das Standardprodukt kann trotzdem individualisiert werden. „Es sorgt für eine beschleunigte Störungsbeseitigung und entlastet die Support-Mitarbeiter. Und ganz nebenbei ist es auch noch schnell im Unternehmen einführbar“, sagt Serviceexperte Jovan Ilic, der die Lösung zudem in seinem Vortrag vorstellte. „Wäre es nicht klasse, wenn Mitarbeiter Störungen oder Probleme selbst lösen können, bevor sie den IT-Support kontaktieren?“ fragt er – rein rhetorisch. Natürlich! Spätestens jetzt, hat er die Aufmerksamkeit der ITler im Publikum.

IT&MEDIA FUTUREcongress

BPM-Experte Dr. Michael Otte, Geschäftsführer Inspire Technologies, erklärt, wie im „Büro 4.0“ Geschäftsabläufe mit modernen Lösungen optimiert, automatisiert und kontrolliert werden können. Foto: bpi solutions

Beim Bielefelder IT-Dienstleister bpi solutions stand insbesondere die Preview der brandneuen Version „dg hyparchive 10“ im Fokus. „Das neue Release beinhaltet zahlreiche Innovationen und Verbesserungen. Dazu zählen eine facettierte Suche über WebClient und Desktop-Anwendung, eine optimierte Unterstützung mobiler Endgeräte durch ein responsives Design sowie die Möglichkeit, die Software komplett über die Tastatur zu steuern, was zur Barrierefreiheit beiträgt. Außerdem können zukünftig E-Mails und Attachments per Drag-and-drop direkt aus Outlook in den Web Client abgelegt werden“, sagt Marcus Schalk, Leitung BPM & DMS bei bpi solutions.

Das vorgestellte bpi-Portfolio beinhaltete darüber hinaus moderne Lösungen aus den Bereichen Business Communication, Enterprise Content Management sowie dem Kundenmanagement. Große Interesse zeigten die Standbesucher u. a. an dem ECM-System enaio® von OPTIMAL SYSTEMS, der aktuellen CRM-Lösung CAS genesisWorld des Marktführers CAS Software AG, sowie an der Produktpalette für die Klassifizierung und Erkennung von Eingangsbelegen von Insiders Technologies.

Die Software-Lösung BPM inspire stand beim Vortrag der bpi solutions im Mittelpunkt. Unter dem Thema „Machen Sie kurzen Prozess – Geschäftsabläufe leistungsfähiger gestalten“, erstellte BPM-Experte Dr. Michael Otte live per Rapid Prototyping ein neues Prozessmodell, überführte es in die Automatisierung und gestaltete passende Browseroberflächen dazu, so dass nach gut 15 Minuten eine funktionsfähige Anwendung ohne Programmierung entstand.

„Obwohl wir Kunden in ganz Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern haben, ist für uns als Bielefelder IT-Softwarehaus die Teilnahme an regionalen Events ein Muss. Viele Unternehmen schätzen kurze Wege und den direkten Kontakt, weshalb sie sich bewusst für einen Dienstleister aus ihrer Nähe entscheiden“, schildern Anke und Henning Kortkamp, Geschäftsführung bpi solutions. „Darüber hinaus nutzen wir den Netzwerkcharakter der Messe, pflegen bestehende Geschäftsbeziehungen und kommen mit potentiellen neuen Partnern in Kontakt.“ Die Digitalisierung des Unternehmensalltags sei für alle Akteure längst vom optionalen Trend zur aktuellen Herausforderung geworden. Mit dem IT&MEDIA FUTUREcongress hätten die Veranstalter eine in Ostwestfalen-Lippe einzigartige Kommunikationsplattform geschaffen, die einen idealen Austausch schaffe, so Anke und Henning Kortkamp.

„Von den Ausstellern haben wir recht positive Rückmeldungen erhalten. Viele Besucher waren im Vorfeld gut informiert und sind mit konkreten Projekten oder Anfragen an die Stände gekommen. Auch hat die Qualität der Besucher gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen“, zieht Veranstalter Michael Mattis eine positive Bilanz.