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14. MEiM – Mehr Erfolg im Mittelstand

 

„Wir sind stolz, dass wir immer noch die Besucher begeistern können“

 Gespräche führen, Kontakte anbahnen und netzwerken: Die 14. MEiM war für die Besucherinnen und Besucher eine ideale Plattform für den gegenseitigen Austausch und für inspirierende Themen. „Wir sind stolz darauf, dass wir auch nach 14 Jahren noch so viele Menschen zum Besuch der Veranstaltung begeistern können“, zieht Veranstalter Frank van Koten ein positves Fazit.

Mit den drei Keyspeakern hatten die Veranstalter fachkompetente Redner eingeladen, die es, jeder auf seine Art, verstanden haben, ihr Publikum zu fesseln und in den Bann zu ziehen. Eröffnungsredner Dr. Carsten Linnemann, CDU-Mitglied im Bundestag, ist bekannt dafür, Klartext zu sprechen. Mit dem Volkswirt war ein Fachmann vor Ort, der die Sprache des Mittelstands spricht. Da versteht es sich von selbst, dass der Politiker die aktuelle Politik in Berlin als wenig mittelstandsfreundlich darstellte. Beste Beispiele seien das Rentenpaket und der Mindestlohn.

Der aktuelle Koalititionsvertrag sei nur gegenwartsbezogen, betonte der Ökonom. Dabei sei  ein Blick in die nächsten 15 Jahre notwendig und eine Beschäftigung mit den Menschen,  die den Sozialstaat finanzierten. „Aktuell mangelt es bei uns an Leistungsanreizen. Wir müssen unsere Geisteshaltung ändern und an den mündigen Bürger glauben“, forderte Linnemann. Insbesondere zu drei Themen nahm er Stellung und sprach vielen Unternehmerinnen und Unternehmern aus der Seele.

„Damit Deutschland wettbewerbsfähig bleibt, müssen wir uns heute fragen, welche Produkte und Dienstleistungen  den nächsten Jahren gefragt sind. Fakt ist, der Qualitätsaspekt wird immer dominieren. Wir werden künftig nicht günstiger sein, dafür aber besser. Eine Voraussetzung dafür sind gut ausgebildete Fachkräfte. Deshalb kommen wir nicht umhin, auf die demografische Entwicklung zu reagieren. Unternehmen sind gefordert,  älteren Beschäftigten eine längere Tätigkeit schmackhaft zu machen, in dem man ihnen befristete Verträge anbietet. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind nun endlich dafür geschaffen worden“, sagt Carsten Linnemann.

Der Politiker plädierte auch für die Schaffung einer guten Infrastruktur. „Wenn wir Qualität liefern wollen, dann benötigen wir eine Top-Infrastruktur – das gilt für das Straßennetz wie für die digitale Infrastrukur. Die KFZ-Steuern gehören abgeschafft und eine vernünftige Maut eingeführt, alles andere macht keinen Sinn“, so Linnemann.

 Welche Mittelständler haben wir in Zukunft?

Mit der Attraktivität des Berufs Unternehmer sei es in Deutschland nicht gut bestellt. Der Reiz der Selbstständigkeit sei erschreckend gering. 94 Prozent der Studenten seien nicht bereit, sich später selbstständig zu machen. 30 Prozent zeigten hingegen Interesse, als Beamte tätig zu sein. „Wir brauchen ein besseres Unternehmerbild. Bereits in den Schulen müssen wir für das Unternehmertun werben. Im Hinblick auf die langen Diskussionen zur Erbschaftsteuer betonte Dr. Linnemann, eine Betriebsübergabe müsse schonend erfolgen.

Und wie sieht es in 15 Jahren in der Region aus? „Ostwestfalen hat gute Chancen in der Wirtschaft 4.0 ganze vorne mitzuspielen, bzw. eine Vorreiterrolle einzunehmen. Dazu müssen Rahmenbedingungen existieren, die den Unternehmen Möglichkeiten des Handelns geben. Insbesondere müssen Start-ups leichter an Kapital kommen“, so der Mittelstandsexperte der CDU. „Unsere Region ist stark – das ist auch in Berlin bekannt“, sagt Linnemann.

Die Kraft der Emotionalisierung und Penetration

Unterhaltsam, informativ und wortgewandt präsentierte sich der „kreative Hotspot“ Enzo Vincenzo Prisco. Der Entertainer und Professor für Kommunikationsdesign verstand es, über die Kraft der Marke auf lebendige und anschauliche Weise zu informieren.  Eine Marke zeige Grenzen auf, markiere und verankere sich im Kopf. Namhafte Marken, die jeder kennt, führte er als Beispiel für eine erfolgreiche Markenkommunikation an. Diese Unternehmen hätten es verstanden, auf die Emotionalisierung und die Kraft der Penetration zu setzen.

,,Auch Mittelständler brauchen starke Marken, Claims und Slogans. „Denn damit erzählen sie in wenigen Worten wer sie sind, was sie machen und was sie so einzigartig macht“, so Enzi Vincenzo Prisco. Marken seien wichtig für den Mittelstand, denn hier sei nicht nur der Wettbewerb groß, hier herrsche auch innerhalb des Wettbewerbs eine große Homogenität der Produkte. Merkmale, Eigenschaften und Verfügbarkeit der Produkte seien weitgehend gleich. Letztlich sei es die Kommunikation und der Auftritt des Produktes und des Unternehmens, welche den Kunden aktivierten. Dazu brauche man unter anderem Slogans, Claims bzw. einen Wiedererkennungswert mit dem man seine Zielgruppe regelmäßig penetriere und der emotional, informativ oder eben preislich den Kunden treffe.

„Marken müssen sich durch ihre Corporate Identity, und ihr daraus resultierendes Corporate Design, -Behaviour, -Communication abgrenzen und wiedererkennbar sein. Einfachheit ist die höchste Form der Raffinesse. Zeichen setzen, darum geht es“, so Prisco.

 MEiM-Perseptiven: Von der Macht der Wirkung

Unterhaltsam und die Lachmuskeln aktivierend: Der Bauchredner und Business-Coach Michael Schürkamp vermittelte in den „MEiM-Perspektiven“ interessante Einblicke zum Thema Wertschätzung und zog die Besucher mit Mitmachaktionen in sein Programm ein. Hier zeigte er, wie jeder Mensch sein werrtschätzendes Verhalten steigern kann. „Mangelnde Wertschätzung und fehlerhafte Kommunikation führen in Deutschland zu betriebswirtschaftlichen Schäden von bis zu 120 Milliarden Euro pro Jahr“, so der Coach.

„Charisma beginnt mit der Körperhaltung“, so Schürkamp, der den Besucher zeigte, wie eine gerade, leicht federnde Gesamthaltung, locker fallende Arme sowie eine offene Beinstellung nicht nur eigene Verspannungen löst, sondern positive Signale vermittelt.„Ausstrahlung funktioniert immer von innen nach außen“, teilte er seinen Zuhörern mit. Schürkamp vermittelte anschaulich, wie jeder Teilnehmer seine persönliche Wirkung auf sein Gegenüber verstärken kann. Für ihn ist klar, ob im Management eines Unternehmens oder an der Basis im direkten Umgang mit den Kunden: Gegenseitige Wertschätzung, Klarheit und Kommunikation mit und ohne Worte sind Voraussetzung für den Erfolg.

„Die Wirkung eines Menschen entfaltet sich zu 55 Prozent über Körper, zu 38 Prozent über Sprache und Stimme und nur zu sieben Prozent über Inhalt“, erklärte Schürkamp. Und das sei gerade in der Wirtschaft entscheidend, denn jeder möchte ja sein Produkt erfolgreich an die Frau oder den Mann bringen. „Lassen Sie sich von der schlechten Laune eines Kunden nicht vereinnahmen, sondern setzen ihm ein Lächeln oder Ihre Persönlichkeit entgegen.“ Augenkontakt, Lächeln und persönliche Ansprache sind beruflich wie privat perfekte Eisbrecher.